Detlef Odenkirchen kritisiert den Umgang mit angestellten Lehrern
Das Land lässt seine Lehrer im Stich
Kreis AW. Ferienzeit ist für viele Lehrer Horrorzeit. Wenn andere berufstätige Menschen in Urlaub fahren, treibt es den Lehrern erst einmal tiefe Sorgenfalten ins Gesicht. Jedes Jahr zu den Sommerferien hin werden hunderte von jungen Lehrkräften in Rheinland-Pfalz auf die Straße gesetzt. In diesem Jahr sind es 788 Menschen im Land, die sich eine unfreiwillige Auszeit nehmen müssen.
Sie fühlen sich alleine gelassen, nicht wertgeschätzt. Würde man den Faktor 2,5 (ein Partner und durchschnittlich ein halbes Kind) anwenden, wären im Land schon annähernd 2.000 Menschen betroffen. Ob sie dann wieder eingestellt werden, bleibt für viele offen. Einen Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung haben sie generell nicht. „Es ist eine Schande, wie man mit jungen Lehrern hier bei uns im Land umgeht. War doch der Lehrer einst neben dem Pastor und dem Schutzmann eine Respektsperson, der man mit Würde und Achtung entgegnete. Wo bleibt die Wertschätzung für Menschen, die heute noch den Lehrerberuf wählen?“, so der Kommunalpolitiker Detlef Odenkirchen aus dem Kreistag Ahrweiler. „Was sich die Landesregierung in Mainz derzeit erlaubt, und zwar regelmäßig und Jahr für Jahr aufs Neue, wird den Menschen einfach nicht gerecht. In der freien Wirtschaft fordern wir eine gewisse Fairness von Arbeitgebern zu den Mitarbeitern, das funktioniert auch in der Regel. Das, was das Land mit seinen angestellten Lehrerinnen und Lehrern macht, ist schlichtweg eine Unverschämtheit. Ich fordere mehr Solidarität für diesen Berufsstand“, zeigt sich Odenkirchen verärgert.
Kommunen sind oftmals als Schulträger nah am Geschäft und somit bekommen sie auch hautnah diese Probleme mit. Hinzu kommt der hohe überdimensionale Stundenausfall an allen Schulen im Land. Dort wird die Basis, ja der Grundstein für das Lernen junger Menschen gelegt. Dort erhalten die Kinder das Fundament für ihre ureigenste Entwicklung und somit deren Zukunft. Der junge Mensch mit der Lehrerausbildung hat demzufolge überhaupt keine Planungssicherheit. Wie ist dies miteinander vereinbar? Einerseits fordert die Gesellschaft, dass junge Menschen zusammenkommen und Familien gründen, andererseits wird dies ad absurdum geführt, denn ohne berufliches Fundament, ohne regelmäßiges Einkommen, werden die Menschen nicht sonderlich motiviert sein, eine Familie zu gründen, Kinder zu bekommen und ein Häuschen bauen. In einer postmodernen Gesellschaft darf es so etwas nicht mehr geben. „Wir wollen doch aufgrund der demografischen Entwicklung das Bildungssystem in unserem Land individualisieren, dann müssen wir auch entsprechend Lehrer ausbilden und beschäftigen. Und, mit Verlaub, warum sollen Lehrer keinen Urlaub machen dürfen?“, fragt sich Odenkirchen.
Auch der Landesregierung sollte es nicht entgangen sein, dass man mittlerweile im 21. Jahrhundert angekommen ist. Polizeistellen werden im Land abgebaut. Beamte werden in den Ruhestand versetzt und die Planstellen nicht mehr neu besetzt. Die Beamten bauen zu viele Überstunden auf, werden zum Teil krank und auf den Dienststellen herrscht permanente Unterbesetzung und somit eine dauerhafte Überbelastung der diensthabenden verbleibenden Beamten. Andere Polizeidienststellen Land auf, Land ab werden geschlossen. Die jüngste Entscheidung der Landesregierung ist das Beschneiden der Infrastruktur „Straße“. Künftig sollen dem Straßenneu- und -ausbau finanzielle Kürzungen landesweit unterliegen. Ein weiterer Einschnitt. Sind diese politischen Entscheidungen einer Landesregierung noch zukunftszugewandt? Die Zukunft in Rheinland-Pfalz sieht derzeit nicht rosig aus. Quo vadis Rheinland-Pfalz? Eine Frage, die zunächst unbeantwortet bleiben dürfte.
Pressemitteilung
Detlef Odenkirchen,
CDU Kreisverband Ahrweiler
