Allgemeine Berichte | 29.11.2014

Bundesweiter Vorlesetag am Bertha-von-Suttner Gymnasium

Peter Kloeppel ging mit den Schülern auf "Sendung"

Peter Kloeppel ging mit den Schülern auf "Sendung"

Andernach. Am 11. Bundesweiten Vorlesetag hatte sich auch das Bertha-von-Suttner-Gymnasium beteiligt. Zum dritten Mal organisierte Studienrat Thorsten Scholz in der Mensa des Gymnasiums eine Lesung für die 5. Klassen der Schule. Von ihren Fachlehrern begleitet, erhielten die Mädchen und Jungen einmal eine Stunde Unterricht der besonderen Art: vom RTL-Nachrichtenmoderator Peter Kloeppel persönlich. Rund 110 Schülerinnen und Schüler lauschten dabei gespannt Peter Kloeppel, der sich in der Beststellerliste der Kinder- und Jugendliteratur bedient und mit „Die unendliche Geschichte“ für interessanten Lesestoff gesorgt hatte. Vorab hatten Ulrich Hotz, vonseiten der Schulleitung, und Thorsten Scholz, als Organisator des Vorlesetages, den TV-Moderator willkommen geheißen. Herr Hotz stellte dabei heraus, dass er stolz sei, eine der 80.000 Vorleseaktionen zu stellen und dafür einen solch prominenten Vorleser ergattert zu haben. Er selbst sei hoch erfreut, dass sich Herr Kloeppel einen ganzen Vormittag Zeit nehme, um für und mit den Schülern zu lesen und zu diskutieren. Peter Kloeppel zeigte sich erfreut, dass er so vielen jungen Leserinnen und Lesern seine Liebe zum gedruckten Buch näherbringen könne. „Zuhause habe ich unzählige Bücher und es gibt nichts Schöneres, als immer wieder auch ein altes, verstaubtes Buch in die Hände zu nehmen und darin zu lesen", verriet der RTL-Moderator. In einem spannenden und vor allem melodisch intonierten Vortrag verzauberte der Nachrichtensprecher im Anschluss sämtliche Zuhörer, ob groß oder klein, mit einer szenischen Lesung aus der „Unendlichen Geschichte“ und blickte abschließend in viele begeisterte Gesichter, die um eine Zugabe baten. Anschließend durften die Schülerinnen und Schüler dem Nachrichtensprecher ihre im Unterricht vorbereiteten Fragen stellen und erfuhren aus erster Hand, wie ein Tag im Studio abläuft, welche und wie viele Bücher Peter Kloeppel daheim im Regal stehen hat, was sein Lieblingsbuch ist, warum er bei der Aktion teilnimmt und wann der prominente Gast selbst liest. Abschließend bedankten sich zwei Schüler der Jahrgangsstufe fünf bei Peter Kloeppel für seine Zeit und die spannenden 45 Minuten Unterricht der anderen Art und überreichten die Urkunde der Stiftung Lesen zum 11. Bundesweiten Vorlesetag, sowie einen Bildband von Andernach. Der TV-Moderator versprach, dass er wiederkomme, wenn diese Stufe Abitur mache. Die Schülerinnen und Schüler nahmen dann noch die Gelegenheit war, mit dem Moderator das direkte Gespräch zu suchen oder sich an den Lesetischen der einzelnen Klassen nach einer neuen Lektüre umzusehen, bzw. für den nahenden Wunschzettel zu merken.

Im Anschluss wechselte das Publikum. Peter Kloeppel, der die RTL-Medienschule leitet und bis vor Kurzem zehn Jahre als Chefredakteur die Geschicke des größten privaten Fernsehsender maßgeblich mitgestaltet hat, stellte sich in einer Diskussion den Fragen der Leistungskurse Deutsch und Sozialkunde der Jahrgangsstufe 12. Thema war: „Boulevardnachrichten oder der Anspruch auf Anspruch in der täglichen Berichterstattung“. So wollten die Schüler wissen, warum einmal die Ukraine im Fokus der Nachrichten stände und an anderen Tagen wiederum nicht, obwohl sich an der Brisanz der Kriegslage eigentlich nichts geändert habe. Der Journalist gab dazu verschiedene Auswahlkriterien an, wie Neuheit, sonstige Nachrichtenlage oder schlicht, fehlendes Bildmaterial. Er bezeichnete RTL-Aktuell auch unumwunden als „Mischform zwischen „Tagessschau“ und Boulevardjournalismus“. Auf die Frage, wie er denn zum mitunter recht wilden Nachmittagsprogramm seines Senders stände, antwortete er diplomatisch: „Nicht alles entspricht meinen Geschmack, aber jede Sendung hat ihr Publikum und wenn die Menschen Tierdokumentationen sehen wollten, dann werden wir diese zeigen.“ Zur Objektivität der Medien führte er aus, dass schon die Auswahl der Nachrichten ein subjektiver Akt sei, auch wenn man sich immer um ein Höchstmaß an Objektivität bemühe. Manchmal fiele es ihm besonders schwer, seine Emotionen auszuschalten, etwa am 11. September 2001 bei den Anschlägen auf seine langjährige Wahlheimat New York, als er für Millionen von Menschen auf Sendung blieb. Am Ende gab er den angehenden Abiturienten noch mit auf den Weg: „Fernsehnachrichten allein reichen nicht aus, da muss man sich umfassender informieren.“

Peter Kloeppel ging mit den Schülern auf "Sendung"

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