„Alkoholprävention Andernach“ stimmte Schüler nachdenklich
„Rauschbrille“ zeigte Wirkung
„Alkoholfreie Party“ findet am Schwerdonnerstag auf der Salentinstraße statt
Andernach. Um am Test mit der „Rauschbrille“ teilzunehmen, braucht es Mut. „Ich komme mir irgendwie dämlich vor“, so Ahmad Hasso, der unbeholfen einen Fuß vor den anderen setzt und nur mit Mühe den vorgegebenen Parcours entlang geht. Der Schüler der St. Thomas Realschule plus in Andernach fühlt sich wie betrunken, sieht doppelt und ihm ist schwindelig. Ein unangenehmes Gefühl. Auch eine Schülerin der Geschwister-Scholl-Realschule plus macht ähnliche Erfahrungen: „Man kann überhaupt nicht richtig gehen. Und schlecht wird einem auch noch“. Ursache ist die „Rauschbrille“, die einen Alkoholrausch simuliert. Das kleine Experiment ist Teil einer Aktion, die vom Arbeitskreis „Alkoholprävention Andernach“ im Schulzentrum Andernach an den beiden Realschulen plus und am Kurfürst-Salentin-Gymnasium durchgeführt wurde. Rauschbrillen simulieren unterschiedliche Promillewerte und führen wie bei „steigendem Pegel“ zu Wahrnehmungs- und Konzentrationsstörungen. Verwirrend auch, dass die Reaktionszeit eingeschränkt ist. „Da wird es immer schwerer, auf einer Linie den Kurs zu halten, einen kleinen Ball zu fangen oder eine SMS zu schreiben“, beschreibt Frank Grandpre von der Polizeiinspektion Andernach die Folgen.
Karneval steht vor der Tür und viele Jugendliche wollen feiern. Alkohol in der fünften Jahreszeit ist bei vielen Schülern und Schülerinnen ein Thema. Dass Kinder und Jugendliche mit Verboten und erhobenem Zeigefinger nicht zu erreichen sind, wissen die Mitglieder des Arbeitskreises. „Vielmehr muss das Image von Alkohol angesprochen werden“, betont Guido Krämer, Mitarbeiter der aufsuchenden Jugendarbeit der Stadt Andernach. Und da man mit Jugendlichen am besten an den Schulen ins Gespräch kommt, hat der Arbeitskreis diesen Weg gewählt.
„Für das Engagement des Arbeitskreises bin ich sehr dankbar, unterstützt die Aktion doch die schulische Präventionsarbeit“, freut sich Margit Lenarz, Konrektorin der Geschwister- Scholl-Realschule plus. Auch die im Arbeitskreis vertretenen Schulsozialarbeiterinnen trugen durch ihr Wissen und die guten Kontakte zu den Schülerinnen und Schülern zum Gelingen der Aktion bei.
„Der Arbeitskreis will sensibilisieren und informieren“, erklärt Schulsozialarbeiterin Salinda Busch, Mitarbeiterin der Caritas Andernach, die an beiden Realschulen plus in Andernach tätig ist. „Unser Arbeitskreis setzt sich aus engagierten Jugendsozialarbeitern, Mitarbeitern der Ordnungsbehörde und der Polizei zusammen. Wir alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: die Prävention von Alkoholkonsum bei Jugendlichen“, so Salinda Busch weiter. Die Erfahrung habe gezeigt, dass das reine Wissen um die Gefahren des Alkohols kaum eine präventive Wirkung hat. Dagmar Neuhaus, Schulsozialarbeiterin der beiden Gymnasien im Schulzentrum Andernach: „Wir wollen die Schüler auf eine andere Art und Weise nachdenklich stimmen.“
„Alkoholfreie Party“
Dass es für eine gelungene Karnevalsparty keinen Tropfen Alkohol braucht, will der Arbeitskreis am Schwerdonnerstag beweisen und lädt nach Schulschluss zur „alkoholfreien Party“ auf der Salentinstraße ein. Paul Schmitz, Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Andernach, zum fröhlichen Treiben mitten im Schulzentrum: „Bietet man den Jugendlichen ein tolles Programm, kommen sie auch.“ Und dieser Tag verspricht Abwechslung. So wird es neben Cola, Limo und Wasser auch leckere, alkoholfreie Cocktails geben. Für die musikalische Unterhaltung sorgt DJ Linoxx. Bei dieser Gelegenheit können auch die Rauschbrillen ausprobiert werden oder man nimmt an einem Alkoholtest teil.
