Völklinger Hütte Ausflug
Informative Besichtigung der Völklinger Hütte bei Saarbrücken
aus Andernach
Andernach. Zum diesjährigen Ausflug der Sankt Martins-Nachbarschaft hatten sich 35 Teilnehmer angemeldet. Und so konnte Amtmann Herbert Lohrum am Samstag, den 30.05.2026, eine gut gelaunte Reisegruppe begrüßen. Mit dem Bus machte man sich auf den Weg zur Weltkulturerbestätte der Völklinger Hütte, die nach einer kurzweiligen Fahrt und einem sehr kurzen Fußweg erreicht wurde. Nun kam die Qual der Wahl. Denn mehrere Dauerausstellungen, die Sonderausstellung X-RAY zum Thema Röntgen und natürlich das technische Denkmal der Hütte, standen zur Auswahl.
Je nach Interesse besichtigte man in kleinen Gruppen oder auch alleine die Attraktionen. Die Sonderausstellung X-RAY in der riesigen, ehemaligen Gebläsehalle zeigte viele Facetten und Anwendungsmöglichkeiten der Röntgenstrahlen. Die Technikinteressierten hatten natürlich das eigentliche Hüttenwerk zum Hauptziel. Das technische Denkmal der Völklinger Hütte ist das weltweit einzige vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung und zugleich das erste Industriedenkmal jener Epoche, das in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde und zwar im Jahre 1994.
Aufgrund der erhaltenen Vollständigkeit des Eisenwerks kann man den kompletten Herstellungsprozess nachvollziehen. Die in der sog. Möllerhalle hergestellte Hochofenmischung aus Eisenerz, Sinter, Schrott und Kalk wurde in die Hängebahnwagen verladen und über den Erzschrägaufzug zur Gichtbühne transportiert. Hier oben auf der Gichtbühne wurden dann die sechs Hochöfen mit der Hochofenmischung und dem Koks aus der eigenen Kokerei beladen. Bei Temperaturen bis zu 2000° entstand in den Hochöfen das Roheisen, der Stoff, der die Grundlage für die Stahlerzeugung bildete. Auf dieser Gichtbühne, die heute zugleich eine „atemberaubende“ Aussichtsplattform darstellt, kann man noch die Hängebahnwagen und die Deckel der einzelnen Hochöfen sehen.
Allzu schnell verging die Zeit und so hieß es, sich wieder auf den Weg zum Bus zu machen. Voller Eindrücke, aber mit leerem Magen, fuhr man dann mit dem Bus wenige Kilometer weiter nach Saarbrücken zur Stärkung in das „Brauhaus zum Stiefel“, wo die Reisegruppe schon freundlich erwartet wurde. Das vorbestellte Essen ließ nicht lange auf sich warten und mit dem hausgebrauten Bier wurde der Durst gelöscht. Und dann ging es auch schon wieder weiter zum Bus, der ganz in der Nähe des Brauhauses die Gruppe wieder in Empfang nahm. Es war insgesamt ein informativer Tagesausflug mit kurzen Fußwegen zu einem sehenswerten Industriedenkmal und sehenswerten Ausstellungen.
Bleibt noch ein Hinweis auf die nächste Veranstaltung der Sankt Martins-Nachbarschaft, nämlich das Sommerfest am Sonntag, den 16.08.2026, nachmittags im Casino Ahsenmacher. Weitere Informationen unter www.st-martins-nachbarschaft.de.
Oben auf der Gichtbühne hat man einen atemberaubenden Überblick über die Hochöfen und die Umgebung Foto: H. Lohrum
