Allgemeine Berichte | 01.07.2026, 13:56 Uhr

Nachhaltige Pflege mit Schafen

Natürliche Landschaftspfleger in Andernach

Weideschafe im Regenrückhaltebecken im Gewerbegebiet „Am weißen Haus“ in Andernach.
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Weideschafe am Regenrückhaltebecken im Gewerbegebiet

Andernach. Wer derzeit am Regenrückhaltebecken im Gewerbegebiet „Am weißen Haus“ vorbeikommt, wird von einem ungewöhnlichen Anblick begrüßt:

Auf der rund 3.000 Quadratmeter großen Fläche verrichten Schafe die Pflegearbeiten.

Die Tiere übernehmen dort die Aufgabe, den Bewuchs des Beckens auf natürliche Weise „abzumähen“ – und das mit großem Erfolg.

Die Beweidung ist Teil eines nachhaltigen Pflegekonzeptes, das Klimaschutz, Artenvielfalt und Wirtschaftlichkeit miteinander verbindet. Nach der ersten Saison fällt die Bilanz positiv aus: Rund 98 Prozent der Vegetation wurden von den Schafen gepflegt. Nur einzelne Pflanzen mussten anschließend noch händisch entfernt werden.

„Dieses Projekt zeigt beispielhaft, wie Klimaschutz und Naturschutz Hand in Hand gehen können“, sagt Oberbürgermeister Christian Greiner. „Wir reduzieren nicht nur Pflegeaufwand und Ressourcenverbrauch, sondern erhalten und fördern zugleich wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.“

Auch die Entstehung des Regenrückhaltebeckens folgt einem besonderen Ansatz. Statt einer Abdichtung aus Beton oder Kunststofffolie wurde eine 60 Zentimeter starke Tonschicht verwendet. Ton ist ein natürlicher Baustoff und verursacht deutlich weniger CO₂-Emissionen als herkömmliche Bauweisen. Ergänzt wurde das Konzept durch eine gebietsheimische Wildkräuter-Saatgutmischung. Ziel war es von Beginn an, nicht nur eine technische Anlage zu errichten, sondern zugleich einen ökologisch wertvollen Lebensraum zu schaffen.

Die Schafe leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Da sie bevorzugt Gräser fressen, bleiben viele Kräuter und Blütenpflanzen erhalten. Das sorgt für ein größeres Nahrungsangebot für Insekten und stärkt damit die gesamte Nahrungskette – von Bestäubern bis hin zu Vögeln und Kleinsäugern.

Die beteiligten Fachabteilungen prüfen bereits weitere geeignete Standorte im Stadtgebiet. Auch bei künftigen Neubauprojekten soll die naturnahe Bau- und Pflegeweise nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

Pressemitteilung Stadt Andernach

Weideschafe im Regenrückhaltebecken im Gewerbegebiet „Am weißen Haus“ in Andernach. Foto: Regina Unruh

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