Initiative „Sprechen und arbeiten“
Zeugnisse verliehen, die Türen in der neuen Heimat öffnen
Verbund-Integrationskurs für Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund in Andernach endete abermals für alle Beteiligten mit gutem Erfolg
Andernach. Seit März 2007 führen das Jobcenter, ehemals ARGE Mayen-Koblenz, und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ein besonderes Projekt durch: Unter dem Motto „sprechen und arbeiten“ wird arbeitslosen Zuwanderern vormittags nicht nur die Sprache ihrer neuen Heimat, sondern auch deren Kultur näher gebracht. Nachmittags werden die Teilnehmer, sofern möglich, in so genannten Arbeitsgelegenheiten (AGH`s) beschäftigt. Grund für dieses bundesweit beispielhafte Kooperationsprojekt, an welchem in Andernach neben den oben genannten Initiatoren die Volkshochschule Andernach als Sprachkursträger, die Perspektive gGmbH als Beschäftigungsgesellschaft sowie die Integrationsbegleiterin Jasna Vujinovic beteiligt sind, ist die Erkenntnis, dass Menschen, die kaum Deutsch sprechen, auf dem Arbeitsmarkt so gut wie keine Chancen haben.
Sprache – der Schlüssel für die berufliche Zukunft
Bei der Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund ist gerade hinsichtlich der Planung der beruflichen Zukunft die Sprache der elementare Schlüssel. Dementsprechend sind nach dem neuen Ausländerrecht MigrantInnen zur Integration, d.h. vor allem zum Nachweis entsprechender Deutschkenntnisse verpflichtet.
Diesen Vorgaben des Zuwanderungsgesetzes und der entsprechenden Anregung seitens der Ansprechpartner bei den zuständigen Jobcenter-Geschäftstellen folgend hatte sich zum wiederholten Male im Sommer 2015 eine Gruppe neuer Bürger aus Andernach und den Verbandsgemeinden Pellenz und Weißenthurm bei der Volkshochschule Andernach zur Teilnahme an dem Verbund-Integrationssprachkurs zusammen gefunden. Innerhalb der folgenden sechs Monate erlernten die Teilnehmer bei täglich fünf Unterrichtsstunden am Vormittag mit stetigem Engagement die deutsche Sprache in Wort und Schrift.
Nach dem Sprachkurs erhielten die Migranten schließlich in einem sich nahtlos anschließenden Orientierungskurs Einblicke in das politische, soziale und rechtsstaatliche System der Bundesrepublik Deutschland, wobei auch Grundlagen unserer Geschichte und Kultur vermittelt wurden.
Schließlich haben sich die neuen Bürger nach solch intensiver Sprachschulung und Anwendung der erlernten Kenntnisse bei ihrer Arbeit im März 2016 der Abschlussprüfung für das Zertifikat Deutsch für Zuwanderer (DTZ) unterzogen. Durch das erfolgreiche Ablegen dieser Zertifikats-Prüfung dokumentieren die Absolventen – 12 der Teilnehmern erreichten dabei das Sprachniveau B 1 – die erworbene sprachliche Handlungsfähigkeit in Deutsch und somit auch den bedeutsamen Schritt zur Integration nach außen, insbesondere für eine erfolgversprechende Eingliederung in den Arbeitsmarkt.
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Historischen Rathaus der Stadt Andernach überreichten Bürgermeister Claus Peitz als Leiter der Volkshochschule und VHS-Geschäftsführer Günter von Blohn zum Abschluss ihres Integrationskurses die begehrten DTZ-Zertifikate.
Bürgermeister Peitz gratulierte den anwesenden Teilnehmern zu ihren Leistungen und wünschte ihnen weiterhin den gleichen Erfolg bei der Ausgestaltung ihres Lebens bei uns in der neuen Heimat. Gleichzeitig überbrachte er die Glückwünsche von Lothar Kaspers, dem zuständigen Regionalkoordinator der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Trier sowie von Markus Ohlig, dem Koordinator beim Jobcenter Mayen-Koblenz.
Weiterhin dankte der Leiter der Volkshochschule Andernach den Dozenten Walter Butz und Marita Naumiuk für die lebendige und erfolgreiche Gestaltung des Unterrichts wie auch Jasna Vujinovic für das große Engagement bei der individuellen Integrationsbegleitung der Teilnehmer. Auch schloss Herr Peitz die zuständigen Ansprechpartner bei den Migrationserstberatungsstellen, der AWO Rheinland e.V. sowie dem Caritasverband Koblenz e.V. für die darüber hinausgehende sozialpädagogische Begleitung der TeilnehmerInnen während des Integrationskursbesuchs in seine Dankesworte ein. Pressemitteilung der
Stadtverwaltung Andernach
