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Solarenergie und Biomasse mit deutlichen Zuwächsen im Kreis Ahrweiler

Energiewende kommt voran

25.11.2013 - 14:54

Kreistadt. Immer mehr Strom im Kreis Ahrweiler stammt aus erneuerbaren Energien. Der Anteil hat sich 2012 auf fast zehn Prozent erhöht. Das ergibt sich aus dem aktuellen Statusbericht "100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region", der jetzt im Kreis- und Umweltausschuss vorgestellt wurde.

Der Ahrweiler Kreistag hat im Juni 2011 beschlossen, den Stromverbrauch im Kreis Ahrweiler bis zum Jahr 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken zu wollen. Landrat Dr. Jürgen Pföhler: „Diesem Ziel sind wir einen guten Schritt nähergekommen. Dies zeigt deutlich, dass die vielen Maßnahmen und Projekte von Privaten, Kommunen und Kreis zu wirken beginnen. Jetzt zahlt sich auch aus, dass wir im Kreis Ahrweiler in vielen Bereichen bereits vor Fukushima angefangen haben.“ Im Ausschuss verwies Pföhler auf deutliche Zuwächse in einzelnen Bereichen: bei der Solarenergie 700 Prozent in sechs Jahren, bei der Biomasse 460 Prozent im gleichen Zeitraum. Dennoch seien in den kommenden Jahren im Kreis Ahrweiler, im Land Rheinland-Pfalz und in ganz Deutschland noch erhebliche Anstrengungen notwendig. Letztlich gehe es um das Umsteuern einer ganzen Volkswirtschaft in den nächsten zwei Jahrzehnten, so der Landrat weiter.


Vorreiterfunktion


Dem Kreis komme in erster Linie eine Vorbild- und Vorreiterfunktion zu. Dessen Erfolge könnten sich sehen lassen: Mit Projekten wie der Passivhaus-Erweiterung des Are-Gymnasiums, der energetischen Sanierung von Schulgebäuden oder der Hackschnitzelheizung beim Abfallwirtschaftszentrum „Auf dem Scheid“ in Niederzissen zeigten sich klare Energieeinsparungen. Allein durch die Umstellung des Strombezugs für alle Kreisliegenschaften auf Ökostrom ließen sich jährlich 1.165 Tonnen CO2 einsparen, rechnete Pföhler vor. Weiter sagte er in dem politischen Gremium: „Die Energiewende ist eines der zentralen Zukunftsthemen. Ein solches Vorhaben kann nicht einseitig von oben angeordnet werden.“ Vielmehr müsse die Energiewende von Bürgern, Unternehmen und Kommunen vor Ort aufgebaut und mitgetragen werden. Nur eine systemische Vorgehensweise könne zum Erfolg führen. Wichtig sei, dass auf lokaler Ebene mit lokalen Praktikern und vor allem mit den Bürgern gearbeitet werde.

Dies zum einen auf die erfolgreiche Ansiedlung der regionalen Energieagentur im Kreis Ahrweiler zurückzuführen. Die Agentur solle in erster Linie die verschiedenen Akteure vernetzen und mit den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen, Wirtschaftsförderern sowie Kammern zusammenarbeiten. Zum zweiten nannte er die Absicht der Europäischen Akademie, mit einer entsprechenden Förderung des Bundes für den Kreis Ahrweiler das Modellprojekt EnAHRgie umzusetzen; am Beispiel des AW-Kreises solle ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Energieversorgung entwickelt werden; Bestandteil des Projektes sei die intensive Beteiligung relevanter regionaler Energieversorger, Gemeinden und Bürger.


Neue Werkstätten für Behinderte


Der Kreis Ahrweiler baut die Behindertenhilfe weiter aus. In Bad Neuenahr-Ahrweiler und Adenau werden neue Werkstätten für behinderte Menschen errichtet. In beide Projekte fließen insgesamt sechs Millionen Euro an Investitionen. Träger ist die St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH. Das hat Landrat Dr. Jürgen Pföhler im Kreis- und Umweltausschuss berichtet. „Behindertenhilfe soll so weit wie möglich zu den Menschen kommen“, sagte er dem politischen Gremium.

Die Einzelheiten: Die beiden zusätzlichen Werkstätten entstehen, weil die bisher einzige Einrichtung im Kreisgebiet, die Behindertenwerkstatt in Sinzig, mit mehr als 300 Beschäftigten überbelegt ist. Für die neue Werkstatt in der Kreisstadt sind 60 Plätze vorgesehen, Baubeginn soll im Frühjahr 2014 sein. In Adenau entstehen 40 Plätze plus zehn Plätze in der angegliederten Tagesförderstätte, Baubeginn Anfang 2015.

Der „Sozialraum Adenau“ bildet einen regionalen Schwerpunkt des kreisweiten Teilhabeplans. Im Westen des Kreisgebiets mit den Verbandsgemeinden (VG) Adenau sowie Teilen der VGs Brohltal und Altenahr sollen mehr Leistungsangebote der Behindertenhilfe angesiedelt werden. In erster Linie sollen den dortigen Menschen die Wege etwa nach Bad Neuenahr-Ahrweiler und zur Behindertenwerkstatt nach Mayen erspart bleiben. Der Teilhabeplan des AW-Kreises formuliert grundsätzliche Ziele der Behindertenpolitik. Ein Beispiel ist das selbstständige und beschützte Wohnen von behinderten Menschen.

Konkret besteht das Projekt „Sozialraum Adenau“ aus vier Bausteinen:

- Werkstatt für behinderte Menschen mit angeschlossener Tagesförderstätte,

- gemeindepsychiatrisches Betreuungszentrum für psychisch erkrankte Menschen, das sich im ehemaligen Hotel „Eifeler Hof“ in der Stadtmitte Adenau befindet,

- Wohnangebot für Schwerstmehrfachbehinderte in Antweiler; als Baubeginn für die zwölf Appartements ist das kommende Jahr anvisiert,

- neues Teilhabezentrum für behinderte und pflegebedürftige Menschen in Adenau, das im März 2013 eröffnet wurde.

Der Ausblick: Der Kreis Ahrweiler rechnet mit erheblichen Zuwächsen vor allem psychisch erkrankter Menschen, die in das bestehende Versorgungssystem integriert werden müssen. Insgesamt, so die Prognosen, wird die Anzahl von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen weiter steigen.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Ahrweiler

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Jürgen Heiner:
Ich war 2016 in Marokko. Dort habe ich in einem Hotel am Schwimmbad ein Schild gesehen das in diesem Bad Burkinis verboten sind. Gerne schicke ich Ihnen die Bilder per Mail zu.

Auch Hörsysteme brauchen Pflege!

juergen mueller:
Sollte man meinen - vor allem was die politischen Hörsysteme betrifft. Würden diese besser bürgernah gepflegt, anstatt immer nur davon zu reden, dann würde sich vielleicht etwas zum besseren wenden. Und das beste Mittel, um sein Pflegesystem zu pflegen, ist nun einmal aufeinanderzugehen, zuhören, verstehen und nicht nur immer sein eigenes meist kontraproduktives Geschwätz wieder - bis zum nächsten Anfall - in sich aufzusaugen. Wenn ich lese, dass die Koblenzer Räte-SPD sich auch noch etwas darauf einbildet, dass sie im Gegensatz zu anderen Kommunen nun doch nicht so schlecht abgeschnitten haben will, nach der Sommerpause erst einmal in "Klausur" gehen will, um sich über ihren weiteren Werdegang schlüssig zu werden,dann bestätigt das nur,dass alle nichts dazugelernt haben u.so weiter machen werden wie bisher - selbstbestätigend u.selbstüberschätzend mit ihrem altbekannten kaputten Hörsystem.
Uwe Klasen:
„Den Klimanotstand ausrufen“ --- Anstatt dessen täten die „Ausrufer“ daran, sich auf ihre intellektuelles Befinden untersuchen zu lassen!
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