Eiserne Hochzeit der Eheleute Irmgard und Josef Leyendecker in Niederzissen
Glückliches Jubelpaar groß gefeiert
Niederzissen. Eine schöne Feier ihrer Eisernen Hochzeit mit zahlreichen Gästen erlebten die Eheleute Irmgard und Josef Leyendecker im Seniorenzentrum Villa Romantica in Niederzissen im Kreise ihrer Mitbewohner. Zu Beginn spielte Beatrix Knechtges auf dem Klavier Franz Schuberts Ave Maria. Pastor Peter Bollig sprach dann ein Dankgebet und segnete das Jubelpaar. Erste Gratulanten waren natürlich die beiden Kinder des Jubelpaares, die Enkel und Urenkel. Pastor Bollig überbrachte neben den Glückwünschen der Pfarreiengemeinschaft Brohltal auch eine Urkunde von Bischof Stephan Ackermann. Den Gratulationsreigen setzten Ortsbürgermeister Richard Keuler für die Gemeinde Niederzissen und Bürgermeister Johannes Bell für die Verbandsgemeinde Brohltal fort. Kreisbeigeordneter Horst Gies hatte sich wegen einer Sondersitzung des Landtags entschuldigen müssen, holte die Gratulation dafür am Folgetag nach. Den Abschluss machte die Brohler Narrenzunft, der Irmgard und Josef stets besonders verbunden waren. Passend dazu stimmte dann Beatrix Knechtges ein Potpourri alter Karnevalslieder an, in den auch das Jubelpaar nach besten Kräften einstimmte. Bei Kaffee und Kuchen tauschten die Gäste mit den Eisernen Hochzeitern viele Erinnerungen aus. Wie in Brohl, dem Heimatort der Leyendeckers, und in der Villa Romantica üblich, endete das Fest mit dem Brohltallied.
Ein besonderer Fahrgast
Josef Leyendecker wurde in Brohl geboren und besuchte dort die Volksschule. Danach absolvierte er eine Lehre zum Maschinenschlosser bei der Brohltal Eisenbahn. Sogleich nach der Lehre wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Am 4. Juni 1944 kam er in Italien in amerikanische Gefangenschaft. Die Gefangenschaft verschlug ihn zunächst nach Afrika und dann in die USA. Als Schwerstverwundeter kam er bald nach dem Krieg frei und begann seine berufliche Laufbahn bei der Bundesbahn. Hauptsächlich wurde er im Bahnhof Brohl eingesetzt, wo er mit seiner freundlichen Art sich große Beliebtheit bei den Fahrgästen und Kollegen erwarb. Ein Fahrgast erweckte seine besondere Aufmerksamkeit: Die hübsche Irmgard Oligschläger aus Niederzissen, die täglich nach Polch zur Arbeit bei der französischen Besatzungsverwaltung fuhr. Sie kamen sich näher und am 11. September 1948 wurde geheiratet. Irmgard Leyendecker wurde 1924 in Niederzissen geboren und wuchs dort auch auf. Nach dem Besuch der Volksschule half sie zu Hause mit und konnte daher keinen Beruf erlernen. In der Nachkriegszeit übte sie kurzzeitig einige Beschäftigungen aus, ehe sie, wie es in den 50er Jahren üblich war, die Aufgaben der Hausfrau und Mutter übernahm. Irmgard Leyerdecker brachte zwei Kinder zur Welt. Mittlerweile wuchs die Familie um drei Enkel und zwei Urenkel an. Die Eheleute Leyendecker waren aktive Karnevalisten in der Brohler Narrenzunft, Josef Leyendecker war zeitweise Kassierer des Vereins; Ehefrau Irmgard Leyendecker verstärkte den Hofstaat. Gerne unternahmen die beiden Reisen mit der Familie oder mit Kollegen. Alter und Pflegebedürftigkeit machten 2009 bzw. 2010 einen Umzug in das Seniorenzentrum Villa Romantica notwendig, in dem sich das Jubelpaar bestens aufgehoben fühlt.
