Lokalsport | 16.02.2017

SG 99 Andernach - die Bäckerjungen in der Rheinlandliga

Weis will „weiße Weste“

Lukas Weis ist der neue starke Mann zwischen den Pfosten

Lukas Weis will in der Rückrunde mindestens fünf Mal eine weiße Weste haben. In der Hinrunde gelang dies der SG 99 nur einmal. privat

Andernach. Der „Andernacher – Weg“ ist hauptsächlich dadurch gekennzeichnet, dass überwiegend Jungs aus der Geysirstadt in der Mannschaft spielen. Doch im Tor macht die SG 99 Andernach da gerne Ausnahmen. „ Von Hans-Werner Ackermann bis heute hatte Andernach noch nie ein Torwartproblem.“, so Migo Saul, langjähriger Beobachter der Andernacher Fußballszene und heutiger Technikcoach des Rheinlandligisten. Die neue Nummer Eins beim Rheinlandligisten heißt Lukas Weis. Der 24-jährige ist mehr als nur ein alter Bekannter beim Kernstadtklub. Zweieinhalb Jahre war Niklas Nett der unangefochtene Schlussmann am Bassenheimer Weg. In dieser Zeit kümmerte sich Lukas Weis um sein Studium in Trier. Doch in der Hinrunde mauserte er sich zu einem echten „Sparringspartner“, nicht nur im Training. Zwar war Nett nach wie vor gesetzt, doch Weis brannte darauf, an seine erfolgreichen Zeiten in denen er mit B-und A-Jugend Aufstiege feiern konnte, anzuknüpfen. Am 14. Spieltag musste Cheftrainer Kowalski verletzungsbedingt den Torwart wechseln und der angehende Lehrer Weis hinterließ dabei einen bleibenden Eindruck. Er hielt einen Elfmeter und die SG konnte nach sieben erfolglosen Spielen in Folge wieder jubeln. Dennoch setzte Weis sich nach dem Spiel ohne Murren wieder auf die Bank. Allerdings nicht lang. Mit einem 0:5 gegen Mehring und einem 0:4-Debakel beim Rivalen aus Mühlheim-Kärlich folgten schwere Tiefschläge. Der in Brohl aufgewachsene Nett musste daraufhin seinem zwei Jahre älteren Teamkollegen im Tor Platz machen. Weis, dessen Vorbilder keine geringeren als Gianluigi Buffon und Manuel Neuer sind, hielt in den darauffolgenden Spielen stark. Im Duell gegen seinen jüngeren Bruder Niklas vom TUS Mayen musste er allerdings hinter sich greifen. „Wir konnten Gott sei Dank noch den Ausgleich erzielen, sonst wäre ich der nächsten Familienfeier fern geblieben. Aber Niki gehört in der Rheinlandliga schon zu den Besten, daher kann ich es verkraften,“ findet der 190 Zentimeter große Ochtendunger. Die SG ging mit sechs ungeschlagenen Spielen in die Winterpause und verstärkte sich mit Außenstürmer Dennis Buchner von der SG Eich. „ Lukas Weis ist super beliebt und hat Jahre lang ruhig hinten dran gestanden. Er hat es nun verdient uns den Hintern als Nummer 1 retten zu dürfen,“ so bekräftigt SG-Kapitän Kim Kossmann die Wachablösung im Tor. Mit einer riesigen Portion Ruhe und Geduld hat es Weis geschafft. Nett verließ die SG nach achteinhalb Jahren wieder zu seinem Ex-Club, dem aufstrebendem FC Plaidt. Vater Nett, der hinter Bodo Illgner damals die Nummer Zwei der U21 beim DFB war, ging als Athletikcoach mit. Torwart-Trainer Jörg Arndt, begleitet Lukas seit sieben Jahren, lobt ihn in vollen Zügen: „ Er hat alles, was ein guter Keeper haben Muss. Er ist groß, verkörpert viel Ruhe bei seinen Aktionen und kann beim Eins gegen Eins blitzartig explodieren.“ So will der Älteste der vier Weis-Brüder in der Restsaison mindestens fünf mal eine weiße Weste haben. Blick aktuell traf den positiv denkenden Schlussmann, der bald als Lehrer seine Geduld an Schulen unter Beweis stellen will.

Blick aktuell: Hey Lukas, wie bewertest du bisher die Saison deiner Mannschaft?

Lukas: Im Soll, allerdings noch Luft nach oben.Hätten mehr Punkte auf dem Konto haben können und müssen nun sehen, dass wir den Abstand nach unten nicht kleiner werden lassen (wer weiss, wie viele Mannschaften am Ende absteigen).

Blick aktuell: Bekanntlich kann im Tor nur einer stehen, wie bist du jahrelang mit damit umgegangen, nicht zu spielen und wie siehst du die Situation aktuell im Tor?

Lukas: Am Ende zählt der Verein! Auch wenn es abgedroschen klingt. Daher muss man auch zurückstecken können. Als Niklas damals zur SG kam, konnte man schon sehen, das er irgendwann auch der erste Torwart dieses Vereins sein kann. Da Niklas uns im Winter Richtung Plaidt verlassen hat, ist dieser Konkurrenzkampf natürlich so wie vorher nicht gegeben. Zwar trainiert Steffen, der etatmäßige A-Jugend-Keeper bei uns mit, ein richtig guter Keeper! Allerdings ist das in diesem Sinne kein Konkurrenzkampf. Was dennoch nicht bedeutet, dass ich weniger Leistung im Training oder im Spiel abrufen werde.

Blick aktuell: Warum hast du dich damals für die SG 99 entschieden?

Lukas: Ich wollte mich fußballerisch weiterentwickeln und hatte damals im Freundeskreis Leute, die in Andernach gespielt haben. Der Kontakt ist schnell entstanden und da auch die TW-Position ausnahmsweise schwach besetzt war, musste ich nicht lange überlegen. Generell hat Andernacher immer super Keeper gehabt.

Blick aktuell: Die SG 99 entwickelt sich seit Jahren weiter und wird auch immer größer, woran merkst du den positiven Trend der SG?

Lukas: Nicht nur die erste Mannschaft spielt in der Rheinlandliga, auch die Jugendmannschaften der SG 99 spielen höherklassig. Dies zieht natürlich auch neue Spieler an. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Frauenmannschaften wider, wo die 1. Frauenmannschaft mit einem potentiellen Aufstieg in die 2. Bundesliga das Aushängeschild darstellt.

Blick aktuell: Bei der SG gibt es die Männer-und die Frauenabteilung, wie würdet ihr den Zusammenhalt definieren zwischen diesen Abteilungen?

Lukas: Wenn ich mich an das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Rheinlandliga erinnere, wo die gesamte Frauenmannschaft zur Unterstützung angereist war oder auch einige Spieler der Herrenmannschaft den Erfolg der Frauen im Rheinlandpokal mitverfolgt haben, würde ich sagen, dass der Zusammenhalt zwischen beiden Abteilungen gut ist.

Blick aktuell bedankt sich für das Gespräch und wünscht

Lukas Weis mit seiner SG 99 eine tolle Rückrunde.

Lukas Weis will in der Rückrunde mindestens fünf Mal eine weiße Weste haben. In der Hinrunde gelang dies der SG 99 nur einmal. Foto: privat

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