Großes Fest der Levana-Schule zum 40-jährigen Jubiläum am 14. Juni
Der Lehrplan richtet sich nach dem Kind
Individuelles Lernen in kleinen Gruppen ermöglicht eine optimale Förderung
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ordner mit den Berichten über die Levana-Schule in der Kreisstadt sind dick. Auch Alt-Kanzler Helmut Kohl informierte sich in seiner Amtszeit als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz über die beispielhafte Arbeit in der Förderschule. „Wir haben die Förderschwerpunkte ganzheitliche und motorische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, sehen uns in der Verpflichtung wie die römische Göttin Levana. Zu ihr beteten die Mütter in der Antike, dass die Väter ihre Neugeborenen aufheben und so als ihre Kinder annehmen. Wir nehmen jedes Kind mit seinen Behinderungen, aber auch ganz eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten an. Fördern die individuellen Möglichkeiten eines jeden Schülers. Dazu gehen wir auf die Kinder ein. In kleinen Gruppen lernen sie, dazu steht ein gut ausgebildetes Kollegium zur Verfügung. Außerdem haben wir die entsprechenden Geräte, dazu gehören Hilfsmittel zur motorischen Hilfe im täglichen Leben ebenso wie moderne Technik vom Laptop bis zum Smart-Board“, erläuterte Rektor Gerd Jung. Am kommenden Samstag, 14. Juni, wird die „Sonderschule für geistig Behinderte“, so hieß sie vor genau 40 Jahren bei ihrer Eröffnung, den runden Geburtstag mit einem bunten Programm feiern. Inzwischen haben sich einige Ausrichtungen im Vergleich zu 1974 geändert, sodass die „Schule mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung“, wie sie heute heißt, mit ihrem breiten Spektrum an individueller Förderung an die Öffentlichkeit tritt. Quirliges Leben begegnet dem Besucher in der Levana-Schule im Schulzentrum Bachem direkt an der Ahr. Schulleiter Bernd Jung und Pressesprecherin Maria Meyerhoff zeigten gerne die Klassen. In Gruppen von sechs bis acht Kindern wird gearbeitet, aber auch gespielt, gewerkelt, gesprochen, Bewegungen gelernt, und, und, und. Viele Kinder und Jugendliche sind gar nicht im Gebäude, sie arbeiten bei Praktika, sind zu Fuß unterwegs. Immer begleiten sie die ausgebildeten Lehrer und Mitarbeiter der Förderschule. Auf die zurzeit 65 Schüler kommen knapp 30 Mitarbeiter, dazu arbeitet die Schule mit externen Fachleuten wie zum Beispiel Logopäden eng zusammen. „Nur in so kleinen Einheiten können wir individuell auf die Schüler eingehen“, erläuterte Maria Meyerhoff. Ein Blick in die Klassen zeigte sofort, was die Sonderschul-Pädagogin damit meinte: Rund um den Tisch saß gut eine Handvoll Kinder, einige bastelten, andere spielten mit einem Laptop, wie es aussah. „Dieser Junge lernt: Wenn er auf den Touchscreen drückt, passiert etwas. Es kommt ein Bild, oder der Computer spricht zu ihm. Das ist für den Jungen ein Erfolgserlebnis, und er fühlt Auslöser und Wirkung“, ergänzte Rektor Gerd Jung. Genauso unterschiedlich wie der Unterricht, genauso individuell sind die Krankheiten der jungen Schüler. Einer macht auf den ersten Kontakt einen ganz „normalen“ Eindruck, spricht ohne Probleme. Doch wenn er lesen oder schreiben soll, zeigen sich große Defizite. Ein Mädchen kann nicht sehen und hat grobmotorische Störungen.
Kinder haben feste Aufgaben
Eltern wären überfordert, die Kinder rund um die Uhr zu betreuen, ihnen gar die Schule zu ersetzen. Daher werden die Mädchen und Jungen von zu Hause mit Bussen abgeholt und nach dem Unterricht wieder dorthin gefahren. Die Schulpflicht beginnt mit sechs Jahren und gilt für zwölf Jahre. In der Schulzeit ist nicht nur Förderung im hellen und modernen Schulgebäude angesagt, die jungen Menschen schnuppern bei Praktika ins Berufsleben, haben dort ihre Erfolgserlebnisse, stoßen aber auch an die Grenzen ihrer Fähigkeiten und Belastbarkeiten. So finden nur wenige eine Festanstellung nach der Ausbildung, wie Leiter Bernd Jung bedauerte. Vielmehr werden die jungen Erwachsenen meist in der Behindertenwerkstatt in Sinzig beschäftigt. Dort haben sie ein Auskommen mit leichten Tätigkeiten, aber je nach Talent auch mit schon komplizierteren Beschäftigungen. In der behüteten Umgebung der Schule haben die Kinder auch feste Aufgaben, um das tägliche Leben in der Gesellschaft kennenzulernen. „Wir betreiben ein Bistro, das von den Kindern unter Betreuung des Kollegiums unterhalten wird. Da sind Erwachsene an der Kasse, denn damit wären die Kinder im stressigen Pausenablauf überfordert. Zurzeit entsteht das Bewegungsbad, das bald fertig sein soll und uns wieder weitere Möglichkeiten der Bewegung mit den Schülern geben wird. Der Kreis als Träger tut schon viel für uns, natürlich könnte es bei dem großen Spektrum unserer Arbeit mehr sein. Jetzt haben wir gerade beim Landeswettbewerb „Tablet-Schule“ 25.000 Euro gewonnen, die werden wir in moderne Computer-Technik investieren. Der Förderverein bewegt auch sehr viel. Um die Bürger auf unsere Schule und die Arbeit mit den beeinträchtigten Kindern aufmerksam zu machen, gehen wir bewusst in die Öffentlichkeit. Dazu veranstalten wir Konzerte, die immer sehr gut besuchten Karnevalsveranstaltungen und natürlich auch das Jubiläums-Schulfest am kommenden Samstag“, sagten Bernd Jung und Maria Meyerhoff. Das Fest der Levana-Förderschule beginnt am Samstag, 14. Juni, um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Um 10.45 Uhr werden Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Rektor Bernd Jung das Fest eröffnen. Anschließend präsentieren Schüler, Kollegium und Eltern die Ergebnisse der Projektwoche, es gibt „Spiel und Spaß für große und kleine Menschen“, einen musikalischen Frühschoppen, ab 13.30 Uhr Bühnenprogramm, Schülerdarbietungen und weitere Überraschungen. Bis 17 Uhr wird es rund gehen in der Levana-Schule, St. Pius Straße 25. Und damit die Besucher das ganze Programm in Ruhe genießen können, werden sie mit Speis und Trank bestens versorgt.
Schulleiter Bernd Jung und Pressesprecherin Maria Meyerhoff.
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13.01.: Bad Neuenahr-Ahrweiler: Zahlreiche Schüler von der Polizei kontrolliert
- Kiefer: Wenn ich sehe wie viele von Landershofen runter nach Ahrweiler ohne Beleuchtung fahren dann wird es mir schlecht. Jeden Morgen dasselbe Spiel
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- Ulrich Manns : Sehr beeindruckend das Engagement! Eine schöne Kultur, die man unbedingt unterstützen sollte. Danke an alle Beteiligten ???
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