Kolpingsfamilie Andernach lud zum Vortrag „Ambulantes Operieren“ein
„Wer geht schon gerne ins Krankenhaus?“
Dr. med. Nicole Schöpper referierte zum Thema
Andernach. Der gut gefüllte Saal des Kolpinghauses zeigte dem Veranstalter, dass die Auswahl des Themas den richtigen „Nerv“ getroffen hatte. So konnte der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Andernach, Georg Manthey, neben den Mitgliedern des Seniorenkreises auch eine Reihe von Gästen willkommen heißen. Als Referentin konnte Dr. med. Nicole Schöpper, Fachärztin für Chirurgie aus Andernach und Kolpingmitglied, gewonnen werden. In ihrem sehr fundierten Vortrag, der mit der Fragestellung begann: „Wer geht schon gerne ins Krankenhaus!?“, stellte sie fest, dass zunehmend viele Krankheiten im Rahmen einer ambulanten Operation behandelt werden können.
Dabei handelt es sich um chirurgische Leistungen, die in einer Praxis, einer Praxisklinik oder auch im Krankenhaus selbst ohne anschließende Übernachtung erbracht werden. Die Vorteile für den Patienten liegen auf der Hand: Vollstationäre Krankenhausbehandlungen werden vermieden, bei einer schnelleren Heimkehr findet die Genesung in der bekannten häuslichen Umgebung statt, wodurch die Heilung dadurch sogar besser, schneller und komplikationsloser verlaufen kann. Ob ein Eingriff auch ambulant vorgenommen werden kann, ist immer eine Einzelfallentscheidung, die von zahlreichen Faktoren abhängig ist. Beispielhaft für diese ambulant ausführbaren Operationen nannte Dr. Nicole Schöpper unter anderem die Behandlung von Leistenbrüchen und anderer Hernien, das Karpaltunnelsyndrom, die Enddarmerkrankungen und verschiedene Hauterkrankungen, aber auch die Fuß- oder Handchirurgie und die Tennis- oder Golfarmbehandlung. Das Spektrum ist weit gefächert. Dem Chirurgenteam stehen erfahrene Anästhesisten zur Seite. Genau wie im Krankenhaus unterliegen hier Hygiene, Sterilität, Betreuung, Versorgung einem hohen Standard. Als Voraussetzungen nannte sie die Eignung der Eingriffe für eine ambulante Operation (OP), was auch die Patienten-Eignung umfasst, die räumliche Eignung hinsichtlich des Ortes des Eingriffes und die Bereitstellung eines Operations-Teams einschließlich eines Anästhesisten. Abschließend stellte Dr. Schöpper in ihrem Ausblick fest, dass die Quote der ambulanten Operationen in Deutschland 40 Prozent beträgt, was im internationalen Vergleich eher als niedrig zu bezeichnen ist. Während in den USA, Dänemark und Kanada über 80 Prozent der Leistenbruchoperationen ambulant erfolgen, wurden sie in Deutschland noch überwiegend stationär vorgenommen. Langanhaltender Beifall belegte die Aktualität des Themas. Der Leiter des Seniorenkreises Josef Nonn nahm Dr. Schöpper das Versprechen ab, dass sie bei anderer Gelegenheit wieder gerne beim „Kolping“ zur Verfügung steht.
