Ehemaliger Leiter der Urologie erneut im Einsatz für „Die Ärzte für Afrika e.V.“
St. Nikolaus-Stiftshospital sammelte für Arzteinsatz in Ghana
Andernach/Ghana. Der Ruhestand kann warten! Prof. Dr. Volkmar Lent, ehemaliger Leiter der Abteilung für Urologie im St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, brach in der vergangenen Woche zum vierten Mal nach Ghana in Westafrika auf, um dort unentgeltlich als Mitglied des Vereins „Die Ärzte für Afrika e.V.“ zu arbeiten. Wie bereits zu den vorherigen Aufenthalten wird er von seinem ehemaligen Arbeitgeber, der St. Nikolaus- Stiftshospital GmbH, sowie von den Kollegen großzügig mit medizinischem Material unterstützt. Geschäftsführerin Cornelia Kaltenborn übergab Prof. Lent am 8. April offiziell die dringend notwendigen Utensilien, die der Urologe für seine anstehenden Behandlungen und Operationen in den kommenden Wochen benötigen wird.
Extremer Mangel an Urologen in Ghana
Während eines medizinischen Kongresses stieß Volkmar Lent vor ein paar Jahren auf den 2007 in Münster von Ärzten und Krankenschwestern gegründeten Verein. Das Ziel von „Die Ärzte für Afrika e.V.“ ist es, die medizinischen Fachkenntnisse in Afrika einzubringen. Bereits diese Zahlen verdeutlichen, wie dringend Ärzte wie Prof. Dr. Lent gebraucht werden: In Ghana gibt es für zirka 25 Millionen Menschen nur etwa zehn bis 15 einheimische Urologen. An der Universitätsklinik Korle Bu in Accra wird lediglich alle ein bis zwei Jahre ein einheimischer Arzt als Facharzt für Urologie ausgebildet. Die Bevölkerung in ländlichen Gebieten hat damit so gut wie keinen Zugang zu urologischer Versorgung. Ein bedeutender Teil der medizinischen Versorgung der Landbevölkerung, so Lent, geschieht in Krankenhäusern, die von kirchlichen Organisationen gegründet wurden. Die urologischen Teams des Vereins betreuen regelmäßig die Missionskrankenhäuser in Akwatia, Battor, Dzodze, Kpando und Nkawkaw. In den wenigen Jahren des Bestehens haben die Ärzte des gemeinnützigen Vereins bereits rund 7.000 operative Eingriffe durchgeführt, weiß der Urologe.
„Mein geliebtes Stiftshospital unterstützt mich großartig“
„Mein geliebtes Stiftshospital unterstützt mich großartig“, freut sich der ehemalige Leiter der Abteilung für Urologie am Andernacher Krankenhaus. „Jedes Mal, wenn ein neuer Einsatz in Afrika ansteht, wird eifrig gesammelt.“ So konnte er auch jetzt wieder mit reichlich Verbrauchsmaterial zu seiner Reise aufbrechen. Prof. Dr. Lent medizinisch und menschlich überzeugt vom Sinn seiner Hilfe in Afrika, obwohl sie nur einen „Tropfen auf einen heißen Stein“ darstellt, weil sie nach jahrhundertelanger Ausbeutung und Fremdbestimmung ein anderes Zeichen setzt. Er ist begeistert vom Land und von den Menschen, die mit Bedingungen leben müssen, die in keinster Weise mit den hiesigen vergleichbar sind. „Die Menschen brauchen Hilfe“, weiß er. Und diese Hilfen nehmen sie an, warten zum Teil tagelang auf eine Behandlung. Vor seiner Reise hat der Arzt mit den Kollegen des Krankenhauses vor Ort Vorbereitungen getroffen, damit vor allem den Bedürftigsten geholfen werden kann: Patienten, die wegen einer gutartigen Prostatawucherung seit Wochen oder Monaten einen Dauerkatheter benötigen oder Patientinnen, die nach einer verzögerten Entbindung an einer Urinfistel leiden.Doch im Laufe der Zeit wurden von Prof. Dr. Lent und Kollegen aus verschiedenen Ländern auch Operationen durchgeführt, „die schon etwas spektakulärer sind“. Dass Prof. Dr. Lent Urologe und zugleich Chirurg ist, ist dabei natürlich von Vorteil. Nach seinem Aufenthalt in Ghana, versprach Volkmar Lent Geschäftsführerin Cornelia Kaltenborn zum Abschied, wird er an seiner alten Wirkungsstätte in Andernach wieder vofrbeischauen und von seinen Erfahrungen berichten.
Pressemitteilung
St. Nikolaus-Stiftshospital GmbH
