Politik | 20.10.2013

Europäische Akademie und Kreissparkasse Ahrweiler hatten eingeladen

Energiewende wird Menschen in Deutschland nicht überfordern

Prof. Dr.-Ingenieur Christian Rehtanz hielt Vortrag im Steigenberger Gartensaal

Von links: KSK-Vorstandsmitglied Guido Mombauer, Professor Dr.-Ing. Christian Rehtanz, Professor Dr. Petra Ahrweiler und KSK-Vorstandsvorsitzender Dieter Zimmermann.Fix

Bad Neuenahr. Die Kurzform seines Referats über das Thema „Überfordert uns die Energiewende?“ gab Professor Dr.-Ing. Christian Rehtanz gleich zu Beginn: „Nein, das wird sie nicht!“ Doch auf Einladung der Europäischen Akademie und der Kreissparkasse Ahrweiler erläuterte er in seinem einstündigen Vortrag vor 200 Zuhörern im Gartensaal des Steigenberger Hotels in Bad Neuenahr, wie er zu dieser Einschätzung kommt. Vor dem Kreissparkasse-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zimmermann in seiner Begrüßung deutlich gemacht, wie aktuell das Thema derzeit gerade sein. Professor Dr. Petra Ahrweiler, die neue Geschäftsführerin der Europäischen Akademie, stellte zunächst den Referenten des Abends vor. Professor Dr.-Ingenieur Christian Rehtanz leite das Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft an der Technischen Universität Dortmund und habe bereits mehrere renommierte Preise gewonnen. Darüber hinaus gehörte er zu mehreren Projektgruppen der Europäischen Akademie rund um das Thema „Erneuerbare Energien“.

Energierevolution kann gelingen

Rehtanz machte jedenfalls klar, er gehe fest davon aus, dass die Energierevolution im Industrieland Deutschland gelingen werde. Allerdings hätte er sich einen sanfteren Übergang von der Kernenergie zu den erneuerbaren Energien gewünscht, dadurch hätte man vermutlich den größten Teil der bisher angefallenen Kosten vermeiden können. Der Umbruch ziehe sich vermutlich über viele Jahre hin. Doch man gewinne am Ende auch eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber anderen Ländern, die die verschiedensten konventionellen Energiequellen nach Deutschland exportieren, zumal diese ohnehin durch die Bank endlich seien. Uran werde es nach dem derzeitigen Stand der Fördertechnik voraussichtlich noch etwa 110 Jahre lang geben, Kohle 120 Jahre, Erdgas 60 und Ölvorkommen 40 Jahre. Die Endlichkeit der Ressourcen zwinge also auf jeden Fall zum Handeln, abgesehen davon könne nur durch die Erneuerbaren Energien die vorhergesagte Klimaerwärmung aufgrund erhöhter CO2-Emissionen auf Dauer verhindert werden. Und nicht zuletzt könne man es durch die dezentrale Anordnung der Erneuerbaren Energiequellen auch erreichen, die Wertschöpfung im eigenen Land zu halten.

Enorme Potenziale sind vorhanden

Die Energiewende hat das erklärte Ziel, spätestens bis 2050 mindestens 80 Prozent der verbrauchten Energie aus erneuerbaren Energieträgern zu gewinnen. Hierzu zählen Photovoltaik, Offshore-Windkraftwerke, Biomasse, Wasserkraft oder auch Geothermie. Gerade die Windenenergie, so Rehtanz, biete „enorme Potenziale“, zumal die unvermeidlichen Flauten mit Gas- oder Pumpspeicher-Kraftwerken überbrückt werden könnten. Klar sei aber auch: „Die Energiewende ist eine großräumige Angelegenheit, die auf lokaler Ebene beginnt.“ Diskutiert werden allerdings die finanziellen Aspekte der Energiewende, allein die Kosten für den Netzausbau der überregionalen Energieverteilung bezifferte Rehtanz auf 44 Milliarden Euro. Vielleicht sogar noch mehr ausgeben müsse man für die notwendige Erneuerung der kommunalen Mittelspannungsnetze, die die örtliche Versorgung mit Strom ermöglichen. Das sei mit ein Grund für die hohe EEG-Umlage, die von den Bürgern zu zahlen sei. Dies sei eingeführt worden, um den Investoren in Erneuerbaren Energien verlässliche Berechnungsgrundlagen zu geben, weil viele Rädchen ineinandergreifen müssen, bis eine fertige Energieerzeugungsanlage auch tatsächlich Strom in die dafür vorgesehene Leitung einspeisen könne.

Ungereimtheiten beim Strompreis

Leider gebe es aber eine Reihe von Ungereimtheiten bei den Preisen für Energie, die an den Strombörsen gezahlt werden müssen, wusste Professor Rehtanz. So würden bei bestimmten Wetterlagen mit viel Herz Wind und Sonnenschein viel zu viel Erneuerbare Energie in Form von Strom produziert, den man nicht mehr verkaufen könne, sondern sogar noch Geld dafür bezahlen müsse, wenn jemand diese Energie abnehme. Das könne auf Dauer nur dadurch verhindert werden, dass die Erneuerbaren Energien in den Strommarkt richtig integriert werden. Rehtanz zog das Fazit: „Die Energiewende ist machbar!“ Die Verbraucher müssten sich allerdings darauf einstellen, fünf bis sechs Cent mehr pro Kilowattstunde zu zahlen. Der Strompreis werde nach seiner Ansicht nicht explodieren, und auch das Potenzial an erneuerbaren Energien sei in ausreichendem Maße vorhanden. Was fehle, sei ein Masterplan für das ehrgeizige Projekt der Energiewende.

Von links: KSK-Vorstandsmitglied Guido Mombauer, Professor Dr.-Ing. Christian Rehtanz, Professor Dr. Petra Ahrweiler und KSK-Vorstandsvorsitzender Dieter Zimmermann.Foto: Fix

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