Prinzengarde kehrt zu ihren „Wurzeln“ zurück
Andernachs Traditionsverein lädt nach Jahrzehnten wieder zu einer Prunksitzung an Freitagabend ein
Andernach. Ehepaare feiern am 65. Jahrestag ihrer Trauung „Eiserne Hochzeit“. Im übertragenen Sinne feiert die Prinzengarde 1896 Andernach e.V. damit in diesem Jahr ein „eisernes Jubiläum“: Denn seit dem Jahr 1948 lädt die Garde zu karnevalistischen Sitzungsveranstaltungen. Über zwanzig Jahre lang hat die Prinzengarde mit Freunden, Gönnern und Weggefährten aus Andernach und Umgebung ihre Prunksitzungen an Samstagabend und Sonntagnachmittag abgehalten. Jung gebliebene Gardisten und langjährige Gäste der Garde werden sicherlich noch Erinnerungen an alte Zeiten haben, als im damaligen Probsteihof, bei „Bitterlich“ und später dann im „Saalbau Gabel“ auch an Freitagabend Sitzungskarneval gefeiert wurde.
Zu diesen „Wurzeln“ kehrt der 117 Jahre alte Traditionsverein nun zurück und lädt zum Wochenausklang bereits am kommenden Freitag, 25. Januar ab 20.11 Uhr ein, echte Andernacher „Faasenacht“ zu feiern. Die zweite Prunksitzung beginnt dann am Samstag, 26. Januar, um 19.11 Uhr.
Selbstverständlich nicht mehr im „Saalbau Gabel“ - so viel verrät die Chronik der Prinzengarde bereits im Jahr 1978: „Die Session 1978 war angelaufen und die Eigentümer vom damaligen Saalbau auf der Koblenzer Straße kündigten die letzten Veranstaltungen in den Räumlichkeiten an“. Das Gelände war einsturzgefährdet. Nun wird in Andernachs guter Stube, der Mittelrheinhalle, gefeiert. Auch zu der inzwischen gewohnten Heimat der hiesigen Prunksitzungen gibt die Garde-Chronik aus dem Jahr 1979 interessante Textabschnitte her: „Nach den Veranstaltungen war die Ära ‚Gabel‘ zu Ende. Zu dieser Zeit befand sich bereits eine neue Stadthalle im Bau und sollte für 1981 erstmals für die karnevalistischen Veranstaltungen zur Verfügung stehen“. Dass die Mittelrheinhalle seit nunmehr 22 Jahren als Hort rheinischen Frohsinns nicht mehr wegzudenken ist, verdankt sie dem Engagement und Idealismus der Andernacher Karnevalisten.
Als dritte der vier Karnevalsgesellschaften gibt sich also nun die Andernacher Prinzengarde die Ehre.
Der Vorstand, Sitzungspräsident Paul Schmitz und fast 150 Aktive ausschließlich aus den Reihen des Prinzen-Reitercorps haben in den letzten Wochen und Monaten ihre Freizeit nicht „geopfert“, sondern zum Wohle des rheinischen Brauchtums investiert, um ihrem Publikum einen unterhaltsamen Abend zu bescheren. Und anschließend noch im Kreise der Prinzengarde gemütliche Stunden zu verbringen. Also nichts wie los, im Bürohaus Weber, Wilhelmstraße 1, die noch wenigen Restkarten sichern und teilhaben am närrischen Leben in Andernach.
