Rhein-Mosel-Fachklinik und Stadt Andernach gedenken der Opfer der Naziherrschaft
Kränze am Mahnmal niedergelegt
Gemeinsames Erinnern an die schrecklichen Euthanasie-Verbrechen
Andernach. Mehr als 70.000 Menschen mit Behinderung oder einer psychischen Erkrankung wurden während des Zweiten Weltkriegs vom Naziregimes im Rahmen des sogenannten Euthanasie-Programms ermordet. Weit mehr als 1000 von ihnen wurden von der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Andernach, der heutigen Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF), in die Tötungsanstalten oder weitere Zwischenlager gebracht. Deshalb gedachten anlässlich des bundesweiten Gedenktages an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz Patienten und Mitarbeiter der Klinik gemeinsam mit Vertretern der Stadt Andernach denjenigen, die den schrecklichen Gräueltaten des Euthanasie-Verbrechens zum Opfer gefallen sind.
Unter der Leitung der Pfarrer Joachim Wagner und Jürgen Gundalin wurde zunächst ein ökumenischer Gottesdienst in der Kapelle der RMF abgehalten. Besonderes Augenmerk lag dabei auf einer Rede, die Raoul Mainka, Krankenpflegeschüler im zweiten Jahr, vortrug. Der von Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der RMF, vorbereitete Text befasste sich mit dem im September 2014 in Berlin eingeweihten Mahnmal für die Hunderttausenden Behinderten und Insassen von Heilanstalten, die von den Nazis über das sogenannte Euthanasie-Programm hinaus umgebracht wurden. Vor der Kapelle hatten weitere Krankenpflegeschüler der RMF Texte und Bilder aufbereitet, die den Besuchern die grauenvollen Geschehnisse darlegten. Nach dem Gottesdienst fuhren die Teilnehmer gemeinsam zum „Andernacher Spiegel-Container“ in der Innenstadt. Das Mahnmal an der Christuskirche erinnert an die vielen Opfer, die zwischen 1941 und 1944 über die damalige Heil- und Pflegeanstalt zur Tötung nach Hadamar gebracht oder deportiert wurden. Am Mahnmal legten Vertreter von Stadt, Klinik und dem „Verein Psychiatrie-Erfahrener Rheinland-Pfalz“ Kränze nieder.
Pressemitteilung des
Landeskrankenhaus (AöR)
