Allgemeine Berichte | 23.11.2018

Bertha-von-Suttner-Gymnasium

Sozialkunde-Kurse erleben lebhafte Gesprächskultur

Andernach. Die Landtagsabgeordneten Uwe Junge (AfD), Marc Ruland (SPD) und Hedi Thelen (CDU) fanden sich zu einer Podiumsdisskusion in der Mensa des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums ein. Dieses Format findet alljährlich an diesem Tag statt, indem Abgeordnete aus Mainz das politische Gespräch mit Schülern suchen.

Die schulischen Gesprächspartner waren die gut vorbereiteten Leistungskurse Sozialkunde der Jahrgangsstufen 11, 12 und 13. Die Regionalpolitik stand bei fast allen Fragen im Vordergrund. Jeder Fragesteller aus dem Publikum erhielt die Möglichkeit, seine Meinung vorab als Schülerfeedback mit einzubringen. Diskutiert wurde zunächst über das Thema Bildung. Aus Sicht der Schüler gibt es auch in Andernach wahrnehmbaren Lehrermangel und Stundenausfälle. Jedoch sowohl Ruland als auch Thelen bestritten einhellig, dass dies für das BvSG zutreffe: eigentlich sei die Schule zu fast 100 Prozent mit Lehrern versorgt. Lediglich bei Krankheit oder Elternzeit ließe sich nicht jeder Ausfall kompensieren. Auch für Junge ergibt sich an dieser Stelle kein Handlungsbedarf.

In diesem Kontext wurde den Abgeordneten die aktuell kontroverse Frage nach den Meldeseiten der AfD gestellt. Junge bestritt, dass dies auch für Rheinland-Pfalz geplant sei, weil auch „andere Mittel möglich“ wären. Eine konkrete Ausführung erfolgte jedoch nicht, ebenso keine klare Distanzierung zu seinen Hamburger Parteikollegen. Die Abgeordnete Thelen lehnte hingegen einen solches Vorgehen vehement ab und wertete es als „antidemokratisches“ Instrument ab, dass „an dunkle Zeiten der deutschen Geschichte erinnere“. Marc Ruland sah hierhin eine „Anstiftung zur Denunziation.“ Auch im Publikum meldeten sich kritische Stimmen.

Bezeichnend ist, dass gerade das Thema Flüchtlingskrise von den Schülern nicht explizit erfragt wurde, auch weil sie viele offene Fragen zu wichtigen Sachthemen vorbereitet hatten, die unmittelbar ihre berufliche Zukunft berührten, wie günstigeren Studentenwohnraum, NC-Politik und Studiengebühren. Alle Befragten gelobten hier Besserung und sprachen sich für rheinland-pfälzische Lösungen aus. Alle drei Abgeordneten sahen es auch als notwendig an, die Kommunen zu unterstützen, wobei für die SPD der ausgeglichene Landeshaushalt immer noch vorrangig sei, so Ruland. Hierbei wurde auch von Schülerseite und der Opposition angemerkt, dass überproportional viele hoch verschuldete Städte in Deutschland ausgerechnet in Rheinland-Pfalz zu verorten sind, was auf ein Problem der Umverteilung verweise.

Am Ende gingen die drei Gäste, rückblickend auf die Hessen- und Bayernwahl, auf den politischen Bundestrend ein. Hedi Thelen beschönigte nicht die „herben Verluste“ ihrer Partei und betonte, jetzt noch mehr an die „Themenarbeit“ zu gehen. Marc Ruland schloss sich den Handlungsaufruf seiner Parteispitze an, dass in der Öffentlich „die gute Arbeit“ seiner Partei noch stärker herauszuarbeiten sei, während Uwe Junge als sein persönliches Wahl-Ziel einen Stimmenanteil von 20-Prozent-plus ausrief, ohne jedoch mit einem Wort die aktuell heftigen Flügelkämpfe in der AfD-Landtagsfraktion zu erwähnen.

Am Ende bedankte sich Schulleiter Hotz für die „gute Gesprächskultur“ bei allen Beteiligten, insbesondere aber auch bei Niklas Iking (MSS 13), der die mitunter sehr lebhafte Veranstaltung souverän moderierte und dafür Sorge trug, dass eine Versachlichung der Debatte bis zum Ende gewährleistet blieb.

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