Andernach Sommercamp 2026
SG 99 Andernach Sommercamp 2026 fördert Fußballbegeisterung und Gemeinschaft
aus Andernach
Andernach. Fünf Tage voller Fußball, Bewegung und Gemeinschaft: Beim Sommercamp 2026 der SG 99 Andernach e.V. erlebten 55 Kinder aus Andernach und der Region eine abwechslungsreiche Woche. Im Mittelpunkt standen nicht nur Tore, Tricks und Turniersiege, sondern vor allem Freude am Fußball, mutige Entscheidungen, individuelle Entwicklung und gemeinsames Wachsen. Den sportlichen Höhepunkt bildete am Freitag die Mini-WM im Twin-Games-Format, bei der sich Brasilien im Finale gegen Frankreich durchsetzte.
Vom 20. bis 24. Juli verwandelte sich das Andernacher Stadion in eine große Fußballschule. 55 Kinder der Jahrgänge 2013 bis 2020 wurden in vier altersgerechte Gruppen eingeteilt und während der gesamten Woche von ehrenamtlichen Trainern begleitet.
Schon am Montag war die Vorfreude deutlich zu spüren. Nach der Begrüßung und dem ersten Kennenlernen wartete direkt ein Höhepunkt auf die Kinder: die Auslosung der sechs Nationen für die Mini-WM am Freitag. Gespannt verfolgten Kinder und Trainer, ob sie für Brasilien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Argentinien oder Portugal antreten würden.
Spätestens nach der Auslosung war die Mini-WM in den Köpfen angekommen. Es wurde über mögliche Gegner, Favoriten und natürlich auch über den späteren Weltmeister gesprochen. Trotzdem sollte die Woche von Beginn an mehr sein als eine Reihe von Trainingseinheiten und Wettbewerben.
„Das Camp sollte für die Kinder vor allem ein Erlebnis sein“, führt Jan Szesni aus, der die Veranstaltung in diesem Jahr als auch im letzten zusammen mit seiner Frau Jenny als Hauptorganisatoren vorbereitet und zugleich als Trainer begleitet hat. „Natürlich gehört der sportliche Wettbewerb dazu. Entscheidend ist aber, dass die Kinder mit Freude und strahlenden Augen nach Hause gehen und sich gerne an diese Woche erinnern. Bei uns stehen Erlebnisse vor Ergebnissen.“
Viele Inhalte, ein gemeinsamer Gedanke.
In den folgenden Tagen wartete ein abwechslungsreiches und durchaus forderndes Programm. Die Kinder arbeiteten unter anderem an Dribbling, Passspiel und Torschuss. In kleinen Spielformen standen Eins-gegen-eins- und Zwei-gegen-zwei-Situationen ebenso auf dem Programm wie Spiele in Über- und Unterzahl.
Dabei ging es nicht darum, vorgegebene Abläufe einfach nur nachzumachen. Die Kinder sollten den Raum, den Ball, ihre Mitspieler und die Gegner wahrnehmen und selbst Entscheidungen treffen: Gehe ich ins Dribbling? Spiele ich ab? Suche ich den Torabschluss? Wo kann ich mich freilaufen? Und wie helfe ich meiner Mannschaft nach einem Ballverlust?
„Wir wollen den Kindern nicht jede Entscheidung abnehmen“, sagt Marc Schweigert, der die sportliche Leitung des Camps übernommen hatte. „Sie sollen Spielsituationen selbst wahrnehmen, eigene Lösungen finden und mutig etwas ausprobieren. Dazu gehört auch, dass Fehler passieren dürfen. Denn genau daraus entsteht Entwicklung.“
Diese Verbindung aus Wahrnehmen, Entscheiden und Ausführen zog sich wie ein roter Faden durch die Woche. Fehler waren nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich Teil des Lernprozesses. Denn nur wer sich etwas zutraut, Dinge ausprobiert und auch einmal scheitert, kann daraus lernen.
Auch der Wettbewerb kam nicht zu kurz. In allen vier Campgruppen wurden unter anderem beim 9-Meter-Schießen die treffsichersten Schützinnen und Schützen ermittelt. Die anschließenden Finalduelle sorgten für Spannung, Jubel und natürlich auch für etwas Nervosität. Jeder Schuss verlangte Konzentration und den Mut, in einem besonderen Moment Verantwortung zu übernehmen.
Ein weiterer Höhepunkt war der Koordinationsparcours am Donnerstagnachmittag. Hier waren Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Gleichgewicht, Ballkontrolle, Konzentration und am Ende auch Kondition gefragt. Mit großem Ehrgeiz versuchten die Kinder, sich von Durchgang zu Durchgang zu verbessern.
Dabei ging es nicht nur um die schnellste Zeit. Entscheidend war auch der persönliche Fortschritt. Ergänzt wurde der Parcours durch verschiedene Tricks und koordinative Aufgaben. Gerade dort wurde deutlich, wie unterschiedlich Kinder lernen und wie wichtig Zeit, Wiederholungen und Freiraum für eigene Lösungen sind.
Der „Andernacher Weg“ als Grundlage
Das Sommercamp orientierte sich an den Grundgedanken des vereinseigenen Ausbildungskonzepts, dem „Andernacher Weg“. Im Mittelpunkt stehen Freude am Fußball, mutige Entscheidungen, Lernen und individuelle Entwicklung sowie Mannschaftsgeist und gemeinsames Wachsen.
Daraus entstand auch das Kredo, das die gesamte Campwoche begleitete:
„Spielen statt warten. Mutig entscheiden. Gemeinsam wachsen.“
Dieser Ansatz passt zur „Trainingsphilosophie Deutschland“ des Deutschen Fußball-Bundes. Kleine Spielformen auf mehreren Feldern sollen Wartezeiten vermeiden und jedem Kind möglichst viele Ballkontakte, Zweikämpfe und eigene Entscheidungen ermöglichen. Der Grundgedanke ist einfach: Kinder lernen Fußball vor allem dadurch, dass sie Fußball spielen – nicht durch lange Erklärungen oder minutenlanges Warten in einer Schlange.
Auch Jürgen Klopp brachte diesen Gedanken während der Berichterstattung zur Weltmeisterschaft auf den Punkt: „Wir müssen Kinder zum Sport bringen, und die Kinder, die Sport machen, müssen wir zum Fußball bringen.“ Gleichzeitig warnte er vor zu viel Steuerung im Nachwuchsbereich. Kinder müssten vor allem immer wieder kicken dürfen.
Genau dafür sollte das Sommercamp Raum schaffen: für Bewegung, Kreativität und Eigenständigkeit, aber auch für soziale Erfahrungen und die Freude daran, gemeinsam mit anderen Fußball zu spielen.
Mini-WM mit Patenschaften aus der ersten Mannschaft
Mini-WM mit Patenschaften aus der ersten Mannschaft
Am Freitag folgte schließlich der große Abschluss der Woche: die Mini-WM.
Eine besondere Verbindung zwischen dem Jugend- und Seniorenbereich entstand durch Spieler der ersten Mannschaft sowie deren Trainer. Sie übernahmen die Patenschaften für die sechs Nationen, begleiteten ihre Mannschaften durch das Turnier, motivierten die Kinder und fieberten an der Seitenlinie mit.
Für viele der jungen Fußballerinnen und Fußballer war es ein besonderes Erlebnis, von Spielern der ersten Mannschaft unterstützt zu werden. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass Jugend- und Seniorenfußball bei der SG 99 Andernach zusammengehören.
Gespielt wurde in einem eigens für das Camp angepassten Twin-Games-Format. Jede Begegnung fand gleichzeitig auf zwei Spielfeldern statt. Auf einem Feld traten die jüngeren Kinder der beiden Nationen gegeneinander an, auf dem anderen die älteren. Gespielt wurde jeweils im Drei-plus-eins. Die Tore beider Felder wurden anschließend zu einem gemeinsamen Ergebnis addiert.
Dadurch waren die jüngeren und älteren Kinder unmittelbar miteinander verbunden. Jede Parade, jedes Dribbling und jeder Treffer konnte über das Gesamtergebnis entscheiden. Vor allem aber waren deutlich mehr Kinder gleichzeitig aktiv. Statt lange am Rand zu warten, bekamen alle viele Ballkontakte und konnten zum Erfolg ihrer Nation beitragen.
Damit griff das Camp auch einen Gedanken auf, der für die weitere Entwicklung des Kinderfußballs im Fußballverband Rheinland eine wichtige Rolle spielt. Kleinere Mannschaften und mehrere Spielfelder sollen dafür sorgen, dass jedes Kind möglichst viel spielt, lernt und eigene Erfahrungen sammelt. In den Durchführungsbestimmungen für die Saison 2026/27 wird dieses Ziel mit dem Satz zusammengefasst.
„Jeder spielt immer!“
Nach einer spannenden Vorrunde und den anschließenden Entscheidungsspielen erreichten Brasilien und Frankreich das Finale. Vor zahlreichen Eltern, Freunden und Bekannten mobilisierten beide Mannschaften noch einmal alle Kräfte. Am Ende setzte sich Brasilien durch und durfte gemeinsam mit seinen Paten den Mini-WM-Pokal in die Höhe stemmen.
Unabhängig vom sportlichen Ergebnis wurden jedoch alle Kinder als Gewinner verabschiedet. Sie hatten fünf intensive Tage erlebt, neue Erfahrungen gesammelt, Fortschritte gemacht, Freundschaften geschlossen und als Mannschaften zusammengefunden.
Ohne Ehrenamt und Unterstützung nicht möglich
Ohne Ehrenamt und Unterstützung nicht möglich
Ein Sommercamp dieser Größe funktioniert nur durch den Einsatz vieler Menschen. Alle Trainer begleiteten die Kinder ehrenamtlich durch die Woche. Sie bereiteten die Einheiten vor, organisierten die Spielfelder, betreuten die Gruppen und standen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.
Ebenso wichtig waren die vielen Helferinnen und Helfer im Hintergrund. Sie kümmerten sich um Verpflegung, Getränke und Pausen, unterstützten bei organisatorischen Fragen und sorgten dafür, dass sich die Kinder gut aufgehoben fühlten.
Dazu gehörte auch die Erstversorgung bei kleineren Blessuren. In dieser Woche waren es vor allem zahlreiche Wespenstiche, die immer wieder schnelle Hilfe notwendig machten.
Darüber hinaus wurden Sorgen, Nöte und viele Fragen der Kinder geduldig beantwortet. Dabei ging es keineswegs nur um Fußball. Nicht abschließend geklärt werden konnte beispielsweise, warum eigentlich nur Frauen Kinder bekommen können. Auch solche Momente gehörten zur Woche und zeigten, wie wohl und sicher sich die Kinder fühlten.
Ein besonderer Dank gilt allen Sponsoren und Unterstützern. Ohne ihre Hilfe wäre das Sommercamp in dieser Form nicht möglich gewesen. Allen voran unterstützte das Textilwerk Andernach die Veranstaltung und sorgte mit den eigens angefertigten Trikots für ein einheitliches Erscheinungsbild.
Darüber hinaus bedankt sich die SG 99 Andernach beim HIT Center Andernach, der easyApotheke Andernach, REWE Andernach, der VR Bank RheinAhrEifel, Tonisport, Autoservice Genn und Dachdecker Kowalski.
Der Dank gilt ebenso allen Eltern, Helferinnen und Helfern, den ehrenamtlichen Trainern, den Spielern und Trainern der ersten Mannschaft sowie allen weiteren Menschen, die vor, während und nach dem Camp Verantwortung übernommen haben.
Nach fünf intensiven Tagen bleiben viele Tore, spannende Wettbewerbe, lachende Gesichter und vor allem die Erinnerung an eine starke Gemeinschaft. Und obwohl das Sommercamp 2026 gerade erst beendet ist, richtet sich der Blick bereits nach vorne.
Die SG 99 Andernach freut sich schon jetzt auf das Sommercamp 2027.
Spielen statt warten. Mutig entscheiden. Gemeinsam wachsen.
Mini-WM Sieger Brasilien Foto: SG 99 Andernach e.V.
Spieler der 1. Mannschaft waren mit Herz und Leidenschaft als Paten dabei. Foto: SG 99 Andernach e.V.
Altersgerechte Spielformen und viele Ballaktionen standen im Mittelpunkt Foto: SG 99 Andernach e.V.
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55 Kinder beim Sommercamp 2026 der SG 99 Andernach e.V. Foto: SG 99 Andernach e.V.