Allgemeine Berichte | 16.02.2015

Weiberfastnacht - Karneval wie aus dem Lehrbuch

Das Damenkomitee zog alle Register

Das Damenkomitee beim Schlusslied: „Mir stonn zesamme !“ .FA

Bad Breisig. Am Nachmittag der Weiberfastnacht schlug wieder die große Stunde des Damenkomitees der quellenstädtischen KG. Es war wieder einfach großartig, nahezu professionell, was die von Präsidentin Irmgard Köhler-Regnery und „Allzweckwaffe“ Birgit (Biggi) Geef angeführten Mitglieder des Damenkomitees auch in diesem Jahr veranstalteten. Jedes Jahr meint man, besser gehe es nicht - und Breisigs Karnevalistinnen schaffen es immer wieder, sich selbst zu übertreffen. Allerdings - die Damen des Komitees verstehen es auch, Begabte aus allen Korporationen der KG in ihr Programm einzuspannen, und da wird einiges an zeitlichen Opfern, an Proben und schließlich - an Leistung von den Mitwirkenden verlangt. Aber alle Protagonisten sind mit viel Freude und Opferbereitschaft dabei. Diesmal waren die fünf Stunden Programm eine einzige Hommage an die Karnevals-Hauptstadt Colonia, überschrieben mit „Kölner Lichter“. Die Choreographie der Veranstaltung war kaum zu übertreffen. Keine Sekunde Langeweile für das Publikum, das sich von dem längst weit verbreiteten Ruf dieser Veranstaltung hatte locken lassen; es füllte die alt-ehrwürdige, mit viel Liebe dekorierte Jahnhalle bis auf den letzten Platz. Schon das Bühnenbild, gestaltet von der kunstsinnigen „Komiteelerin“ Andrea Kapser: Es war die prächtig nachempfundene Skyline der Domstadt mit den von Lichterketten umsäumten Domtürmen, der Hohenzollernbrücke, mit vielen Wappen der Karnevalsmetropole - mehr optische Komplimente für Köln sind kaum denkbar. Irmgard Köhler-Regnery, die von kölscher Kultur inspirierte, stets einfallsreiche und schlagfertige Präsidentin, war die umwerfend komische Moderatorin des Programms. Die Musikband „Rhein-Ahr-Spatzen“, ganz auf kölsche Melodien getrimmt, waren einmal mehr das musikalische Schmuckstück des Abends. Die Darbietungen begannen nach dem Begrüßungslied der Protagonistinnen mit der köstlichen Vorstellung der allerkleinsten Gardisten, betreut von Sandra Brandau, Laura Herter und Steffi Harsche. Nach Auftritt der „Minis“ plauderte Komitee-Mitglied Claudia Dreesbach gereimt über die Interna bei den Vorbereitungen des Programms. Die gleiche Claudia trainiert, zusammen mit Andrea Herter, die Kadetten des Funkenkorps, die mit ihrem flotten Tanz die Brücke schlugen zu einem höchst originellen und witzigen Programm-Einfall: Das Duo „Sefredi vom Hasenberg“: Mutter Andrea Weiss (als Puppe im Mülleimer) und Sohn Sebastian sorgten mit einem Strauß bester Pointen für viel Fröhlichkeit in der Narrhalla. Der folgende Tanz der „Lollypops“ war - wie immer - ein Ausdruck getanzter Lebensfreude. Es folgte in Vortrag, wie ihn nur Biggi Geef bringen kann: Ein fröhlicher, dennoch unter die Haut gehender Abschied aus ihrer Zeit als „Lieblichkeit“ auf dem Prinzenthron und ihre Rückkehr in das Komitee. Das Dragonercorps, trainiert von Tine Klapperich, bestach mit seinem einfallsreich choreographierten Tanz, ehe der große Moment für Irmgard Köhler-Regnery kam. Sie ist nun einmal eine begnadete Entertainerin, die mit ihren ohne Manuskript geplauderten Storys und Satiren das Publikum vom Hocker reißt. Ihre - tatsächlichen oder erfundenen - Erinnerungen an die Marotten ihres halb-chinesischen Patenkindes, der Tochter einer ehemaligen Mitschülerin vom Kalvarienberg, treiben den Leuten Lachtränen in die Augen. Als Irmgard dann spielt, wie sie das Casting zum Superstar mitmacht, und dabei in Konkurrenz zu ihrem Lebensgefährten Gerd Kaiser tritt, da bringen beide den Saal zum Toben. Der Vortrag des Bewerbungs-Titels „Je ne regrette rien“ - dieses berühmten Hits von Edith Piaf, bricht alle Zurückhaltung beim Publikum - minutenlange stehende Ovationen. Dieser Beitrag war schon ein veritables Highlight - ein nächstes schließt sich gleich an: Die fulminante Playback-Show mit einem Medley Kölscher Hits. Hier nicht nur dilettantisches Nachmachen der Mundbewegungen - vielmehr sind es in vielen Proben einstudierte Parodien bei toller Kostümierung. Da stehen Vertreter domstädtischer Musikkultur aus dem Grab auf und erwecken Erinnerungen: Karl Berbuer mit seinem Song von den „Eingeborenen aus Trizonesien“, Willi Ostermann mit seinen Rhein- und Weinliedern, Willy Millowitsch und sein „Kölscher Jung“, Trude Herr mit ihrer Sehnsucht „Ich will lieber einem Mann“, daneben aktuelle Typen kölschen Liedguts (z.B. Et Fussich Julche, Gaby Köster, die Motto-Queen Marie-Luise Nikuta und viele andere). Für die Interpretation werden Begabte aller Korporationen der KG eingespannt. Wo gäbe zum Beispiel es je einen besseren Millowitsch als Funken-Kommandant Phillip Klee ?! Dazu machten als Überraschung Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach auf der Bühne mit - als Schotten mit Dudelsack im Outfit von „Brings“. Schließlich der opulente Einzug der neuen „Königin“: Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch. „Queen“ Gabriele gibt dem Landrat und dem Verbandsbürgermeister allergnädigste „Audienz“ und verleiht ihnen den Ritterschlag. Die Show mündet in der vielköpfigen Interpretation des Songs der „Bläckfööss“ zu den Kölschen Spektakel: „Mach de Auge op on du wes sinn, dat all die Leechter öm dich röm - in Wohrheit Kölner Leechter sin“. Eine durchdachte, wundervolle, gut gesungene Hommage - nicht nur für das große Lichtspektakel des domstädtischen Sommers. Auch die Bad Breisiger Interpreten sparen nicht an Leuchteffekten zum großen Höhepunkt des frühen Abends. Vor der Pause noch ein Wiedersehen mit dem Piraten -Tanz der Brohler Narrenzunft. Was konnte nach diesen Höhepunkten noch kommen ? Ein Erlebnis, dem man alljährlich entgegen fiebert: die getanzte Kostümschau des Damenkomitees. Diesmal waren es denkbar aufwändige Clown - Outfits, die von den „Komiteeterinnen“ in einem sportlich durchaus anspruchsvollen Tanz präsentiert wurden - ein von begeistertem Beifall gefeierter Augenschmaus. Als Kontrapunkt folgt ein nicht alltäglicher Einfall im Auftritt des KG-Spielmannszuges unter Manuela Gesell: Eine deftige, urkomische Darbietung mit Anspielungen auf bayrisches - und dann rheinisches Kulturgut. Eine viel bewunderte Lichtschau bot das Korps der „Skylight - Majorettes“, einstudiert von Alexandra Hoss und Marion Feix. Laut wurde es, als die zwei Halligalli - Interpreten „Night Live“ den Saal mit populären Hits 20 Minuten lang zum Toben brachten. Prima das Herrenballett der KG Niederzissen mit seiner „Wildwest“ - Schau. Zum fulminanten Abschluss des Events marschierten das KG - Funkenkorps unter Kommandant Philipp Klee und der KG - Elferrat auf und schlossen nach Tradition Frieden mit „aufsässigen Damen des Komitees“. Eine höchst erlebenswerte Veranstaltung schloss mit dem gemeinsamen Lied der Frauen - einem Bekenntnis zum weiteren Zusammenhalt im Dienst des Bad Breisiger Karnevals

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Beziehungs-Probleme: Irmgard Köhler-Regnery und Gerd Kaiser In Konkurrenz bei DSDS-Präsentation.

Beziehungs-Probleme: Irmgard Köhler-Regnery und Gerd Kaiser In Konkurrenz bei DSDS-Präsentation.

Königin Gabriele beim „Ritterschlag“ für Bernd Weidenbach.

Königin Gabriele beim „Ritterschlag“ für Bernd Weidenbach.

Das Damenkomitee beim Schlusslied: „Mir stonn zesamme !“ .Fotos: FA

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