Stadtmuseum Andernach
Neuer „Andernacher Beitrag“ von Michael Harbeke beleuchtet Leben und Werk von Fritz Werf (1934–2021)
aus Andernach
Andernach. Rund 100 Gäste begrüßte Bürgermeister Claus Peitz jüngst anlässlich der Präsentation des neuen „Andernacher Beitrags“ Nummer 43, „Der Dichter und sein Kopfalbum. Fritz Werf – Lyriker, Verleger, Kritiker. Eine Biografie“ im Historischen Rathaus.
Der Andernacher Fritz Werf (1934–2021) war ein Lyriker, Verleger, Übersetzer und Kritiker von besonderem Format. Er studierte Germanistik und Romanistik in Bonn und war als Realschullehrer tätig. Ihn als umtriebigen Freigeist zu bezeichnen, ist nicht vermessen. 17 Lyrik- und Erzählbände sowie 24 Übersetzungen aus dem Französischen umspannen sein umfangreiches Werk. Über ein halbes Jahrhundert führte er außerdem mit dem „Atelier Verlag Andernach“ einen erfolgreichen Kleinverlag, in dem aufwendig gestaltete Lyrikbände, politische Manifeste und avantgardistische Poesie erschienen. Mit seinem Gedicht „Ode an Charles Bukowski“ setzte Fritz Werf dem berühmten Sohn der Stadt Andernach ein Denkmal (im Buch enthalten). Im „Atelier Verlag Andernach“ veröffentlichte Werf auch zwei Lyrikbände des jüdischen Andernacher Dichters Ernst Loeb (1914–1987), der vor den Nazis nach Amerika geflüchtet war. Fritz Werf korrespondierte außerdem mit Größen des französischen und deutschen Literaturbetriebs wie Pierre Garnier, Hilde Domin und Joseph Breitbach. Mit anderen Kunstinteressierten aus Andernach hatte er das „Atelier Theater“ gegründet, welches über viele Jahre das kulturelle Leben der Stadt bereicherte. Werf war nicht zuletzt auch jahrzehntelang für den Südwestfunk tätig und schrieb für Kulturmagazine und Zeitungen wie das „d‘Lëtzebuerger Land“.
Diese beeindruckende Lebensleistung würdigte Wolfgang Redwanz in einer Laudatio, die auch auf die politischen Umstände des Wirkens von Fritz Werf einging. Anschließend führte der Autor der Biografie, Michael Harbeke, in sein Werk und seine Arbeitsweise ein. Der in Nickenich lebende, studierte Historiker und Lyriker hat den umfangreichen Nachlass Fritz Werfs im Andernacher Stadtarchiv und im Landesbibliothekszentrum Koblenz erstmalig ausgewertet. Er stand selbst viele Jahre in einer persönlichen Beziehung zu Fritz Werf, der ihn in seiner eigenen Dichtkunst förderte. Für musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgten Solistinnen der Kreismusikschule Mayen-Koblenz.
Die im Verlag des Stadtmuseums erschienene Biografie „Der Dichter und sein Kopfalbum“ bietet nun die Chance, das Leben und Wirken eines Andernacher Ausnahme-Poeten wiederzuentdecken. In einem Sonderteil enthält der mit historischen Fotografien und Originaldokumenten bebilderte Band außerdem über 50 Gedichte, die das lyrische Gesamtwerk Fritz Werfs repräsentieren. Der Band ist ab sofort im Museumsshop (Bagatelle, Hochstr. 92) zum Preis von 24,90 € erhältlich.
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Die Neuerscheinung präsentieren v.l.n.r.: Der designierte Bürgermeister Sammy Labidi, Autor Michael Harbeke, Rosa Werf, Wolfgang Redwanz, Bürgermeister Claus Peitz, Beigeordneter Heribert Zins, Museumsleiter Dr. Kai Seebert. Foto: Stadt Andernach