Kindheitsträume aus Holz in mühevoller Kleinarbeit nachgebaut
Bunte Welt des Zirkus und der Karussells in Miniatur
Brohl-Lützing. Es ist schon eine eigene Welt, in die der 77-jährige Josef Benz eintaucht, wenn er seine bunten Miniaturmodelle im Obergeschoss seines Wohnhauses in Brohl-Lützing im Scheinwerferlicht der selbstgebauten Strahler ins rechte Licht rückt und in Gang setzt. Mit Sperrholz, ein wenig Elektronik und viel Farbe lässt er seine Träume wahr werden. Der gelernte Schreiner bastelt gerne und lässt mit seinen Modellen akribisch eine bunte Welt lebendig werden. Die Ideen dazu holt er sich auf dem Kirmesplatz oder aber bei Zirkusbesuchen.
Der 1936 in Brohl geborene Josef Benz lebte stets in seinem Heimatort. Hier wuchs er auf, besuchte die Schule und ließ sich zum Schreiner ausbilden.
Nach dem Eintritt in das Rentenalter ging er in seiner Freizeit gerne seinem Hobby, dem Modellbau nach.
Zunächst mit vorgefertigten Vorlagen bastelte er den Wiener Stephansdom, die Dresdener Semperoper wie auch verschiedene Schiffsmodelle. Doch dieses vorgefertigte Zusammensetzen reichte dem rüstigen Rentner bald nicht mehr aus. So wurde er selbst zum Baumeister und Ingenieur und kam zu seinen Wurzeln zurück, dem Holz.
Seine Modelle entstehen nach eigenen Entwürfen in mühevoller Kleinarbeit, wobei er Stück für Stück mit der Laubsäge aussägt. Bei der Gestaltung lässt er der Fantasie freien Lauf. „Mehrere Monate brauche ich schon, wenn eine Idee in ein Modell umgesetzt und fertig gestellt werden soll“, erklärte Benz, dem als nächstes Projekt ein Kettenkarussell vorschwebt, für das er sich bereits in der Entwurfsphase befindet. Das würde dann Platz nehmen neben den bereits bestehenden und stets immer wieder veränderten Modellen, die sich in der Enge des Raumes den Platz neben dem festlichen Opernhaus mit seiner großen Bühne teilen. Diese Bühne ist im Wesentlichen der Bühne des Stadttheaters Koblenz nachgebaut.
Gerne möchte Josef Benz seine Modelle einmal der Öffentlichkeit zugänglich machen. Der bisherige kleine Raum in seinem Wohnhaus ist aufgrund der Vielfalt der Ausstellungsstücke kaum für Besucher geeignet ist. Da jedoch der Transport bzw. das Umsetzen der Modelle in größere Räumlichkeiten mit viel Arbeit verbunden ist, will er einen zweiten, angrenzenden Raum in seinem Haus entsprechend herrichten.
Er würde sich wünschen, wenn er aus Altersgründen einmal nicht mehr in seinem Haus bleiben kann, dass dann die Sammlung trotzdem der Nachwelt erhalten bleibt
Bunt und vielfältig präsentiert sich die Sammlung der selbst gebastelten Modelle des Hobbymodellbauers.
Die Zirkuswelt spiegelt sich in diesem Modell eines Zirkuseingangs.
Gleich mehrere Modelle drehen sich auch auf diesem Tisch und strahlen mit bunten Lichtern.
