Walter Mürtz ist zum Saisonende beim FC Plaidt ausgeschieden
„Mit ein bisschen Wehmut, aber ohne Groll“
„Blick aktuell“ im Interview mit dem Fußball-Trainer
Plaidt. Er ist 61 Jahre alt und seit 40 Jahren lizenzierter Fußballtrainer. Er hat zahlreiche Trainerstationen (unter anderem TuS Koblenz, A-Junioren und SC 07 Bad Neuenahr, Frauen) hinter sich. Regional-Südwestmeisterschaften, Rheinland-Meistertitel, Rheinland-Pokalsiege, Landesliga- und Bezirksligameisterschaften und mehr - seine Erfolgsgeschichte ist lang und beeindruckend. Die Rede ist von Walter Mürtz, der seit vielen Jahren auf den Sportplätzen des Fußballverbandes Rheinland zuhause ist. In der neuen Saison wird man den Plaidter Fußballfachmann in der Fußball-Szenerie wohl vermissen. Mürtz war zuletzt lange Jahre beim FC Plaidt tätig und ist dort zum Saisonende ausgeschieden.
„Blick aktuell“: Der Juniorentrainer Walter Mürtz und der FC Plaidt waren in der Vergangenheit viele Jahre ganz eng miteinander verbunden. Der Abschied kommt überraschend.
Walter Mürtz: Die Trennung hat sich schon vor einem halben Jahr angedeutet. Die A-Jugend bestand zum größten Teil aus Spielern des ältesten Jahrgangs, die dementsprechend für die beiden Seniorenmannschaften spielberechtigt waren. Wegen der häufigen Abstellung der Jungs hatte ich erhebliche Auseinandersetzungen mit Volker Schambach, dem Trainer der ersten Mannschaft. Das führte so weit, dass ich vier Spieltage vor Saisonschluss mein Amt zur Verfügung stellte. Ich ließ mich schließlich überreden, doch noch bis zum Saisonende weiterzumachen.
„Blick aktuell“: Ihr Verhältnis mit dem neuen Abteilungsleiter Denis Kleemann soll auch nicht das Beste gewesen sein?
Walter Mürtz: Ich hatte mit Denis keine Probleme. Das Resultat unserer gemeinsamen Arbeit kann sich sehen lassen. Bekanntlich rücken acht A-Jugendspieler in den Seniorenkader und nur drei Akteure verlassen den Verein.
„Blick aktuell“: Und trotzdem hat Ihnen der FC Plaidt keine neue Trainerstelle angeboten?
Walter Mürtz: Ganz einfach, weil keine vorhanden ist. Der FC besitzt in der neuen Saison keine B-und A-Jugend. Im Jugendbereich kommen für mich nur diese Jahrgänge in Frage. Im Seniorenlager sind die Trainerstellen durch Schambach und Udo Kreier besetzt.
„Blick aktuell“: Sie scheiden also nicht im Ärger vom FC Plaidt?
Walter Mürtz: Ein bisschen Wehmut ist nach all den Jahren schon dabei, aber ich scheide nicht im Groll. Das Umfeld hat meine Arbeit respektiert und der Vorstand hat mir bei meiner Verabschiedung sogar die Silberne Ehrennadel des Vereins überreicht. Mit meiner offenen Art habe ich mich allerdings nicht allzu großer Beliebtheit erfreut.
„Blick aktuell“: Würden Sie den FC Plaidt für eine Trainertätigkeit empfehlen?
Walter Mürtz: Auf jeden Fall, die Arbeitsbedingungen sind ideal. Du bekommst jedmögliche Unterstützung, die Verantwortlichen haben immer ein offenes Ohr für deine Wünsche. Ich konnte mich da wirklich nicht beschweren.
„Blick aktuell“: Was werden Sie denn mit der Ihnen jetzt ungewohnten Freizeit anfangen?
Walter Mürtz: In Sachen Fußball will ich natürlich auf dem Laufenden bleiben, mich aber in erster Linie einmal den Dingen widmen, die ich in der Vergangenheit vernachlässigt habe. Da steht einiges an, worauf ich mich richtig freue.
„Blick aktuell“: Und wann wollen Sie Ihre Trainerlaufbahn fortsetzen?
Walter Mürtz: In der kommenden Saison auf keinen Fall. Was dann ist, kann ich nicht vorhersagen. Vielleicht gefällt mir das neue Leben und ich bin von der Fußballsucht geheilt.
„Blick aktuell“: Herr Mürtz, vielen Dank für das nette Gespräch.
