Politik | 05.04.2013

Weniger Menschen im Kreis Ahrweiler ohne Arbeit

Arbeitsmarkt setzt auf den Frühling

Trotz frostiger Temperaturen ist die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld im März zurückgegangen

Kreis Ahrweiler. Damit haben nur die größten Optimisten gerechnet: Obwohl vor der Tür nach wie vor Eisfachtemperaturen herrschten und sich die Eifel in den letzten Wochen meist tief verschneit präsentierte, geht die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ahrweiler im März zurück. 3.251 Frauen und Männer sind laut Statistik zum Monatsende bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet - 59 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 auf 5 Prozent. Dass es sich dennoch nicht um einen „normalen“ Verlauf handelt, zeigt der Blick auf die Vorjahreszahlen. Damals gab es rund 600 Arbeitslose weniger, die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent.

„Es lässt sich nicht leugnen, dass der außergewöhnlich lange Winter sich auf den regionalen Arbeitsmarkt niederschlägt“, meint denn auch Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, die auch den Landkreis Ahrweiler betreut. Vor allem Bauunternehmen, Straßen- und Landschaftsbauer, bei denen zu dieser Jahreszeit normalerweise bereits Hochbetrieb herrsche, befänden sich in vielen Fällen noch immer in der winterlichen Zwangspause. „Gerade deshalb sind wir angenehm überrascht, dass die Arbeitslosigkeit im März in allen von uns betreuten Regionen zurück gegangen ist. Der Frühling lässt sich offenkundig auch von Schnee und Dauerfrost nicht unterkriegen.“ Zum einen liege dies sicher an der Gastronomie, die sich fürs Ostergeschäft rüste. Die Tatsache, dass im Ahrkreis - zumindest rein rechnerisch - ausschließlich Männer vom Aufschwung profitierten, zeige aber auch, dass viele andere Saisonbetriebe ihre Mannschaften wieder an Bord holten. Von der klassischen „Saisonarbeitslosigkeit“ der kälteanfälligen Betriebe sind nämlich ganz überwiegend Männer betroffen, die zu Beginn des Winters entlassen und an dessen Ende in der Regel wieder eingestellt werden. Darüber hinaus wurden der Arbeitsagentur im März 149 freie Stellen gemeldet - fünf mehr als im Februar und 14 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt liegen damit derzeit 345 Stellenangebote aus dem Landkreis vor.

Mit dem saisonalen Rückgang der Arbeitslosigkeit verschiebt sich auch das Verhältnis der beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), die sich mit dem Thema befassen. So schlägt sich der Rückgang diesmal allein im SGB III nieder, also bei der Arbeitslosenversicherung, wo im März 127 Arbeitslose weniger gezählt wurden als im Februar. Im SGB II hingegen - bei den sogenannten Harzt-IV-Empfängern - stieg die Zahl um 68 an. Beide Gruppen liegen allerdings deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück: Im SGB III gab es damals 261 und im SGB II sogar 340 Arbeitslose weniger. Derzeit gehören im Landkreis Ahrweiler 47,2 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer zum SGB III und werden von der Arbeitsagentur betreut, 52,8 Prozent werden dem SGB II und damit dem Jobcenter zugeordnet.

Für den April erwartet Ulrike Mohrs einen weiteren deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Auch wenn er in diesem Jahr sehr spät kommt, steht der Frühling in den Startlöchern. Und damit werden wir zumindest die Winterarbeitslosigkeit endgültig abbauen können.“ Ob die Wirtschaft in der Region darüber hinaus optimistisch genug in die Zukunft schaut, um auch eine konjunkturelle Steigerung einzuleiten, werde sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, meint die Agenturchefin.

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

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