Fritz Langenhorst bleibt Sportkreis-Vorsitzender
Sportkreistag: Ralph Schule übernimmt Stellvertreterposten von Klaus Wassong
Dernau. Die wichtigste Meldung vorweg: Fritz Langenhorst bleibt Vorsitzender des Sportkreises Ahrweiler, der am Freitag im Dernauer Gemeindesaal tagte. Die anwesenden Vereinsvertreter wählten Langenhorst für eine weitere Amtsperiode – ohne Nein-Stimmen, ohne Enthaltungen. Langenhorst hat den Vorsitz seit 1994 inne. Künftig hat der erfahrene Funktionär einen neuen Stellvertreter an seiner Seite: Einstimmig wählten die Delegierten den bisherigen Kreisjugendsportwart Ralph Schulze aus Burgbrohl. Der 44-jährige Polizeibeamte tritt damit die Nachfolge von Klaus Wassong (Remagen) an, der nach mehr als 50 Jahren seine aktive Laufbahn beendet. Komplettiert wird die Vorstandsriege durch die Frauen- und Seniorenbeauftragte Dagmar Schweden. Neben der Wahl standen vor allem die Themen demografischer Wandel, Sport als Instrumentarium zur Integration sowie die Vereinbarkeit von Ganztagsschulbetrieb und sportlichen Angeboten im Fokus – sie waren allesamt Punkte zahlreicher Reden beim jüngsten Sportkreistag im Dernauer Gemeindesaal zeigten auch Kommunalpolitiker, der Landtagsabgeordnete Guido Ernst (CDU) sowie Landrat Jürgen Pföhler Flagge.
Der Landrat machte den Anfang und wartete gleich mit beachtlichen Zahlen auf: 40.000 Menschen im Kreis seien in 256 Sportvereinen aktiv. „Eine hohe Zahl im Vergleich zu anderen Landkreisen“, so Pföhler. Sportvereine seien „ein Garant für Integration“ und „ein Wertvermittler mit integrativer Funktion“, führte der Landrat weiter aus und skizzierte sogleich das Bild eines sportlichen Mehrgenerationenhauses. Mit Blick auf die engen Kassen vieler Kommunen wies er auf die Fördermaßnahmen des Kreises hin: „4300 Maßnahmen sind in den letzten Jahren gefördert worden“, konnte Jürgen Pföhler berichten. Das sei ein Zeichen dafür, dass Sport im Landkreis einen hohen Stellenwert besitze, und dass die Politik ihn entsprechend fördere.
Die Förderung von Sportstätten im Kreis war gleichfalls Thema für den Geschäftsführer des Sportbundes Rheinland, Martin Weinitschke, der in Vertretung für Sportbund-Präsident Fred Pretz seinen Bericht verlas. Er lobte die Fördermaßnahmen des Kreises, machte aber auch deutlich: „Wo das Geld für Sanierungen fehlt, müssen Vereine und Kommunen individuelle Lösungen finden.“ Weiterhin betonte Weinitschke die gesellschaftspolitischen Leistungen des Sports. Er markierte die Begriffe „Gelebte Integration“ und „Inklusion“. Kernaspekt seines Berichts war jedoch die Vereinbarkeit von Ganztagsschulbetrieb und Sportangeboten.
„Wir müssen die Chancen nutzen. Wir dürfen uns nicht vor der Herausförderung fürchten“, sagte Weinitschke. Allerdings müssten sich solche neuen Strukturen der Nachmittagsbetreuung von Kindern und Jugendlichen mit den Angeboten der Sportvereine ergänzen. Der Sport verstehe sich als „Partner der Bildungspolitik“, so der Geschäftsführer. Die Kommunal- und Landespolitiker hörten aufmerksam zu. Es müsse sich zudem Gedanken um neue Mitgliedschaftsmodelle gemacht werden, mahnte Weinitschke. Darüber hinaus skizzierte er, inwiefern die Übungsleiterausbildung bereits auf das Thema Ganztagsschulsport Rücksicht genommen werde.
In die gleiche Kerbe schlug auch der neue und alte Sportkreisvorsitzende Fritz Langenhorst: Im Sportkreis seien einige Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen zustande gekommen, freute sich der Vorsitzende. Hervorzuheben: der TuS Ahrweiler mit über 15 Maßnahmen. Doch ein Problem bleibe: „Die Verfügbarkeit von Übungsleitern zwischen 13 und 14 Uhr“, erklärte Langenhorst. Als „weitere Baustelle“ bezeichnete er die sportliche Ausbildung für Kleinkinder in Kitas sowie die veränderten Herausforderungen durch den Rechtsanspruch für Einjährige auf einen Betreuungsplatz. Langenhorst: „In die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher gehört ein Baustein Sport. Da wird noch zu wenig gemacht. Wir als Sportbund werden dafür kämpfen.“ Ferner forderte er mehr Sportangebote für die Generation 60 plus: „„Eine äußerst wichtige Zielgruppe für den Sport“, so Langenhorst und verwies im selben Moment auf einen Einbruch im Bereich der Zielgruppe der 30-50-Jährigen. Das Ehrenamt („Ein zentrales Thema der Zukunft“), die Investitionspolitik sowie die „unverzichtbare Partnerschaft“ zwischen Sport und Politik waren weitere Punkte seiner Rede. Einige Ehrungen standen auf dem Programm: Mit dem Ehrenbrief des Sportbundes Rheinland wurde Klaus Wassong von den TTF Remagen geehrt. Er beendet nach vielen Jahren seine aktive Laufbahn und gibt sein Amt des stellvertretenden Sportkreisvorsitzenden an den neu gewählten sowie ehemaligen Kreissportjugendwart Ralph Schulze ab. Die Ehrennadel des Sportbundes Rheinland in Gold erhielt Jakob Renn vom TuS Ahrweiler für seine 50-jährige Tätigkeit als Übungsleiter. Die Ehrennadel des Sportbundes Rheinland in Bronze ging an Günther Chatenay vom PostSV Remagen, insbesondere für sein Bemühen um die Tanzsportabteilung. Dort ist er seit 25 Jahren Abteilungsleiter. Hellmuth Krug (Polizeisportverein Bad Neuenahr-Ahrweiler) erhielt die Ehrennadel des Sportbundes Rheinland in Silber. Ein goldenes Sportabzeichen mit der Zahl 60 ging an Karl-Heinz Ittel, wo hingegen sich Johannes Wilms stellvertretend für den Verein Behinderten-SG Weibern/Kempenich über eine Ehrenurkunde anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums freuen darf.
Einige Fakten zum Sportkreis: Es sind rund 40.000 Sportler im Kreis, das macht ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Es gibt 256 Vereine, der Organisationsgrad liegt bei 30 Prozent. Der größte Verein ist der TuS Ahrweiler mit 1429 Mitgliedern, danach folgt der TuWi Adenau mit 1330 Mitgliedern und der PostSV Remagen mit 1269 Mitgliedern. Die Vereinsförderungen des Sportbundes Rheinland lagen im Bereich von 10.500 bis 60.000 Euro.
Fritz Langenhorst mit Klaus Wassong (Ehrenbrief des Sportbundes Rheinland)
