Hundefreunde Brohl
Der richtige Umgang mit dem Hund will gelernt sein
Erneute Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte in Brohl
Brohl. Bereits im Juni 2012 war die Kindertagesstätte „St. Johannes d. T. Brohl“ mit über 30 kleinen Jungen und Mädchen auf der Hundewiese am Mühlengraben zu Gast. Gespannt lauschten sie damals den kindgerechten Erklärungen der beiden Hundetrainer und hatten völlig unbefangen ihre Freude an den drei Vierbeinern, die für den „praktischen Teil“ des Kinderworkshops „herhalten“ mussten. Bei so viel Interesse und Spaß der kleinen und großen Zuschauer war es damals für die Leiterin des Kindergartens Carola Reuter und den Sprecher der Hundefreunde Brohl Volker Gringmuth klar, dass das gemeinsame Projekt fortgesetzt wird.
Und am 5. November war es dann endlich wieder so weit. Bei herrlichem Sonnenschein fand der Workshop diesmal allerdings nicht auf der Anlage der Hundefreunde am Brohlbach statt, sondern direkt auf der Wiese oberhalb des Geländes der KITA. Denn der „Hundetreff“ wurde im vergangenen Jahr bereits im September und damit zum zweiten Mal von hungrigen Wildschweinen heimgesucht. „Und danach fanden sich kaum noch aktive Hundefreunde, die bereit waren, die zerstörte Spiel- und Trainingsfläche wieder herzurichten und die Zaunanlage wildschweinsicher zu verstärken“, so Volker Gringmuth.
Auch beim zweiten Workshop mit den Kleinen der Kita Brohl war Hundetrainerin Heike Schmickler von der Pfoten-Villa in Sinzig-Westum wieder mit dabei. Und natürlich ihre Gipsy, eine ehemalige Straßenhündin aus Rumänien. Der muntere Jack-Russel-Mix Lucky, der immer noch meint, er wäre Chef der Hundewiese, war ebenfalls mit von der Partie. Aktiv diesmal auch Bolinhos, genannt Bolli, ein schon etwas betagter, aber immer noch frecher kleiner Yorkshire Terrier. Besonderheit: Zwei spitze herausstehende Dracula-Zähnchen, die natürlich bei den Kindern besondere Aufmerksamkeit und Staunen erregten.
Der Umgang mit Vierbeinern sollte so früh wie möglich thematisiert werden. Der Kindergarten ist hier ein wichtiges Glied in der Kette, betonte Volker Gringmuth. Grundsätzlich sind natürlich in erster Linie die Eltern oder auch Großeltern gefragt, die im Rahmen ihres Erziehungsauftrages auch den Grundstein für eine Beziehung zwischen Hund und Kind legen müssen. Kindergarten und Schule können da nur unterstützend wirken. Leider werde dies von vielen Eltern übersehen beziehungsweise für nicht so wichtig gehalten, kritisierte Volker Gringmuth.
Der Hund ist nicht immer schuld
Die Hundefreunde versuchen mit ihrem Angebot an Kindergärten oder auch Grundschulen, einen kleinen Baustein zu liefern. Denn Kinder reagieren bei Vierbeinern vielfach entweder impulsiv und wollen überschwänglich streicheln oder knuddeln. Oder sie sind unter Umständen völlig verängstigt, weinen und rennen weg.
Und Hunde verhalten sich oft anders als von Kindern erwartet. Die Vierbeiner fühlen sich gestört, eingeengt oder unter Umständen bedroht. Sie bekommen Angst. Zuerst wird geknurrt, dann werden die Zähne gefletscht. Und schließlich beißt der süße kleine „Knuddelbär“ vielleicht sogar. Ein Missverständnis zwischen Tier und Kind. Aber der Vierbeiner ist meist immer schuld - bissig und nicht erzogen, so die landläufige Meinung mancher Erwachsenen. Dass hier häufig ein falsches Verhalten eines Kindes oder auch eines Erwachsenen zur natürlichen Reaktion des Vierbeiners geführt hat, wird dabei geflissentlich übersehen. Doch ein gesunder Hund beißt in der Regel nicht ohne Grund. Leider werden Kinder laut Statistik sehr viel öfter verletzt als Erwachsene. Denn Hunde sehen in Kindern oft Welpen, die sie erziehen wollen. Junge Hunde haben schließlich zu gehorchen, entsprechend ihrer Rangordnung im Rudel. „Deshalb dürfen Erwachsene jüngere Kinder auch nie mit Hunden allein lassen“, meint Volker Gringmuth, „egal wie groß oder niedlich die Vierbeiner sind. Hunde sind und bleiben Raubtiere, auch bei bester Erziehung.“ So sollte der Workshop im Kindergarten Brohl unter anderem mit dazu beitragen, den Kleinen Grundzüge im richtigen Umgang mit den Vierbeinern zu vermitteln. Die Hundefreunde Brohl wollten aber auch zeigen, dass Hunde fühlende Wesen mit eigenem Charakter sind. Kein Kind muss Angst vor einem Hund haben. Wichtig sei es mit dem Tier respektvoll umzugehen, so Volker Gringmuth. Und das sei die beste Voraussetzung dafür, einen richtig tollen Freund zu gewinnen.
Pressemitteilung
Hundefreunde Brohl
