Politik | 04.07.2015

Arbeitsmarkt im Landkreis Ahrweiler geht gut gerüstet ins „kleine Sommerloch“

Arbeitslosigkeit geht weiter zurück

Kreis Ahrweiler. Erwartungsgemäß geht die Arbeitslosigkeit im Landkreis noch einmal zurück, bevor der Arbeitsmarkt mit Ferienbeginn ins „kleine Sommerloch“ fällt: Ende Juni zählen die Statistiker der Agentur für Arbeit 2.747 arbeitslose Frauen und Männer in der Region - 27 weniger als vier Wochen zuvor. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 auf 4,1 Prozent. Vor einem Jahr fiel die Bilanz allerdings noch besser aus. Damals waren 118 Menschen weniger arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 4 Prozent. Trotzdem hält Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, den Arbeitsmarkt im Ahrkreis für absolut stabil. „Die Lücke zum Vorjahr ergibt sich fast ausschließlich aus den sogenannten Kontingentflüchtlingen, die dem Landkreis in den letzten Wochen und Monaten in überraschend hoher Zahl zugewiesen wurden. Diese Menschen stehen dem Arbeitsmarkt zwar theoretisch sofort zur Verfügung, erfüllen aber längst nicht immer alle Voraussetzungen, um auch gleich eine Stelle zu finden. Hier muss in vielen Fällen zuerst für die notwendige sprachliche Qualifizierung gesorgt werden, bevor vermittelt werden kann.“ Grundsätzlich glaubt Mohrs jedoch, dass der regionale Arbeitsmarkt die zusätzlichen Menschen durchaus aufnehmen kann. „Mittelfristig ist in vielen Branchen eher mit einem steigenden Fachkräftebedarf zu rechnen. Deshalb wird es bei entsprechender Qualifizierung auch keine Probleme geben, Arbeit für die Flüchtlinge zu finden.“ Derzeit liegen dem Arbeitgeberservice aus dem Landkreis Ahrweiler 507 Stellenangebote vor. Die aktuelle Entwicklung prägt auch die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), die sich mit Arbeitslosigkeit beschäftigen. In der Versichertengemeinschaft nach SGB III - also bei jenen Menschen, die meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind - wird ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 62 auf 1.035 registriert. Vor einem Jahr waren hier noch 72 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Im SGB II - bei den sogenannten Hartz IV-Empfängern, die auf Grundsicherung angewiesen sind - gibt es gegenüber Mai dagegen eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 35. Vor einem Jahr wurden 190 arbeitslose Menschen weniger gezählt. Abschließend ein kurzer Blick auf die aktuelle Situation am Ausbildungsmarkt: Ende Juni sind im Landkreis Ahrweiler laut Statistik noch 419 junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Die Unterstützung der Berufsberatung suchten seit Oktober 829 Jugendliche. Ihnen stehen zurzeit noch 272 offene Ausbildungsstellen gegenüber. Tatsächlich sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Jugendlichen weitaus niedriger sei, erklärt die Agenturleiterin. „Viele junge Leute denken einfach nicht sofort daran, sich bei uns abzumelden, wenn sie einen Ausbildungsvertrag unterschrieben oder sich doch für einen weiteren Schulbesuch oder ein Studium entschieden haben.“ Um die Lage besser einschätzen zu können, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsberatung in den nächsten Wochen beginnen, alle noch registrierten Bewerber anzurufen, um den aktuellen Stand abzufragen. Gerade der Landkreis Ahrweiler, mit seiner Nähe zu Bonn, Koblenz und Mayen profitiere aber auch hier von der Möglichkeit, einfach mal einen Blick über die Kreisgrenzen zu werfen. „Denn insgesamt gibt es in der Region durchaus mehr offene Stellenangebote als Bewerber.“ Die Vermittlung von Ausbildungsstellen gehe natürlich ungebremst weiter, betont Ulrike Mohrs. „Noch gibt es für Betriebe und Jugendliche viele Möglichkeiten - auch wenn Traumjob oder Traumbewerber vielleicht nicht mehr ohne Weiteres zu finden sind. Mit ein wenig Kompromissbereitschaft und gutem Willen auf beiden Seiten sind aber noch tolle Verbindungen möglich. Allerdings sollten sich alle, die bislang nicht zum Zug gekommen sind, sputen. Denn je näher der Ausbildungsbeginn rückt, umso schwieriger wird es.“ Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

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