Politik | 02.12.2014

„Eine dümmliche Disziplinierungsmaßnahme“

Leserbrief zu Artikel „12-jährige Ronja wird an Bushaltestelle stehen gelassen“ in Blick aktuell Nr. 48/2014

Als „Fahrgast“ habe ich einiges erlebt: Auf den letzten Bus gewartet an der Haltestelle Kreissparkasse. Der Busfahrer hat nicht gehalten, er ist einfach weitergefahren. Der Vorgang hat sich wiederholt. Ich habe mir dann ein Taxi genommen. Meine Kosten habe ich der Geschäftsstelle vorgelegt; diese wurden erstattet. Mit dem Fahrrad unterwegs hatte ich eine Reifenpanne. Es war November, 18 Uhr, der letzte Bus stand in Waldorf. Die Beförderung wurde mir verweigert. Also bin ich mit dem Fahrrad zu Fuß nach Dedenbach gegangen. Auf der Geschäftsstelle habe ich dann erfahren, sehr wohl hätte ich befördert werden müssen, auch mit Fahrrad, weil kein einziger Fahrgast im Bus war. Hier ist ersichtlich, wo eigentlich der Hase im Pfeffer liegt.

Zum Fall Ronja: Sieht so eine Konfliktlösung aus? Null-Toleranz-Strategie, sondern zynische Missachtung. Null Empathie. Dümmliche, durch nichts zu rechtfertigender Disziplinierungsmaßnahme. Keine Strafe ohne Gesetz. Ansprechpartner ist die Mutter und nicht das Kind. Ich frage mich, wo bleibt die Reaktion von Kinderschutzbund, Jugendpflege, Schutz und Sicherheit für Kinder, Frauenforum? Gesetz über die Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten Artikel 7, Charta der Grundrechte der Europäischen Union, Artikel 24 (Rechte des Kindes) (1) Kinder haben Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für ihr Wohlergehen notwendig sind. Ihre Meinung wird in den Angelegenheiten, die sie betreffen, in einer ihrem Alter und ihrem Reifegrad entsprechenden Weise berücksichtigt. (2) Bei allen Kindern betreffenden Maßnahmen öffentlicher Stellen oder privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein. Herr Landrat Dr. Pföhler, bitte übernehmen Sie!

Günter Lessenich, Bad Breisig

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