IHK-HwK-Unternehmerumfrage:
Wirtschaft pocht auf Mittelrheinbrücke
Koblenz. Die Brücke muss kommen – dafür hat sich die Wirtschaft am Mittelrhein nochmals deutlich ausgesprochen. In einer aktuellen Befragung haben die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz und die Handwerkskammer (HwK) Koblenz rund 4.000 Unternehmen in den Welterbegemeinden entlang des Rheins zwischen Lahnstein und Kaub befragt – und ein mehr als deutliches Votum pro Mittelrheinbrücke erhalten. 77 Prozent der antwortenden Unternehmen sehen die fehlende Mittelrheinbrücke als Hindernis für die weitere Entwicklung des Mittelrheintals. Ebenfalls 77 Prozent befürworten grundsätzlich den Bau einer festen Brückenquerung – und erwarten hiervon zugleich positive Effekte für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region.
„Der Auftrag an die Landespolitik ist klar: Die Region braucht die Brücke“, so IHK-Präsident Manfred Sattler, der die Ergebnisse der Unternehmensbefragung gemeinsam mit HwK-Präsident Kurt Krautscheid sowie den IHK- und HwK- Hauptgeschäftsführern Arne Rössel und Alexander Baden am Dienstag vorstellte.
Über alle Branchen hinweg spielt der Aspekt der verbesserten Erreichbarkeit des eigenen Unternehmens durch eine Mittelrheinbrücke die größte Rolle. Insbesondere die Handwerksbetriebe erhoffen sich von einer Brücke aber auch die Vergrößerung des eigenen Absatzmarktes sowie die bessere Verfügbarkeit von Fach- und Arbeitskräften. „Der Rhein ist ohne eine Brücke eine natürliche Grenze für die Menschen, die Unternehmen und die Entwicklungsperspektiven der Region insgesamt“, betonte HwK-Präsident Krautscheid. „Es ist für uns und unsere Mitgliedsunternehmen nicht nachvollziehbar, dass die Politik diesen Zusammenhang nicht erkennen will.“ Die Forderung nach dem Bau einer Brücke am Mittelrhein fällt bei den HwK-Betrieben mit 80 Prozent sogar noch höher als im Durchschnitt aus. Analog dazu erwarten sogar 82 Prozent der Handwerker positive Auswirkungen von einer Brücke. Sattler und Krautscheid betonten, dass es gerade die kleineren und mittleren Unternehmen sind, die auf eine bessere verkehrliche Anbindung angewiesen sind, um ihren Einzugsbereich wirtschaftlich ausweiten und auch als Arbeitgeber nachhaltig attraktiv sein zu können. Dieses Unverständnis wird auch in Detailergebnissen der Umfrage deutlich: Tatsächlich sind nur fünf Prozent der antwortenden Unternehmen der Meinung, die Landespolitik hätte es seit 2011 geschafft, dem Mittelrheintal eine echte Perspektive zu geben. „Das Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für diejenigen, die meinen, man könne eine Region allein durch moderierte Diskussionsprozesse voranbringen“, unterstrich IHK-Präsident Sattler – und verwies in diesem Zusammenhang auf die Kritik am Masterplan-Prozess, die schon mehrfach gemeinsam von IHK, HwK und mehreren Wirtschaftsverbänden vorgebracht wurde. „Seit Beginn des Masterplan-Prozesses sind fast fünf Jahre vergangen. Was in dieser Zeit an Fortschritten erzielt wurde, ist schlicht unbefriedigend“, ergänzte Krautscheid. Dass 40 Prozent der Handwerksbetriebe angaben, eine Mittelrheinbrücke würde ihre eigene Investitionsbereitschaft erhöhen, versteht er als Botschaft: „Die Region wartet auf ein Aufbruchsignal.“ Dieses könne aber nur durch politische Weichenstellungen und nicht durch Diskussionsrunden entstehen. Ein Aufbruchsignal könne aus Sicht von IHK und HwK auch eine Bundesgartenschau am Mittelrhein senden. Immerhin zwei Drittel der antwortenden Unternehmen erwarten von einer solchen Veranstaltung nachhaltig positive Impulse für die Region; im Gastgewerbe äußern sich sogar fast 80 Prozent entsprechend zuversichtlich..
Pressemitteilung IHK Koblenz
