Evangelische Christen rund um Bad Breisig feierten ihr Gemeindefest.
Die ganze Gemeinde an einem Tisch
Bad Breisig. Die Frage wurde mehr zufällig gestellt, traf aber den Nagel auf den Kopf: „Das Fest der evangelischen Kirchengemeinde Bad Breisig vom Sonntag dient also dazu, eine größtmögliche Zahl der Mitglieder im Glauben an einen Tisch zu bekommen?“ Die Antwort war eine totale Zustimmung von Pfarrerin Inge Gaebel: „So ist es, und zwar wortwörtlich. Und ich bin nach dem Auftakt des diesjährigen Festes mit einem sehr gut besuchten Gottesdienst sehr zufrieden.“ „Soviel Du brauchst“ hieß das Motto dieses Gemeindefestes in Anlehnung an das Motto des Deutschen Evangelischen Kirchentages und diese Thematik wurde aus verschiedenen Blickwinkeln und auf verschiedenen Stationen von den Gemeindemitgliedern durchleuchtet, diskutiert und bearbeitet. Gaebel: „Hier geht es zum einen um unsere Konsumgesellschaft, aber auf der anderen Seite steht hier auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Und dabei heißt es im Kern: „Was brauch ich eigentlich oder was fehlt mir in meinem Leben. Was kann ich tun, um zur Zufriedenheit zu kommen.“ Es geht also um eine Auseinandersetzung mit der Situation in dieser Welt, ebenso wie mit der Welt in sich selbst. Ersteres wirft die Frage auf: Wo verbrauchen manche viel mehr Licht, als sie für sich benötigen - während andere mehr im Schatten stehen, auch weil sie kaum etwas verbrauchen können, weil sie kaum etwas haben. Dabei gibt es viele und vielschichtige Antworten. Letzteres kann jedoch nur jeder Mensch für sich selbst beantworten. Verdeutlicht wurde der Themenkomplex an drei Stationen. Da war zunächst „die Insel“. Unter einer Palme lag ein Koffer, in den gepackt werden sollte, wovon jeder glaubte, neben den elementaren Grundbedürfnissen jedes Menschen nicht verzichten zu können.“ Das Handy zum Beispiel? Wieder so ein überflüssiger Einwurf? „Nein, nein“, so Gaebel, „für manche Leute ist es das Handy, was unverzichtbar erscheint. Aber ob es wirklich unverzichtbar ist. Damit muss sich jeder ganz alleine für sich auseinandersetzen.“ Station Nummer zwei war ein Quiz zum Motto mit Daten und Fakten, und die dritte Station übertitelte die Pfarrerin mit der Frage: „Wie ist das eigentlich so auf der anderen Seite der Welt? Mit wie viel kommen die Menschen dort eigentlich aus?“ Hier zielte Gaebel auf die Partnerschaft mit einer Gemeinde auf den Philippinen und verdeutlichte das Leben dort durch Erkenntnisse, die sie selbst mehrfach vor Ort gesammelt hat. Aber nicht nur das „In-sich-selbst-Gehen“ stand im Mittelpunkt dieses Gemeindefestes, auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Das Mittagsbüffet wurde aufgrund des Kälteeinbruchs mit Regen vom großen Festzelt hinter der Kirche nach dem Gottesdienst in die Kirche selbst verlagert. Es gab genügend Freiraum für Gespräche bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee und die Band Cold Stream sorgte für beste Unterhaltung für Junge und jung gebliebene Gemeindemitglieder und Gäste. Gaebel: „Also für nahezu alle, die den ganzen Tag über mitfeierten.“ Gerade über die hohe Anzahl der Jugendlichen freute sich die Pfarrerin, denn „das ist natürlich nicht immer so. Im Alltag ist die Altersstruktur höher. Aber es ist schön zu sehen, dass auch junge Menschen und junge Familien den Weg zu uns finden und mitmachen.“ So konnte dann die Pfarrerin zusammen mit dem Burgbrohler Kollegen Horst Küllmer dann schließlich nicht nur mit dem Auftakt, sondern mit dem ganzen Festtag ihrer evangelischen Kirchengemeinde Bad Breisig zufrieden sein.
Alles in Ordnung? Hier prüft die „Chefin“, Pfarrerin Inge Gaebel, selbst.
