Theater in Waldorf
Dostojewskijs „Böse Geister“ treiben in Waldorf ihr Unwesen
Fünf Vorstellungen spielt „Theater Total“ vom 18. bis 21. Juni
Waldorf. Die Gemeinde Waldorf präsentiert: „Theater Total“ auf Deutschland Tournee 2015 zum 16. Mal in Waldorf vom 18. bis 21. Juni - „Böse Geister“ von Fjodor Dostojewskij (wegen der großen Nachfrage fünf Vorstellungen, Kartenvorbestellungen empfohlen): am 18. und 19. Juni um 9 Uhr Schüleraufführungen, am 19. Juni um 19.30 Uhr Premiere, am 20. Juni um 19.30 Uhr und am 21. Juni um 16 Uhr. Vorverkauf: Volksbank Niederzissen, Tel. (0 26 36) 94 20; Hofladen Waldorf, Tel. (0 26 36) 63 60; Tourist Info Bad Breisig, Tel. (0 26 33) 4 56 30; Lesezeit Sinzig, Tel. (0 26 42) 99 59 55; Gänseblümchen Sinzig, Tel. (0 26 42) 99 97 87; Basislager Ahrweiler, Tel. (0 26 41) 22 27. In der Pause und nach der Vorstellung Buffet-Verkauf.
In ihrer Theaterfassung, die auf Dostojewskis über 900 Seiten umfassenden Roman basiert, konfrontieren die jungen Schauspieler das Publikum in einer intensiven, aufwühlenden Darstellung des Schicksals von Menschen aus der russischen Provinz mit den damals wie heute, in Russland wie bei uns wichtigen Fragen: „Wie leben wir?“ - „An was können wir noch glauben?“ - „Wofür setzen wir uns wirklich ein?“ In einem Provinznest verläuft das Leben und die platonische Beziehung für Warwara Stawrogina, die als edle Dame und Wohltäterin versucht, die Fäden in der Hand zu halten, und Stepan Werchowenskij, den gebildeten, aber sehr emotionalen Professor und Literaten, der von Warwara finanziell ausgehalten wird, recht normal - bis Warwaras Sohn Nicolai Stawrogin und Stepans Sohn Pjotr nach Hause zurückkehren.
Nicolai ist schön, genial, hat ausschweifend aber gefühlskalt gelebt und wird trotzdem von allen geliebt und bewundert. Er selbst kann an nichts mehr glauben, lässt Dinge geschehen und wird dadurch schuldig am Tod anderer. Am Ende nimmt er sich als ein wie von bösen Geistern Getriebener das Leben, obwohl er mit einer Frau, die ihn liebt, in die Schweiz ziehen könnte. Pjotr ist ein selbst vor Mord nicht zurückschreckender Anarchist und Aufrührer, der andere für seine Ziele schamlos opfert. Als seine Pläne, die Gesellschaft in eine Art totalitäre Diktatur zu verwandeln, scheitern, macht er sich einfach aus dem Staub.
Bei „Theater Total“ finden sich jedes Jahr 30 junge Menschen aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten und sich auf einer ganzen Bandbreite kreativer Berufe auszuprobieren. Schauspiel, Tanz, Tai-Chi und Akrobatikunterricht gehören genauso zum Alltag, wie die Zubereitung eines täglichen Mittagessens für 30 Personen und die Organisation einer dreimonatigen Tournee durch Deutschland und die Schweiz. Gemeinsam mit professionellen Künstlern wird ein Theaterstück inszeniert, das von Ende März bis Juli auf der Tournee gespielt wird. Inszenierung: Barbara Wollrath-Kramer.
