Politik | 11.05.2015

Landratswahl im Kreis Ahrweiler mit einer Wahlbeteiligung von 29,7 Prozent

Dr. Jürgen Pföhler im Amt bestätigt

75,2 Prozent der Stimmen erhalten - Kandidat Dr. Axel Ritter kam auf 24,8 Prozent

Dr. Jürgen Pföhler (l.) wurde für weitere acht Jahre im Amt des Landrats des Kreises Ahrweiler bestätigt. Der CDU-Kreisvorsitzende Horst Gies (r.) freute sich zusammen mit Pföhlers Ehefrau Andrea, CDU-Kreistagsfraktionschef Karl-Heinz Sundheimer, FDP-Fraktionschef Ulrich van Bebber und FWG-Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch über die Titelverteidigung.JOST

Kreis Ahrweiler. Dr. Jürgen Pföhler (CDU) bleibt für weitere acht Jahre Landrat des Kreises Ahrweiler. Bei der Urwahl zum Landrat konnte er 75,2 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen, sein Gegenkandidat Dr. Axel Ritter, der als Einzelkandidat gestartet war, freute sich über beachtliche 24,8 Prozent der Wählerstimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 29,7 Prozent. Dieses Ergebnis verkündete Kreiswahlleiter Horst Gies kurz nach 19 Uhr am Sonntagabend in der Kreisverwaltung, wo sich etwa zwei Dutzend Kommunalpolitiker aller Couleur - bis auf die Grünen - eingefunden hatten. „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, die Bürger haben mir mit großer Mehrheit ihr Vertrauen gegeben“, äußerte sich Pföhler. In den kommenden acht Jahren werde er sich bemühen, die vordringlichen Dinge in die Tat umzusetzen. Eines der Hauptthemen sei der demografische Wandel. Er wolle aber auch schnelles Internet für alle im Kreis Ahrweiler in die Tat umsetzen. Die Bande zum benachbarten Köln-Bonner Raum wolle er künftig verstärken, um mittelfristig zu einer „Metropolregion“ zusammenzuwachsen.

Wahlsieg der bürgerlichen Mitte

Pföhler bezeichnete das Ergebnis als „einen Wahlsieg der bürgerlichen Mitte“, denn außer der CDU hätten ihn ja auch die FDP und Teile der FWG im Wahlkampf unterstützt. Er vergaß aber auch nicht, den ehrenamtlichen Wahlhelfern in den Wahllokalen zu danken und freute sich darauf, dass er länger im Amt sein werde als sein politisches Vorbild Helmut Kohl, wenn er die nun beginnende Wahlperiode bis zum Ende bestreitet. Mit der Wahlbeteiligung war er allerdings nicht ganz zufrieden. Wenn sie auch durchaus im Landesdurchschnitt bei vergleichbaren Urnengängen liege, müsse man mittelfristig doch darüber nachdenken, ob die Urwahl in solchen Fällen überhaupt noch zeitgemäß sei. Wie man das Problem genau lösen könne, wisse er zwar auch nicht, regte aber zugleich an, über Modelle wie die Wahlpflicht nachzudenken, die es in anderen europäischen Ländern bereits gebe.

„Mit dem Ergebnis kann der Amtsinhaber nicht zufrieden sein“, fand hingegen der unterlegene Bewerber Dr. Axel Ritter, der der Presse im Kreis Ahrweiler insgesamt lautstark „parteiische Berichterstattung“ vorwarf. Dennoch hätten sich fast ein Viertel der Wähler gegen Pföhler ausgesprochen. Er könne nur hoffen, dass Pföhler künftig berücksichtige, was Ritter angeregt habe: Die Menschen sollten sich im Kreis Ahrweiler wieder wohlfühlen, und ein besserer Dialog mit den Bürgern sei ebenfalls wünschenswert. Er versprach zudem: „Ich werde der Stachel im Kreis Ahrweiler bleiben.“ Ob das allerdings weiterhin bei der Partei „Die Piraten“ der Fall sei, wisse er noch nicht. Die Unterstützung von deren Seite im Wahlkampf sei doch sehr überschaubar gewesen, sein Team habe aus gerade mal zwei Leuten bestanden.

Respekt über die Parteigrenzen hinaus

Durchweg zufrieden zeigten sich die Vertreter der anwesenden Kreistagsfraktionen mit dem Wahlergebnis. „Jürgen Pföhler hat gute Arbeit gemacht, das haben die Bürger anerkannt, und das belegen auch die Zahlen“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Sundheimer. Das vergleichsweise gute Wahlergebnis des Gegenkandidaten setzt sich wohl überwiegend aus Protestwählern zusammen, schließlich könne man nicht alle überzeugen. SPD-Kreisbeigeordneter Fritz Langenhorst freute sich über eine punktgenaue Vorhersage des Wahlergebnisses: „Genau das Ergebnis hatte ich erwartet.“ Schließlich sei die Arbeit von Landrat Pföhler in den vergangenen mittlerweile 16 Jahren flächendeckend gut gewesen.

Sein Kollege Friedhelm Münch von der FWG freute sich natürlich in erster Linie über den herausragenden Erfolg seines Parteikollegen Johannes Bell, der mit deutlicher Mehrheit zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal wiedergewählt wurde. „Ich freue mich aber auch über das tolle Ergebnis von Pföhler,“ wenn er auch die 25 Prozent für Axel Ritter erstaunlich fand. „Die Wähler nutzten die Alternative, wollten aber nicht den Gegenkandidaten ins Amt haben, sondern damit ihr Nein für Pföhler ausdrücken.“ Dr. Johannes Hüdepohl, Fraktionschef der Alternative für Deutschland (AfD), gab als kommunalpolitischer Neuling offen zu: „Ich hatte gar keine Erwartung. Aber wir werden im Kreistag weiter mit dem Landrat vertrauensvoll zusammen arbeiten.“ Das Miteinander mit dem wiedergewählten Landrat sei in den vergangenen Monaten völlig positiv gewesen. Allerdings fand er das Ergebnis von Axel Ritter auch durchaus respektabel. FDP-Fraktionsvorsitzender Ulrich van Bebber ergänzte: „Es ist ein gutes Ergebnis für den Kreis, wir haben Landrat Pföhler unterstützt. Er ist ein fairer, kundiger und verlässlicher Partner. Jetzt geht es für den Kreis Ahrweiler vernünftig weiter.“

Blumen und eine riesige Torte als Dank

Mit Blumen und einer riesigen, komplett in Handarbeit hergestellten Torte von Bäcker-Innungsobermeister Ralf Genn mit Pföhlers Wahlkampfslogan „Weiter KreisAufwärts“ beglückwünschte die Kreis-CDU ihren siegreichen Kandidaten. Der gab zu, nach dem anstrengenden Wahlkampf durchaus eine persönliche Leistung zu verspüren. „Die ganze Familie ist jetzt sehr entspannt“, dankte er auch seiner Ehefrau Andrea und Sohn Hendrik für die Unterstützung und dass sie ihn in den vergangenen Wochen und Monaten ge- und ertragen hätten.

Dr. Jürgen Pföhler (l.) wurde für weitere acht Jahre im Amt des Landrats des Kreises Ahrweiler bestätigt. Der CDU-Kreisvorsitzende Horst Gies (r.) freute sich zusammen mit Pföhlers Ehefrau Andrea, CDU-Kreistagsfraktionschef Karl-Heinz Sundheimer, FDP-Fraktionschef Ulrich van Bebber und FWG-Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch über die Titelverteidigung.Foto: JOST

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