Allgemeine Berichte | 03.11.2017

Historischer Verein Andernach e.V.

Informativer Besuch in Trier

Jahreshauptversammlung am 28. November

Der historische Verein Andernach besuchte die Römerstadt Trier.Privat

Andernach/Trier. Vor kurzem fand die für dieses Jahr letzte Exkursion des Historischen Vereins Andernach statt, Ziel war diesmal das Stadtmuseum in Trier.

In den mittelalterlichen Räumen des Simeonstifts eingerichtet, befindet sich das Museum direkt neben der Porta Nigra. Auf einer Gesamtfläche von ca. 1000 m² zeigt die Dauerausstellung Kunst- und Kulturschätze vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, oftmals Schenkungen bedeutender Trierer Bürger. Entsprechend vielfältig zeigen sich die Sammlungen, bestehend aus Gemälde, Skulpturen, Kunsthandwerk, Möbel, Kleinplastik. Die Objekte werden hierbei durch Modelle, interaktive Bereiche, Hörstationen und Filme ergänzt. Sonderausstellungen, die sich Trierer Künstlern oder mit der Stadt verbundenen historischen und zeitgenössischen Themen widmen und regelmäßig wechseln, runden den interessanten Gesamteindruck ab.

Die Mitglieder konnten sich durch eine Führung davon in eindrucksvoller Weise ein Bild machen. Besonders augenfällig war in der Präsentation der Exponate der Einsatz von farbigen Hintergründen und Halterungen, bzw. Vitrinen, die in einzelnen Sälen in einem auffälligen Rot gehalten waren, in einem anderen Raum in einem kräftigen Gelb. Erstaunlicherweise empfindet der Betrachter diese Grundfarbe im Raum als belebend und verbindend und ganz und gar nicht als störend.

Die Ausstellungsräume sind thematisch gegliedert. In den „roten“ Räumen etwa der sagenhafte Gründer der Stadt, „Trebeta“, und die Stadtgeschichte von der Antike bis heute, im gelben Saal werden mittels Objekten und Medienstationen Themen wie Wirtschaft, Tourismus, Verkehr, Glaubensgemeinschaften, Sport und kulturelles Leben beleuchtet. Interessant auch die Sonderausstellungen: Zunächst der 1985 verstorbene Trierer Künstler Peter Krisam, dessen Gemälde in der Vorkriegszeit, während der NS-Herrschaft und in der Nachkriegszeit stets dem Gegenständlichen verhaftet bleiben, dabei im Wesentlichen im expressiven Realismus anzusiedeln sind. Besonders beeindruckend und berührend seine Porträts, beschwingt seine Reiseimpressionen. Ein besonderes Zeitdokument sind die Zeichnungen kriegszerstörter Dörfer und Momentaufnahmen aus einem amerikanischen Kriegsgefangenenlager. Völlig anders die zweite Ausstellung, die Kleid-Modelle von Student/Innen der Fachrichtung Modedesign zeigt, welche 1995 anlässlich des EU-Japanfestes der Kulturhauptstadt Luxemburg entstanden sind. Als Grundlage für die Stoffe der Kleider wurde die alte traditionelle Färbetechnik des „Shibori“ eingesetzt. In unendlicher Kleinarbeit entstehen durch Batik und Nähnadel, Wringen und Falten äußerst kunstvolle Muster, die die Besucher staunen ließen. Die kreative Verarbeitung tat ihr Übriges.

Mit vielen Ideen und Eindrücken fuhren die Mitglieder des Historischen Vereins Andernach wieder nach Hause. Diese zahlreichen Anregungen, die sich über den Besuch verschiedener Stadtmusen in erreichbarem Umfeld von Andernach über zwei Jahre in den Köpfen der Exkursionsteilnehmer angesammelt haben, sollen nun in der Jahreshauptversammlung noch mal besprochen werden und die Beeindruckendsten unter ihnen festgehalten werden, als Ideengrundlage für ein Andernacher Stadtmuseum, denn man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

Jahreshauptversammlung

Hiermit sind alle Mitglieder zur Jahreshauptversammlung am 28. November um 19 Uhr im Parkhotel am Schänzchen eingeladen. Neben der Bilanz 2017 stehen der Bericht des Vorstands, der Kassenprüfer und Neuwahl des Vorstands sowie ein Ausblick auf die Themen 2018 auf dem Programm. Besonderes Schmankerl: Der Vortrag von Professor Dr. W. Schmid aus Trier/Winingen, der die Epitaphe der Junker Daniel Schilling von Lahnstein in Andernach und Konrad Schillinge von Kottenheim vorstellt, also Grabmalkunst der Gotik und der Renaissance im Raum Mayen-Koblenz.

Der historische Verein Andernach besuchte die Römerstadt Trier.Foto: Privat

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