Lokalsport | 26.05.2026

B-Jugend schafft Regionalliga

JSG Weibern/Rhein-Nette weibliche B-Jugend qualifiziert sich für RPS-Regionalliga 2026/27

Die stolze JSG Weibern/Rhein-Nette

Weibern/Rhein-Nette. Die weibliche B-Jugend der JSG Weibern/Rhein-Nette schafft die Sensation und qualifiziert sich für die kommende Saison 2026/27 für die RPS-Regionalliga.

Unmittelbar nach Gewinn der Meisterschaft in der Pokalrunde der RPS-Regionalliga 2025/26, den das Team noch als C-Jugend einfahren konnte, stellten sich die Spielerinnen und das Trainerteam der JSG die Frage, ob man sich für die anstehende Qualifikation zur B-Jugend Regionalliga anmelden sollte. Dabei war von vorneherein klar, dass das Team, welches sich ausschließlich zur Hälfte aus Spielerinnen des jüngeren 2011er B-Jugendjahrgangs und zur anderen Hälfte aus Spielerinnen des 2012er C-Jugendjahrgangs zusammensetzt, als mit Abstand jüngste Mannschaft antreten würde. Trotz dieses Altersdefizits gegenüber der Konkurrenz entschieden sich die Spielerinnen geschlossen die Herausforderung anzunehmen. Dabei sollte es zunächst darum gehen in der ohnehin langen Wettkampfpause noch einmal an zwei Turniertagen vier Spiele zu bestreiten und an den Spielen gegen die ältere Konkurrenz zu wachsen. Doch es kam alles anders.

Am ersten Turniertag trafen die Mädels der JSG Weibern/Rhein-Nette zunächst mit der hochfavorisierten HSG Wittlich auf den späteren Turniersieger. Dabei startete man aus JSG Sicht bis zum Spielstand von 1:4 zunächst etwas schläfrig in die Partie, konnte sich aber bis zum Halbzeitstand von 7:10 in Schlagdistanz zur HSG Wittlich halten. Nach der Pause musste die JSG jedoch abreißen lassen. Neben ungenutzten klaren Torchancen schlichen sich zu viele einfache technische Fehler ins Spiel der JSG ein, welche von der HSG Wittlich über ein konsequentes, schnelles Umschaltspiel bestraft wurden. So musste die JSG schließlich eine im Ergebnis etwas zu deutliche, jedoch verdiente 9:20 Niederlage hinnehmen.

Im zweiten Spiel des Tages traf man auf die Bundesligareserve der HSG Kastellaun-Simmern. Auch hier ging die JSG Weibern/Rhein-Nette als klarer Underdog ins Spiel. Auch hier konnte sich die gegnerische Mannschaft der HSG Kastellaun-Simmern II über schnelle Tore in der Anfangsphase auf 1:3 absetzen. Im Anschluss drehten die selbstbewusst auftretenden Mädels der JSG jedoch auf und konnten das Spiel bis zur Pause auf 9:5 drehen. Diesen Vorsprung sollte man in Halbzeit zwei nicht mehr abgegeben. Auch eine doppelte Unterzahl-Situation überstand die JSG souverän. Über ein ansprechendes Angriffsspiel kam man immer wieder zu klaren Torchancen, die effizient genutzt wurden. Das Selbstbewusstsein der Mädels nahm mit zunehmender Spieldauer sichtlich zu. Alle Spielerinnen strahlten die nötige Torgefahr aus und in der Deckung verteidigte man die Angriffe der gegnerischen Mannschaft sehr leidenschaftlich, profitierte dabei sicherlich auch von einer starken Torfrauenleistung. Die JSG Weibern/Rhein-Nette sicherte sich mithin einen hochverdienten 18:14 Sieg gegen die favorisierte HSG Kastellaun-Simmern II und hatte nach dem ersten Turniertag die ersten beiden Punkte eingefahren.

Am zweiten Turniertag traf die JSG auf den bis dato punktlosen HC Koblenz. In einer zunächst torarmen Partie konnte sich die JSG einen 5:2 Halbzeitvorsprung erarbeiteten. Dabei lieferten die Mädels der JSG eine famose Abwehrleistung ab, gewannen nahezu jedes Eins-gegen-Eins Duell und zwangen den HCK somit immer wieder in sehr lange Angriffe. Leider schlichen sich im eigenen Angriffsspiel einige Konzentrationsfehler ein, die einen noch höheren Halbzeitvorsprung verhinderten. Im zweiten Durchgang trat man im Angriff wesentlich entschlossener auf und konnte einige Ballgewinne in der nach wie vor überragenden Deckung in eigene schnelle Tore ummünzen. Am Ende des Spiels stand ein verdienter, souveräner 14:8 Sieg gegen den HC Koblenz. Aufgrund des anschließenden Sieges der HSG Wittlich gegen den TV Engers stand die Qualifikation zur RPS Regionalliga bereits vor dem letzten Spiel fest. Der zunächst präsente Unglaube in den eigenen Reihen wandelte sich schnell in große Freude und Stolz über den erreichten Meilenstein.

Im letzten Spiel des Turniers traf man auf den gleichfalls bereits qualifizierten, hochfavorisierten TV Engers. Trotz des deutlichen Spielverlaufs und dem klaren Halbzeitvorsprung von 4:10 zugunsten des TV Engers, sah sich die JSG etwas überraschend über die gesamte Spieldauer fast ausschließlich der ersten Sieben des TV Engers gegenüber. Dabei stellte der Engerser Rückraum um die stark aufspielende ehemalige HSVlerin Pauline Mayer ihre Durchschlagskraft in einigen Duellen unter Beweis und konnte gegen die JSG zu viele Tore über das Deckungszentrum erzielen. Über die gesamte Spieldauer konnte die JSG, welche die Spielanteile nochmal auf alle Schultern verteilte, gegen die im Schnitt deutlich älteren und regionalligaerfahrenen Spielerinnen des TV Engers, punktuell Akzente setzen. Im Ergebnis stand ein aus JSG Sicht akzeptabler Endstand von 9:18 auf der Anzeigetafel.

Das JSG-Trainerteam um Viona Derichs, Julian Dannenberg, Kevin Scholl und Patrick Heckenbach zeigte sich im Anschluss an die beiden Turniertage unisono überaus zufrieden: „Mit der Regionalliga-Qualifikation ohne eine einzige Spielerin des älteren 2010er Jahrgangs haben die Mädels Historisches geschafft und sind als Team über sich hinausgewachsen. Insbesondere im Spiel gegen die HSG Kastellaun-Simmern II sind die Mädels bereits sehr reif und selbstbewusst aufgetreten. Daran müssen wir weiterarbeiten. Wir blicken zusammen mit der Mannschaft voller Vorfreude auf eine weitere Saison in der RPS-Regionalliga. Wir möchten das Ganze als ambitioniertes Abenteuer angehen. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir wohl in der kommenden Saison fast ausschließlich als klarer Underdog in die Begegnungen gehen werden. Doch gerade das sind die Spiele, aus denen die Mädels sehr viel für die kommenden Jahre lernen können. Wir sind froh und stolz, dass sich die Mannschaft für die Teilnahme an der Qualifikation entschieden hat und dieser sportliche Ehrgeiz nun belohnt wurde. Wir trauen den Mädels grundsätzlich sehr viel zu, sind überzeugt vom eingeschlagenen Weg, können es aber auch noch nicht ganz fassen. Der Stolz über das Geleistete ist riesig.“

Mit der erreichten Qualifikation steht nun auch fest, dass die JSG für eine Heimspielstätte in Andernach eine Harzgenehmigung benötigt. Die zu diesem Thema in Kürze erwarteten politischen Entscheidungen werden von den aktiven Spielerinnen mit Vorfreude und Spannung erwartet.

Für die JSG liefen auf: Leonie Groß, Lisa Wehner (Tor); Hanna Gabriel, Lea Rach, Leni Reintges, Hannah Specht, Sarah Wingender, Frida Gilcher, Nele Nalbach, Lene Becker, Yeliz Zengin, Franziska Binot, Hanja Renner, Finya Finke

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Die stolze JSG Weibern/Rhein-Nette Foto: Viktor Rach

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