Allgemeine Berichte | 30.10.2026, 13:14 Uhr

Cantunnacum begeistert im Mariendom

„Vom Himmel zur Erde“

Der illuminierte Mariendom bot den wunderbaren Rahmen für die Aufführung der „Sunrise Mass“ durch Cantunnacum und ein Streichorchester der Rheinischen Philharmonie.
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Andernach. „Wunderbar“ schwärmte ein Besucher schon während des Konzertes im Mariendom. Der Andernacher Kammerchor Cantunnacum begeisterte im Zusammenspiel mit einem Streichorchester der Rheinischen Staatsphilharmonie das Publikum. So groß war der Andrang, dass das Konzert mit einigen Minuten Verspätung begann, da noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten. Mucksmäuschenstill war es, als ein Glockenläuten des Mariendoms den musikalischen Auftakt machte. Dann stellten sich Chor und Orchester vor: Cantunnacum brachte a capella Arvo Pärts „Da Pacem Domine“ und Morton Lauridsens „O Nata Lux“ beeindruckend zu Gehör, das Streichorchester spielte meisterlich zwei Stücke des estnischen Komponisten Arvo Pärt – der charakteristische Einsatz von Glocken und Percussion im Orchesterklang ergriff die Zuhörer.

Im Zentrum des Konzertes stand die symphonische „Sunrise Mass“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo (*1978). Den lateinischen Messtext stellt Gjeilo musikalisch in den besonderen Zusammenhang einer metaphorischen Reise: von „The Spheres“, dem Schweben im Weltall im Kyrie, über „The Sunrise“, oft fröhlich und auch majestätisch, im Gloria zu „The City“, dem vorwärtsdrängenden, spannungsgeladenen und herausfordernden „Credo - Ich glaube“. „Identity & the Ground“ nennt Gjeilo Sanctus und Agnus Dei – das Finden der Identität durch den reflektierten Blick von der Erde zum Himmel. Im letzten Teil „The Ground“ gibt es die erlösende Erdung, den Frieden von Menschsein und Erde.

Das klare Dirigat von Peter Seibeld gestaltete die Musik fesselnd und ergreifend, Cantunnacum und Orchester harmonierten unter seiner Leitung hervorragend, so dass die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen spürbar wurde und die Zuhörer faszinierte. Der Mariendom bot vom über dem Altarraum schwebenden Himmlischen Jerusalem des Kronleuchters die Stufen aus dem Altarraum hinab ins Kirchenschiff einen phantastischen Raum für die metaphorische Reise, die Gjeilo komponierte. Die Wirkung der packenden musikalischen Ideen, ihre grandiose Darbietung im romanischen Kirchenraum wurde durch variierende, farbige Illumination noch verstärkt. Minutenlang Standing Ovations waren der verdiente Lohn für ein herausragendes musikalisches Erlebnis!

Der illuminierte Mariendom bot den wunderbaren Rahmen für die Aufführung der „Sunrise Mass“ durch Cantunnacum und ein Streichorchester der Rheinischen Philharmonie. Foto: Cantunnacum

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