Andernacher Liederkranzchöre in der Christuskirche
Stimmungsvolles Konzert öffnet die Herzen
Andernach. In Andernach schon lange Tradition hat das Liederkranz-Konzert am zweiten Adventssonntag - und ist doch quicklebendig: Die auf vier Chöre angewachsene Liederkranz-Familie begeisterte mit ihren mehr als 100 Sängerinnen und Sängern langjährige Stammhörer und nicht wenige Gäste, die zum ersten Mal gekommen waren. Für alle eine wunderbare Einstimmung in die Weihnachtszeit. Die verschiedenen Chöre der großen Sangesfamilie zeigten sich unter der einsatzfreudigen, souveränen Gesamtleitung von Chordirektorin Barbara Nöst-Butz gut vorbereitet und glänzend aufgelegt. Weihnachtliche und geistliche Lieder wurden von den Chören einzeln oder in gemeinschaftlicher Formation für die Zuhörer abwechslungsreich präsentiert. Von Anfang an sprang die Begeisterung auf das aufmerksame Publikum über, das nicht erst am Schluß, sondern spontan zu den einzelnen Vorträgen applaudierte - auch nach zweistündiger Konzertdauer. Mit Schäfers Sonntagslied „Das ist der Tag des Herrn“ und der berühmten Melodie „Ich bete an die Macht der Liebe“ eröffnete der Männerchor Liederkranz das Programm. Der Frauenchor Singiora präsentierte sich mit einer Reihe von Liedbeiträgen, darunter in norwegischer Sprache „Velsinget vere han“ (Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn). „Vokal vital“, der als gemischter Chor die Zuhörer durch die Mischung von Männer- und Frauenstimmen erfreute, bot unter drei Stücken auch R. Meys „Welch ein Geschenk ist ein Lied“ - generell das Überzeugungsstück jedes Sängers. Es folgten Liedbeiträge des Männerprojektchores Klangwerk, der unter anderem mit „Still ruht der See“ die Zuhörer Natur spüren ließ. In weiteren Stücken von Klangwerk sorgten Solisten für Verstärkung: Tenor Bernhard Weinand sowie Hanns-Jürgen Eimer am Klavier. Eimer besorgte zudem bei mehreren Chorvorträgen die Klavierbegleitung. Nun sang der Große Liederkranzchor, bestehend aus Männerchor, Frauenchor und Gemischtem Chor, und verlieh den geistlichen Gesängen „Bleib bei uns Herr“ und „Blessing of Aaron“ machtvolle Resonanz.
Öffnet die Herzen
Am Beginn des zweiten Teils des adventlichen Konzertes stand das - mit konzertwürdig sonorer Stimme - gesprochene Wort: Pfarrer H. W. Schlenzig sprach zum Thema „Öffnet die Herzen“ konkret die Flüchtlingsströme an. Weihnachten zeige auch in seiner Urform eine harte Wirklichkeit: Lebensgefahr durch Herodes, Flucht nach Ägypten, ähnlich dem Schicksal der heutigen Flüchtlinge, für die er Zuversicht sieht. „Die Deutschen haben in den 1940er-Jahren mit zwölf Millionen deutschen Flüchtlingen und Vertriebenen und nochmals in den 1960er-Jahren mit 2,6 Millionen „Gastarbeitern“ zwei große Einwanderungswellen bestens verkraftet", so Schlenzig. Dann intonierten die Chöre zusammen mit dem Publikum bekannte Weihnachtslieder, wie „Macht hoch die Tür“, „Süßer die Glocken nie klingen“ und später noch „Alle Jahre wieder“. Einzeln verabschiedeten sich die verschiedenen Chöre von den Zuhörern mit liebenswürdiger Musik. Aus dem Weihnachtsschatzkästchen großer Komponisten sangen sie eine Anzahl weiterer Werke aus vier Jahrhunderten. Das traditionelle Schlusslied „Stille, heilige Nacht“ (Weihnachtsglocken) sangen die Männerchöre besonders gefühlvoll und es erreichte die Zuhörer in schon weihnachtlicher Stimmung, passend zu dem Motto des klangprächtigen Konzertes: Öffnet die Herzen.
Der erste Vorsitzende des Liederkranz 1880 e.V., Wolfgang Boeck, dankte den Zuhörern für ihr Kommen. Auf hohem Niveau hätten Solisten und Chöre ein wundervolles Konzert zur Weihnachtszeit geboten, in das auch nachdenklich stimmende Gedanken eingebunden waren. Sein besonderes Lob galt Chordirektorin Barbara Nöst-Butz: „Sie versteht es, ihre Chöre zu begeistern - und so klingen sie“.Pressemitteilung des
Liederkranz-Andernach
Der Männerchor Liederkranz eröffnete das Programm.
