Politik | 13.04.2015, 15:34 Uhr

CDU-Fraktion des Landtages fordert höhere Einnahmen und mehr Transparenz beim Arp-Museum

Arp-Museum könnte Schaufensterfunktion ins Ruhrgebiet schaffen

CDU-Landtagsfraktion befasste sich mit dem Bericht des Landesrechnungshofes

Horst Gies, Gerd Schreiner, Brigitte Hayn und Guido Ernst von der CDU-Landtagsfraktion trafen sich zum Meinungsaustausch.AB
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Remagen/Rolandseck. „Das Arp-Museum ist eine absolute Bereicherung für das nördliche Rheinland-Pfalz und das südliche Nordrhein-Westfalen und kann sich auch in Deutschland sehen lassen“, so die Meinung der CDU-Landtagsfraktion. Dennoch befasste und befasst sich die CDU-Fraktion des Landtages mit dem Bericht des Landesrechnungshofes, der die Wirtschaftlichkeit des Arp-Museums unter die Lupe genommen hatte.

Die CDU-Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Ahrweiler, Guido Ernst und Horst Gies, gemeinsam mit der kulturpolitischen Sprecherin im Landtag, Brigitte Hayn, sowie dem haushaltspolitischen Sprecher, Gerd Schreiner, hatten das Arp-Museum besucht und im Anschluss zu einer Pressekonferenz in Remagen eingeladen. Grundlage hierzu war der Bericht des Landesrechnungshofes zum Arp-Museum. Das 2007 von Stararchitekt Richard Meier entworfene Arp-Museum wurde für 33 Millionen Euro gebaut. Die Mittel stammten zum Teil aus dem Ausgleichsfond. Über vier Seiten widmet sich der Landesrechnungshof dem Arp-Museum. Die bei der Eröffnung des Museums erhofften 100 000 Besucher jährlich hatten sich nicht realisiert. Die Einnahmen der Arp-Stiftung als Betreiberin des Museums aus Eintrittsgeldern für Ausstellungen, Lesungen und Konzerte verringerten sich nach Aussage des Landesrechnungshofes von 390000 Euro im Jahr 2008 auf 350000 Euro im Jahr 2012. Hierzu habe beigetragen, dass immer weniger Besucher den regulären Eintrittspreis von acht Euro gezahlt hätten. Der Anteil der Besucher, die den vollen Eintrittspreis gezahlt hätten, habe sich gar auf 22 Prozent verringert. Zugleich sei der Anteil der Besucher mit freiem Eintritt von unter 14 Prozent auf fast 32 Prozent angestiegen.

Wenig Konzertkarten verkauft

Auch die Konzerte der Arp-Stiftung wurden beanstandet. Seit 2006 gibt es das Rolandseck-Festival mit bis zu acht Veranstaltungen pro Jahr. „Die Festivals waren trotz umfangreicher Werbemaßnahmen nicht ausverkauft“, heißt es im Bericht. Die Besucherzahlen seien tendenziell rückläufig. Für die fünf Konzerte 2012 seien bei insgesamt 1000 zur Verfügung stehenden Sitzplätzen nur 660 Karten verkauft worden. Das bedeutet, dass jede Konzertkarte mit mindestens 100 bis zu 182 Euro bezuschusst wurde. Der Landesrechnungshof schlug vor, die Arp-Stiftung in die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) einzubinden. Damit würde das Land beim Arp-Museum pro Jahr rund 200 000 Euro an Personal- und Verwaltungskosten einsparen.

Fördermittel erhalten

Der Landesrechnungshof stellte zudem fest, dass die Arp-Stiftung von 2008 bis 2013 mit Beträgen zwischen zwei Millionen und 5,4 Millionen Euro jährlich aus öffentlichen Mitteln gefördert worden sei. Insgesamt seien es in diesem Zeitraum mehr als 24 Millionen Euro gewesen. Aus dem Landeshaushalt seien Zahlungen von insgesamt 21 Millionen Euro geleistet worden. Davon seien fast 15,7 Millionen Euro auf die institutionelle Förderung entfallen, mehr als 4,1 Millionen Euro auf die Finanzierung von Baumaßnahmen und die Bauerhaltung sowie 1,2 Millionen Euro auf die dreijährige Übernahme der Betriebskosten der Immobilie zulasten des Budgets der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur habe Mittel von 3,1 Millionen Euro zur institutionellen Förderung bereitgestellt. Hinzu seien Projektfördermittel von 54 000 Euro gekommen. Zudem habe das Land der Arp-Stiftung den Bahnhof Rolandseck und den Museumsneubau mietfrei zur Verfügung gestellt. „Der Zuspruch von Besuchern aus Rheinland-Pfalz muss größer werden. Auch von Koblenz aus ist das Arp-Museum mit der Bahn sehr gut erreichbar“, so Guido Ernst.

Transparenz schaffen

Wichtig ist der CDU-Landtagsfraktion im Zusammenhang mit den Finanzen auch der Begriff Paragraph der Klarheit und Wahrheit. Zudem solle auch die Frage der Rechtsform auf den Prüfstand. Die Zahl der Freikarten müssten dringend reduziert werden. „Wir wollen uns an der Sachlichkeit orientieren“, betonte Guido Ernst. „Was wir brauchen ist das permanente Finger in die Wunde legen. Der Landesrechnungshofbericht darf nicht einfach in der Schublade verschwinden“, hob der haushaltspolitische Sprecher Gerd Schreiner hervor. So könne es nicht weitergehen. Das A und O sei Transparenz zu schaffen. „Nicht nur das Museum und das Gelände, sondern auch die Unterhaltung sind uns wert und teuer“, so Schreiner. Das Arp-Museum könne eine Schaufensterfunktion ins Ruhrgebiet schaffen. „Auslöser für uns bleibt der Bericht des Landesrechnungshofes. Es ist unsere Aufgabe hier vor Ort dran zu bleiben“, betonte Horst Gies. „Wir wollen, dass die Dinge auf den Tisch kommen“, mahnte Gerd Schreiner abschließend. Der Eintrittspreis wurde seit 2014 erhöht, abgebaut werden soll laut der Arp-Stiftung das Kontingent an Freikarten. Auch will man im Museumsshop höhere Erlöse erzielen. Zudem sucht die Arp-Stiftung nach einem neuen Konzept für die Musiksparte und sucht intensiv nach einem Kooperationspartner.

Horst Gies, Gerd Schreiner, Brigitte Hayn und Guido Ernst von der CDU-Landtagsfraktion trafen sich zum Meinungsaustausch.Foto: AB

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