Matinee - Konzert der „Liedertafel“ im lauschigen Biergarten
Chorgesang von Glaube, Wein, und Liebe
Bad Breisig. Das war ein Vormittag - so recht zum Singen. In den von der Sommersonne durchfluteten Biergarten des Wirtshauses „Zum weißen Ross“ hatte der Männergesangverein „Liedertafel“ mit seinem dynamischen Vorsitzenden Viktor Schnickler zu seinem traditionellen Matinee-Konzert eingeladen. Gerade 130 Jahre alt geworden, hat der Chor nichts von seiner großen Fangemeinde in der Bürgerschaft eingebüßt. Er ist zwar dem Trend der Zeit folgend etwas geschrumpft, und die älteren Herren sind in der Überzahl, aber musikalisch hat er viel Gutes zu bieten. Wie gewohnt, wenn das Wetter mitmacht, waren beim Konzert die Stühle in dem lauschigen Park bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit Eberhard Hohn hat der Chor einen tüchtigen und äußerst beliebten Musikpädagogen am Dirigentenpult, dessen Charisma nicht nur die Sänger, sondern auch das Publikum in seinen Bann zieht. Der Chor hat auch gute Solisten: Hans Probst (Tenor) und Viktor Schmickler (Bariton) - und sogar Fritz Söller mit der Mundharmonika. Das alles waren beste Voraussetzungen für ein erlebnisreiches Auftreten der „Liedertafel“. Der Biergarten mit seinem grünen Dach aus Laub und Reben hat im Sommer seinen besonderen Reiz. Hierhin passt eine Vortragsfolge aus dem volkstümlichen Repertoire des Chors von Eberhard Hohn zusammengestellt. Er selbst findet stets passende verbindende Worte zwischen den Programmblöcken. Alexa Schmitgen on der Tourist-Info begrüßte das Auditorium.
„Musica zu Ehren“ von Wilhelm Heinrichs erklang zum Auftakt mit fröhlichem Unterton und schlug die Brücke zur Aufforderung „Singen, Klingen, Freude bringen“ mit der Feststellung: „Unsere Lieder klingen in die weite Welt hinein.“ Es folgte der musikalische Rippenstoß „Lebe-liebe-lache“ von Robert Pappert. Da kam die Einladung aus dem „Trinklied“ von Christoph Siegler gerade recht. Anschließend kam eintrauriges Lied, das den Damen die Tränen in die Augen drückte: der „Bajazzo“, der gesungene Jammer über die verschmähte Liebe eines traurigen Bänkelsängers. Es ist ein melodiöses Renommier-Stück, speziell für romantisch eingestellte Damen. Durch „Diese flotte Melodie“ von Peter Frommelt, eine Anleihe bei Glenn Millers Welthit „american patrol“, halb gesungen, halb gesummt, kehrte man zur guten Laune zurück. Nun besann sich der Chor auf seine weinselige Heimat: „Am schönen Rhein“ von Richard Pappert-Picard. Es folgte ein ernster Blick in den Westen Europas: Die „Irischen Segenswünsche“. Das Gebet von der Grünen Insel wurde ursprünglich getextet und komponiert von Marcus Pytlik, dann für Männerchor arrangiert von Othmar Kist. Die „Ilsebill“, das Chorlied von Anton Pash, feierte fröhliche Wiederauferstehung im Vortrag der „Liedertafel“. Ganz andere Töne gab es dann im Lied „Fremde Häfen“ will ich sehen, eine Art Shanty, sozusagen Seemannsgarn im Marsch-Rhythmus. In spanische Gefilde entführte der Chor das Publikum mit „Chiquita Rosa“ von Pasquale Thibaut. Noch einmal wird es „dunkel“: „Die Nacht“ von Wilhelm Heinrichs. Ein fröhlicher Ausklang waren dagegen die „American Folksongs“, zusammengestellt von Otto Groll. Reicher Beifall der Besucher und die eine oder andere Zugabe folgten, sodass es ein erlebenswerter Vormittag mit der „Liedertafel“ war.
