Zwibbelsmaat lockte Besuchermassen nach Bad Breisig
Buntes Treiben und beste Unterhaltung
Bad Breisig. Mit über 300 Ständen, gastronomischen Anlaufstellen und noch mehr musikalischer Unterhaltung als in den Vorjahren war Bad Breisigs Zwibbelsmaat 2018 wieder die erwartete Attraktion am Mittelrhein. Bei schönem Spätsommerwetter zog es viele Besucher in die engen Gassen der Quellenstadt, wo es vor allem am Sonntag kaum ein Durchkommen gab. Zu den Breisigern gesellten sich Gäste von der Ahr, aus der Eifel, Köln, Koblenz, aus dem Ruhrgebiet, aus dem Westerwald und dem Hunsrück. Entsprechend viel Geduld war auf auf dem Nadelöhr B9 gefragt, wo der Verkehr zeitweise zum Stillstand kam. Für Bad Breisigs Bewohner eine tägliche Erfahrung. Trotz des kostenlosen Bus-Shuttles zwischen Brohl und Remagen und des Fährdienstes zwischen Bad Hönningen und Bad Breisig hatten sich viele Besucher mit dem eigenen PKW auf den Weg gemacht. Geduld war an diesem Wochenende eine Tugend, die den Marktbesuchern abverlangt wurde. Aber dafür gab es eine Menge zu sehen, man konnte shoppen, was es eben nur auf Märkten dieser Art zu kaufen gibt, ein tolles Kulturprogramm erleben und entspannt miteinander feiern.
Partystimmung gab es schon am Freitag beim „kölschen Abend“ der Freiwilligen Feuerwehr in der Zehnerstraße. Die Kameraden der Wehr hatten ihr Fahrzeuge und Geräte aus der großen Halle geräumt und Platz gemacht für Gäste, die bei kölschen Tönen und kölschem Bier ihr rheinisches Hätz verwöhnen wollten. Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden.
Der traditionelle Fassanstich und damit die offizielle Eröffnung des diesjährigen Zwibbelmaats fand ebenfalls in der Halle der Feuerwehr statt. Brunnenkönigin Elena I. und Breisigs 1. Beigeordneter Norbert Heidgen, der die erkrankte Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch vertrat, schlugen mit handfester Unterstützung der gastgebenden Wehrleute die ersten Fässer an, aus denen traditionell Freibier floss. Am Abend gab es auch schon das erste Konzert auf der Kulturbühne der SPD im Kurpark. Nach dem Warm-Up trat das Duo Anita & Wolf mit Country-, Folk- und Popsongs auf. Auch hier durften kölsche Töne nicht fehlen. Mit Musik vom Band überbrückten die Breisiger Genossen um Sebastian Goerke die Zeit bis zum nächsten Live-Act am Samstagabend. Dann ließen es die zwei Musikerinnen und fünf Musiker, die gemeinsam COVERSTREET sind, im Kurpark mit toller Covermusik krachen.
Am Sonntag ging es mit einem Konzert der Original Goldbach Musikanten aus Kempenich weiter. Mit ihrer schmissigen Blasmusik haben sich die Musiker längst einen Namen gemacht und geben den Ton auch bei großen Events, zum Beispiel auf dem Nürburgring, an. Den Abschluss des musikalischen Wochenendes setzte Manfred Düllberg mit seiner Ein-Mann-Show. Zu hören: eigene Kompositionen, Gänsehaut-Balladen und bekannte Mitsing-Lieder. Am Dienstag, dem Tag der Familien und Senioren, gab es noch bekannte Hits vom Band. Da ließ das Publikum sich nicht lange bitten.
Mittelalterliche Tradition
Wie es im Mittelalter Tradition war, zogen wieder Musiker durch die Gassen der Stadt: Am Samstag die Guggelhupf-Blasmusiker der niederländischen Band Göt Net, am Sonntag die Blasmusiker von Fidelio Brohl. Auch die Museen der Stadt waren für Besucher geöffnet. Im Puppenmuseum waren echte Schätze und Raritäten zu sehen, von Sammlern liebevoll gepflegt. Eisenbahnfans konnten sich im Heimatmuseum die Ausstellung „Die Bahn und Breisig unter Dampf“ ansehen. Gut, dass der Qualm nur zu sehen, nicht mehr zu riechen war! Trotzdem - schade um eine schöne Zeit.
Zwischen Andacht und Geselligkeit die Stimmung rund um Breisigs St. Marien Pfarrei. Die Kirche hatte ihre Pforten seit Freitag geöffnet. Großer Andrang herrschte zum feierlichen Hochamt am Sonntag, aber immer wieder nutzen Besucher auch die Gelegenheit, sich die Kreuzreliquie, die sonst sicher aufgebahrt wird, aus der Nähe anzuschauen. Im ruhigen Kirchenschiff fanden sich auch immer wieder Menschen ein, denen es im Markttrubel zu viel wurde, vielleicht auch, weil es der einzige Platz war, der heute noch eine Brücke zur eigentlichen, religiösen Tradition des mittelalterlichen Marktes bildet. Eine beeindruckende Ruhe herrschte im Inneren der Kirche, nur wenige Meter entfernt pulsierte das Marktleben. Ideal für die musikalische Meditation am Samstag. Schon am Freitag war St. Marien Treffpunkt für das ökumenische Friedensgebet katholischer und evangelischer Christen.
Im Hof der Pfarrei St. Marien ein wichtiger Treffpunkt des Zwibbelmaats: die Cafeteria der Katholischen Frauengemeinschaft St. Marien. Hier gab es Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und Erfrischungsgetränke zu günstigen Preisen. Traditionell spenden die Frauen um ihre Vorsitzende Karin Muhr die Einnahmen für karitative und soziale Einrichtungen im Kreis Ahrweiler. Wie in den Vorjahren traf man sich in der Cafeteria zum Ausruhen, zum Austausch und zur Stärkung, denn alle Besucher waren sich wieder einig: Selbst gebackener Kuchen nach Mutters und Großmutters Rezepten schmeckt einfach am besten!
Das war sicher auch der Grund dafür, dass es am Reibekuchen-Stand des DRK zu langen Warteschlangen kam. Reibekuchen aus frischen Kartoffeln, von Hand geschält , gerieben und von freundlichen Freiwilligen gebraten und serviert. Das Warten lohnte sich, wie erfahrene Besucher immer wieder in der Warteschlange weitergaben. Zumal die Besucher mit dem Verzehr auch Gutes taten, denn auch das DRK finanziert mit dem Verkaufserlös wichtige Projekte. Staus bildeten sich auch immer wieder vor den Ständen mit Backfisch. So fangfrisch der Fisch auf den Tellern, so frisch das Wild aus heimischen Wäldern, das wieder in der Fahrschule Queckenberg serviert wurde. Besonders umlagert an diesem schönen Spätsommerwochenende: die Getränkestände. In der Grabenstraße machten sich die Mitglieder des Wassersportvereins Bad Breisig verdient um die Versorgung der Besucher mit kalten Getränken. Ganz in der Nähe der Platz mit den Fahrgeschäften, wo kleine Besucher großen Spaß hatten und die Eltern bestens versorgt waren.
Angebote, die es nicht überall gibt
Wer auf dem Zwibbelsmaat nach typischen Marktartikeln Ausschau hielt, konnte sich mit Putz- und Reinigungsmittteln, Küchenaccessoires, Taschen, Schuhen und Unterwäsche eindecken. Darunter viele Produkte, die man längst nicht mehr überall kaufen kann, landeten in den Einkaufstaschen. Der Markt - ein lebendiges Beispiel für den Wandel im Handel. Gut erhaltenes Gebrauchtes gab es beim Flohmarkt des katholischen Kindergartens Sonnenschein. Die Zwiebeln, die dem Markt seinen Namen geben, waren allerdings wieder eine Rarität. Zum Glück gibt es den Stand mit Blumenzwiebeln, der diesmal an der Grabenstraße der Gartenfreunde harrte. Die kamen denn auch in Scharen und gingen mit vollen Taschen nach Hause. Und mit dem sicheren Gefühl, dass es nach dem Ende des Traumsommers 2018 wieder einen Frühling geben wird. Und dann ist es auch nicht mehr weit bis zum nächsten Zwibbelsmaat in Bad Breisig!
Guggelhupf-Blasmusiker aus den Niederlanden sorgten für Stimmung.
Auch Guido Ernst MdL besuchte den Zwibbelsmaat.
