Politik | 07.06.2026, 19:22 Uhr

Kommunalpolitik Kruft

Transparenz und Verantwortung in der Kommunalpolitik von Kruft

Kruft. Transparenz ist kein Nachtreten

Mit Interesse habe ich den Beitrag von Bernd Schumacher „Gemeinwohl im Fokus – ständiges Nachtreten schadet dem Zusammenhalt“ gelesen.

Da Herr Schumacher zwischenzeitlich sein Amt als Beigeordneter niedergelegt hat, möchte ich die Gelegenheit nutzen, nicht über Personen, sondern über die Sache zu sprechen. Denn genau darum sollte es in der Kommunalpolitik gehen.

Der Vorwurf des „ständigen Nachtretens“ gegenüber mir persönlich entspricht aus meiner Sicht nicht den Tatsachen. Was ich in den vergangenen Wochen veröffentlicht habe, waren Informationen, die entweder bereits öffentlich bekannt waren oder von offiziellen Stellen selbst kommuniziert wurden. Ich habe keine Gerüchte verbreitet und keine Spekulationen angestellt. Ich habe Fakten dargestellt und eingeordnet.

Ausgangspunkt war eine rechtliche Bewertung, die später durch Stellungnahmen zuständiger Stellen korrigiert wurde. Diese Korrekturen öffentlich zu machen, ist für mich keine Form des Nachtretens, sondern eine Frage der Transparenz. Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, umfassend und korrekt informiert zu werden.

Besonders deutlich wird dies beim Thema Wald-Kita. Vier Kündigungen innerhalb kurzer Zeit sind kein Nebenschauplatz, sondern ein ernstzunehmender Vorgang. Die SPD-Fraktion hat deshalb eine Sondersitzung beantragt, weil wir Aufklärung wollten. Es geht dabei nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Frage, wie eine Einrichtung, in die die Ortsgemeinde erhebliche Mittel investiert hat, dauerhaft stabil und verlässlich betrieben werden kann. Ich bin da übrigens sehr zuversichtlich, dass wir das unter Führung von Sebastian Busch, der die Amtsgeschäfte in Kruft übernommen hat, gut hinbekommen.

Die eigentliche Frage lautet für mich nicht, ob über Probleme gesprochen wird. Die eigentliche Frage lautet, wie wir mit ihnen umgehen. Werden Schwierigkeiten offen benannt und gemeinsam gelöst oder werden kritische Nachfragen als störend empfunden?

Mein Verständnis von kommunalpolitischer Verantwortung ist klar: Wer Verantwortung trägt, muss bereit sein, Entscheidungen zu erklären, Fragen zu beantworten und Kritik auszuhalten. Transparenz ist kein Angriff auf das Gemeinwohl. Transparenz ist eine Voraussetzung dafür, dass Vertrauen überhaupt entstehen kann.

Nach den Rücktritten des Ortsbürgermeisters und der beiden Beigeordneten befindet sich Kruft zweifellos in einer schwierigen Übergangsphase. Umso wichtiger ist es jetzt, persönliche Auseinandersetzungen hinter uns zu lassen und den Blick nach vorne zu richten. Unsere Gemeinde braucht einen echten Neuanfang, geprägt von Offenheit, Respekt und einer sachorientierten Zusammenarbeit.

Denn Vertrauen entsteht nicht durch Appelle zur Geschlossenheit, sondern durch nachvollziehbares Handeln und ehrliche Kommunikation.

Andreas Lung

SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Kruft

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