Allgemeine Berichte | 25.01.2013, 08:22 Uhr

Spannendes Domgespräch zu fairem Handel

Rüdiger Meyer berichtete über die Hintergründe und Entwicklungen im fairen Handel. privat

Andernach. Zum ersten Domgespräch im neuen Jahr kamen auf Einladung der Andernacher Pfarreien trotz ungünstiger Witterungsbedingungen circa 50 Besucher ins Pfarrheim Maria Himmelfahrt zu dem Thema „Fairtrade: eine Erfolgsgeschichte?“ hatten die Organisatoren Rüdiger Meyer eingeladen, den Geschäftsführer von FLO-Cert, der internationalen Zertifizierungsgesellschaft für alle Produkte, die weltweit als „fairtrade“ gehandelt werden.

In seinem mit anschaulichen Fotos unterlegtem Bericht ging Meyer auf die Entstehungsgeschichte von Fairtrade in Deutschland Anfang der 90er Jahre ein. Das Ziel sei es gewesen und sei weiterhin, einen Handel zu erzeugen, bei dem den Erzeugern in den Entwicklungsländern für die gehandelten Produkte mindestens ein von Fairtrade-Organisationen festgelegter Mindestpreis bezahlt wird, der über dem jeweiligen Weltmarktpreis liegt. Damit soll den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. Dazu werde außerdem versucht, langfristige „partnerschaftliche“ Beziehungen zwischen Händlern und Erzeugern aufzubauen. Daher gibt es mittlerweile vertragliche Beziehungen zu mehreren tausend Kooperativen, die soziale Mindeststandards einhalten müssen. Mehrere Studien hätten belegt, dass der Faire Handel einen bedeutenden Entwicklungsbeitrag leiste und meist das Leben der an der Produktion beteiligten Kleinbauern, Landarbeitern und deren Familien verbessere. Laut Meyer habe der faire Handel in den letzten zehn Jahren einen großen Aufschwung verzeichnet und inzwischen fünf Mrd. Euro erreicht.

Zwanzig Jahre nach der Gründung von TransFair, dem Fairtrade-Verein Deutschlands, habe sich der Markterfolg von Fairtrade-Produkten 2012 am deutschen Markt fortgesetzt. In den ersten drei Quartalen stieg der Absatz um rund 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf über 34.000 Tonnen. Die erfolgreichsten Fairtrade-Produkte am deutschen Markt sind Blumen, mit einem Wachstum von 229 Prozent, Bananen, mit 69 Prozent Steigerung und Kaffee mit einem Plus von acht Prozent, außerdem Süßigkeiten (+ 46 Prozent) und Fruchtsaft (+ 14 Prozent). Der Marktanteil von Fairtrade-Kaffee liege aber erst bei zwei Prozent. Faire Rosen nähern sich einem Marktanteil von 20 Prozent. 30 Prozent der in Deutschland verkauften Bio-Bananen tragen das Fairtrade-Siegel. Der faire Handel sei damit durchaus eine Erfolgsgeschichte, so Meyer, wenngleich angesichts des Marktanteils an fair gehandelten Produkten noch viele Aufgaben zu bewältigen seien.

Rüdiger Meyer berichtete über die Hintergründe und Entwicklungen im fairen Handel. Foto: privat

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