Shakespeare am Bertha-von-Suttner- Gymnasium
Traum vom „Sommernachtstraum“ verwirklicht
Andernach. Ein „Sommernachtstraum“ wurde wahr: Die Theater-AG des Bertha-von-Suttner- Gymnasiums unter der Leitung von Stefan Naumann brachte die gleichnamige Shakespeare-Komödie auf die Bühne im Filmsaal. Vor dicht besetzten Reihen zeigte das 20-köpfige Ensemble eine unterhaltsame, aber nie seichte Inszenierung des klassischen Stücks. AG-Leiter Naumann hatte die Tiecksche Übersetzung weitgehend belassen und in historisierender Kostümierung eingeprobt. Die spürbare Spielfreude und deren textsichere Umsetzung begeisterten das Publikum von Jung bis Alt, die alle mitfieberten, spontan auflachten und gerührt dem Schicksal der Akteure folgten. Auch Schulleiter Ulrich Hotz war begeistert: „Es war eine spannende und mitreißende Vorstellung, die unserer kleinen Bühne wieder Leben eingehaucht hat.“
Im Stück selbst verwirren Feenkönig Oberon und sein Kobold Puck drei Paare, die eigentlich zusammen kommen wollen, aber erst nach allerlei Verwicklungen und Turbulenzen am Ende ihr versöhnliches Happy End erleben.
Theater-Pädagoge Naumann gelang es ausgezeichnet, die etwa acht tragenden Rollen charaktervoll zu besetzen, wobei er auf Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis 13 zurückgreifen konnte.
Ein Jahr lang hatte die Gruppe mit einer wöchentlichen AG-Stunde auf die Premiere hingearbeitet. Die Gesamtleistung des Ensembles überzeugte: Die hochtalentierte Frieda Werner (Klasse neun) brillierte als Puck, etwas huschig im Vortrag zeigte sie für ihr junges Alter ein ausgeprägtes Mienenspiel und tolle Bewegungen im Bühnenraum. Laura Nett spielte herzzerreißend die Helena. Absolut und präsent mit eindringlicher Lache wurde der Auftritt von Ebra Erkoc als Demetrius zum Ereignis, gerade auch im Zusammenspiel gegen seinen pointierten Widersacher Lysander (Jeanette Fischer).
Schrill, laut, aufdringlich und doch charmant, ganz wie die Rolle es vorsieht, spielte Kristina Meier den Zettel (und Esel), auch wenn ihr schräger schiefer Gesang einige Hörer stark nervte - aber auch für Lachanfälle sorgte.
Fast ebenso wild und überzeugend war Felix Müller als Oberon, der trotz Abitur und angefangenem Studium dieses Textmonstrum bewältigte. Zu ihm gesellte sich als Gegenpart seine Frau, die Elfenkönigin Titania, ruhig und fein nuanciert von Svenja Jakob (11) verkörpert. Als schöne Hermia bildete Lena Segl den begehrten Ankerpunkt im Strudel der Handlung; ihr völlig kontrolliertes Spiel wirkte leise, eindringlich und nachhaltig, was umso beeindruckender ist, als sie erst seit wenigen Monaten der Gruppe angehört.
Die „Kinderkönige“ Ben Brefka und Leonie Geisen eroberten als Theseus und Hippolyta das Publikum im Sturm. Zusätzlich schaffte es diese Aufführung auch noch alle Handwerker des anarchistischen „Binnenstücks“ einzubringen, was bei Schulaufführungen oft ausgelassen wird: Bemerkenswert hier Anastasiya Dodolova als Peter Squenz und hoch aktuell als Donald Trump. Live Musik von „Koboldgeiger“ Emanuel Horn an der Geige, ein buntes Elfen- und Einhornvolk und ein buntes, aber passendes Bühnenbild rundeten diesen schönen Sommernachtsabend am Bertha-von-Suttner-Gymnasium ab.
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