Südstadt Spielplatz bedroht
Spielplatz in Andernach Südstadt soll Bauvorhaben weichen
aus Andernach
Andernach. Spielplatz soll Bauvorhaben weichen.
Mit Entsetzen mussten viele Bewohner der Südstadt erfahren, dass geplant ist auf dem Gelände des Spielplatzes in der Von-Bodelschwingh-Straße ein Bauvorhaben umzusetzen.
Menschen unterschiedlichster Herkunft gehen häufig mit ihren Kindern und Enkelkindern auf dieses Gelände. Hier kommen regelmäßig gute Gespräche zustande, während die Kinder miteinander spielen. Gibt es einen besseren Platz für zwanglose Integration und Inklusion?
Dazu ist es von Vorteil, dass der gesamte Platz eingezäunt und nur über ein verschließbares Tor betretbar ist. Dies ermöglicht eine sehr entspannte Aufsicht über die Kinder.
Den Platz verlässt man in eine sehr verkehrsarme Straße, die nur Anwohner mit ihren Fahrzeugen benutzen, die ihre Garagen und Grundstücke erreichen wollen und sich der spielenden Kinder bewusst sind.
Aktuell „verjüngt“ sich die Wohngegend. Immer mehr junge Familien mit Kindern ziehen in die Südstadt.
Sicherlich wegen der Grundschule St-Stephan, den Kindertagesstätten Schillerring, St.-Stephan sowie Südernacher Pänz und Herderhof. Ein wichtiger Punkt dürfte aber auch der Spielplatz sein, der für die Kinder gut und sicher zu erreichen ist und der von diesen Einrichtungen als Ausgleich benutzt wird.
Andernach gehört zu den heißesten Orten in Deutschland. Es werden viele sinnvolle Maßnahmen kommuniziert und durchgeführt, die dem entgegen steuern sollen. Unter anderem sollen keine Steingärten mehr zugelassen und die Stadt begrünt werden. Die „Essbare Stadt“ ist eine der sinnvollsten Ideen, die jemals in Städten eingeführt und umgesetzt wurden. Auf dem Spielplatz befinden sich Bäume, die bei Errichtung der Siedlung, Anfang der 1960er Jahre, gepflanzt wurden, inzwischen aufgrund ihrer Größe Schatten spenden und für Abkühlung des Bereiches sorgen. Kurz, dass was heute nötig ist.
Sozialer Wohnungsbau ist wichtig, darf aber nicht zu Lasten der Kinder und Anwohner erfolgen. Es gibt in Andernach viel Leerstand auf bereits versiegelten Flächen. Zum Beispiel, das seit Jahren leerstehende Gebäude „Antunacum 76“. Dort zu bauen, oder solche Gebäude entsprechend umzubauen erscheint vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung sinnvoller als alten Baumbestand zu fällen, Leerstand hinzunehmen oder Flächen neu zu versiegeln.
Deshalb sind viele Eltern und Großeltern im Viertel, bei allem Verständnis für die Wichtigkeit sozialen Wohnungsbaus, der Meinung, dass in Zeiten, in denen täglich auf die gefährlichen Folgen des Klimawandels und mangelnder Integration hingewiesen wird, solch wichtige Orte, wie der Spielplatz in der Von-Bodelschwingh-Straße, erhalten werden müssen.
Die Suche nach Alternativen sollte Aufgabe verantwortungsvoller Politik und bürgernaher Stadtverwaltungen sein.
Das Fällen fast 70 Jahre alter Bäume und die Bebauung eines viel genutzten Spielplatzes passt da nicht in die heutige Zeit.
Rettet unseren Spielplatz Foto: Privat
