Politik | 09.08.2026, 20:36 Uhr

Zukunft in Kruft sichern

Kruft: Bürgermeisterkandidat Jürgen Zinken erläutert seine Schwerpunktthemen.

Jürgen Zinken möchte mit seiner Verwaltungserfahrung und seinem offenen und herzlichen Gemüt die Krufter für sich gewinnen.
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Kruft. Kruft ist eine starke, lebenswerte Gemeinde mit rund 4.500 Einwohnerinnen und Einwohnern. Kruft

steht

vor wichtigen Herausforderungen: bei der Nahversorgung, der Entwicklung unseres Ortskerns, bei Kinderbetreuung und Infrastruktur sowie bei der Frage, wie wir unsere Lebensqualität auch in Zukunft erhalten können.

Ein Thema, das viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigt und in den zurückliegenden Wochen immer wieder die Frage war, warum es in Kruft nur einen NETTO-Markt gibt und weshalb sich kein weiterer moderner Supermarkt – möglichst mit Frischetheke – ansiedelt. Ein wesentlicher Grund sind die derzeitigen raumordnerischen Vorgaben. Kruft ist als „nichtzentraler Ort“ eingestuft. Die Grundzentren in unserer Umgebung sind Ochtendung, Mendig und Plaidt. Diese Einstufung begrenzt unter anderem die zulässige Größe von Einzelhandelsflächen.

Bereits vor rund zehn Jahren konnte die Gemeinde gemeinsam mit Plaidt und durch die Anpassung des Bebauungsplans sowie eines neuen Einzelhandelskonzepts die Erweiterung des NETTO-Marktes auf rund 1.300 Quadratmeter ermöglichen. Ein weiterer Markt in vergleichbarer Größe wäre nach den heutigen Vorgaben jedoch nicht genehmigungsfähig. Gleichzeitig hat sich der Lebensmitteleinzelhandel verändert. Moderne Vollsortimenter benötigen häufig Verkaufsflächen von etwa 1.200 bis 2.000 Quadratmetern, um ein umfassendes Sortiment, Frischeangebote und eine wirtschaftliche Betriebsweise miteinander zu verbinden. Wenn die notwendigen Flächen nicht zur Verfügung stehen, wird es zunehmend schwieriger, Investoren und moderne Lebensmittelmärkte für Kruft zu gewinnen. Das kann langfristig dazu führen, dass Bürgerinnen und Bürger für ihren täglichen Einkauf auf die Nachbarorte ausweichen müssen. Deshalb müssen wir die planungsrechtlichen Voraussetzungen überprüfen und dort weiterentwickeln, wo sie den heutigen wirtschaftlichen Anforderungen nicht mehr entsprechen. Kruft braucht eine leistungsfähige und wohnortnahe Nahversorgung.

Ortskern und Dorfplatz weiterentwickeln

In den vergangenen zehn Jahren hat das Städtebauförderprogramm „Kleine Städte – Ländliche Zentren“ wichtige Entwicklungen in Kruft ermöglicht. Projekte wie die Umgestaltung der Alten Chaussee und der ehemaligen Kreuzung mit dem neuen Kreisel wären ohne diese Förderung nur schwer zu finanzieren gewesen. Auch private Modernisierungsmaßnahmen im alten Ortskern konnten unterstützt werden. Das Programm ist im Mai dieses Jahres ausgelaufen. Damit ist die Entwicklung unseres Ortskerns jedoch keineswegs abgeschlossen. Im Gegenteil: Dorfplatz und Ortskern müssen wieder attraktiver werden. Die Aufenthaltsqualität soll verbessert und der Ortskern zu einem Ort werden, an dem Menschen gerne einkaufen, sich treffen und Zeit verbringen. Dabei darf die Entwicklung nicht allein von oben vorgegeben werden. Entscheidend ist die Frage: Was wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger für ihren Ortskern? Deshalb möchte ich gemeinsam mit den Menschen in Kruft Ideen entwickeln und regelmäßige Bürgerdialoge nutzen, um konkrete Projekte und Lösungen auf den Weg zu bringen.

Finanzielle Möglichkeiten sinnvoll nutzen

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Mittel aus dem Sondervermögen für die Pellenz zwischen der Verbandsgemeinde und den fünf Ortsgemeinden Kretz, Kruft, Nickenich, Plaidt und Saffig im Verhältnis 50:50 aufgeteilt werden. Auch wenn es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt. Gerade genau aus diesem Grund! Nach diesem Modell würden rund 4,645 Millionen Euro auf die Ortsgemeinden entfallen. Bei einer Verteilung nach Einwohnerzahlen könnte Kruft davon etwas mehr als 1,25 Millionen Euro erhalten. Diese Mittel könnten gezielt für wichtige Zukunftsaufgaben eingesetzt werden – beispielsweise für unsere Kindergärten, die Sportförderung, Gemeinschaftsstiftende Treffpunkte für Junge und ältere Generationen. Auch Investitionen in die Energie- und Wärmestrukturen unserer kommunalen Gebäude sind sinnvoll. Sie können langfristig Kosten senken und dadurch finanzielle Spielräume für weitere Projekte schaffen. Dem Thema Klimawandelanpassung haben wir uns in Zukunft ebenso zu stellen. Wir spüren es seit Wochen. Hitze und Trockenheit belasten uns zunehmend. Wie gehen wir zukünftig damit um. Die Frage müssen wir ernst nehmen!

Wichtige Grundpfeiler für eine gesellschaftliche Entwicklung unseres Ortes sind das Ehrenamt, Offenheit, Transparenz und Beteiligung.

Unsere Vereine sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens in Kruft. Sie schaffen Begegnungen, fördern Gemeinschaft und tragen wesentlich zur Lebensqualität in unserer Gemeinde bei. Deshalb möchte ich das Ehrenamt stärker unterstützen und mich gezielter an den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Vereine orientieren.

Gleichzeitig brauchen wir wieder mehr Miteinander und gegenseitigen Respekt. Kruft soll ein Ort sein, an dem Menschen unterschiedlichen Alters gerne leben und sich zuhause fühlen. Dazu gehören attraktive öffentliche Räume, moderne Spielplätze als Treffpunkte für Familien und auch neue Angebote für ältere Menschen – beispielsweise eine Seniorenwerkstatt für aktive Seniorinnen und Senioren.

Gute Entscheidungen entstehen durch gute Gespräche. Ich möchte deshalb einen offenen und ehrlichen Dialog fördern und Menschen zusammenbringen. Dazu gehört auch mehr Transparenz in der Kommunalpolitik. Bürgerinnen und Bürger sollen regelmäßig darüber informiert werden, welche Themen anstehen, welche Sitzungen stattgefunden haben und welche Entscheidungen getroffen wurden.

Gleichzeitig müssen die Menschen die Möglichkeit haben, ihre eigenen Ideen einzubringen. Regelmäßige Bürgerdialoge sollen deshalb ein fester Bestandteil der politischen Arbeit werden. Bürgerbeteiligung bedeutet für mich jedoch nicht, wichtige Entscheidungen aufzuschieben. Die aktuellen Herausforderungen müssen gleichzeitig konsequent angegangen werden.

Kruft braucht klare Entscheidungen für die Zukunft

Vor uns liegen wichtige Aufgaben. Dazu gehören die Fertigstellung der neuen Kindertagesstätte, die Entwicklung des ehemaligen Magnesita-Geländes zu einem modernen Areal für Wohnen, Kultur und Gewerbe sowie die schwierige Auseinandersetzung mit unserer Nachbargemeinde Kretz beim Thema Schwimmelberg. Bei der geplanten gewerblichen Entwicklung auf dem ehemaligen Tubag-Gelände müssen die Interessen Krufts berücksichtigt werden. Ein Logistikstandort mit möglicherweise rund 700 zusätzlichen Lkw-Fahrten täglich über die Tubag-Allee würde die Lebensqualität unserer Gemeinde erheblich beeinträchtigen und birgt enormes Gefahrenpotential in sich. Ich bin ausdrücklich kein Gegner wirtschaftlicher Entwicklung. Eine starke Wirtschaft ist eine wichtige Grundlage für kommunale Handlungsfähigkeit und Daseinsvorsorge. Aber wirtschaftliche Entwicklung muss auch einen nachvollziehbaren Nutzen für die Region und ihre Menschen haben. Wenn eine Ansiedlung kaum finanzielle Vorteile für die Gemeinde bringt, gleichzeitig aber erhebliche zusätzliche Belastungen durch Verkehr und Infrastruktur verursacht, muss eine Kommune die Möglichkeit haben, diese Entwicklung kritisch zu hinterfragen. Der Erhalt unserer Lebensqualität muss deshalb eines der wichtigsten Ziele der kommenden Jahre sein.

Kruft hat gute Voraussetzungen. Wir haben eine starke Gemeinschaft, engagierte Vereine, aktive Bürgerinnen und Bürger und viele Möglichkeiten, unsere Gemeinde weiterzuentwickeln. Dafür brauchen wir Mut zu Veränderungen, realistische Lösungen und den Willen, miteinander zu arbeiten. Ich möchte Kruft gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickeln: mit einer modernen Nahversorgung, einem attraktiven Ortskern, einer guten Infrastruktur, starken Vereinen und einer transparenten Kommunalpolitik.

Kruft ist unsere Heimat. Diese Heimat zu erhalten und gleichzeitig zukunftsfähig zu gestalten, ist eine gemeinsame Aufgabe. Dafür möchte ich mich mit ganzer Kraft einsetzen.

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Jürgen Zinken möchte mit seiner Verwaltungserfahrung und seinem offenen und herzlichen Gemüt die Krufter für sich gewinnen. Foto: Dieter Walter

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