Jetzt weiden Rinder auf der Permakultur in Eich
„Lebende Rasenmäher“ für die ökologische Landschaftspflege
Andernach. Die Permakultur „Lebenswelten“ in Eich hat drei neue Bewohner: Drei gut ein Jahr alte weibliche Rinder der Rasse Hereford bevölkern jetzt eine mehr als vier Hektar große Fläche auf dem ökologischen Vorzeigeprojekt. Hier werden sie unter anderem auch als „lebende Rasenmäher“ ihren Beitrag für die ökologische Landschaftspflege auf dieser Kompensationsfläche der Stadt leisten. Darüber hinaus gehört Rinderhaltung traditionell zur Landwirtschaft, die ja ein zentraler Punkt der Permakultur ist. Diese aus der Eifel (Bitburg) stammenden Tiere können sich nun nach Herzenslust auf dem vier Hektar großen Areal frei bewegen. Dort steht ihnen bald auch ein wind- und wettergeschützter fester Unterstand zur Verfügung, den sie betreten und verlassen können, wie sie es wollen. Diese sogenannte Offenstallhaltung ist für Hereford-Rinder ideal. Denn sie sind sehr robust und anpassungsfähig. Nicht nur diese Kriterien gaben den Ausschlag dafür, dass diese Rasse für die Permakultur ausgewählt wurde. Weitere Pluspunkte sind, dass es diese Rasse, die ursprünglich aus dem britischen Herefordshire stammt, schon seit dem 17. Jahrhundert gibt. Schließlich gehört der Erhalt alter Tierrassen zum Programm der Permakultur. Die ausgewählten Tiere sind darüber hinaus genetisch hornlos und sehr gutmütig, was die Haltung erleichtert. Jetzt können die Rinder die saftigen Wiesen bis etwa Ende des Jahres abweiden. Dann werden sie, wie es in der Landwirtschaft nun einmal üblich ist, geschlachtet. Das Fleisch wird über den Fair-Regio-Laden vermarktet.
„Wir haben hier keinen Streichelzoo, sondern betreiben ökologische Landwirtschaft. Und da gehört das Schlachten von Tieren dazu“, betont der Geschäftsführer der für die Permakultur zuständigen Gesellschaft Perspektive, Karl Werf. Im nächsten Jahr werden dann neue Rinder die Weidelandschaft bevölkern.
Beitrag zur Artenvielfalt
Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten betont: „Die Rinder sind ein weiterer Beitrag zur Artenvielfalt auf unserem Gelände und ein weiterer Beitrag für das Gesamtprojekt „Essbare Stadt“, das wir uneingeschränkt und mit vielen neuen Ideen weiter vorantreiben.“
Im Sinne einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Nutzung aller Ressourcen
Das Gelände der „Lebenswelten“ ist eine kommunale Fläche von etwa 14 Hektar Größe nahe dem Ortsteil Eich bei Andernach. Initiiert durch die Perspektive gGmbH konnte im Frühjahr 2008 die Stadt Andernach für die Idee einer Veränderung und Neugestaltung des Geländes nach den Prinzipien der Permakultur gewonnen werden. Grundgedanke der Permakultur ist das Wirtschaften mit erneuerbaren Energien und naturnahen Stoffkreisläufen im Sinne einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Nutzung aller Ressourcen. Inzwischen haben sich die „Lebenswelten“ zu einem oft besuchten Erholungsgebiet für Bürger und Bürgerinnen entwickelt. Freizeitmöglichkeiten und landwirtschaftliche Nutzung ergänzen einander. Elemente wie Bienenweide und Schmetterlingswiese sind Naturschutz-Ausgleichsflächen. Gemüsegarten und Freigehege für seltene Nutztierrassen dienen der Bildung von Umwelt-Verständnis bei Mitarbeitern und Besuchern. So bietet das Gelände auch die Möglichkeit von Betreuungs- und Bildungsangeboten für Schulklassen und Kindergärten und ist gleichzeitig Arbeitsort mit sinnvollen und zielführenden Arbeits- und Beschäftigungsangeboten für Mitarbeiter der Perspektive gGmbH. Auf der Grundlage der Permakultur ist auch die Idee, Planung Umsetzung der „Essbaren Stadt“ entstanden. Bei der Pflanzung und Pflege sind hier die Teilnehmer täglich im Einsatz.
Pressemitteilung der
Stadtverwaltung Andernach
