DTM-Pilot Christian Vietoris: „In der Ruhe liegt die Kraft!“
Gönnersdorfer belegte dritten Platz
Nürburgring/Gönnersdorf. Als junger Rennfahrer, der im Formelsport Erfolge gefeiert hat, macht Christian Vietoris keinen Hehl daraus, dass seine Formel-1-Ambitionen nicht ad acta gelegt sind: „Die Formel 1 ist die Königsklasse, jeder Rennfahrer träumt von ihr. Ich habe dieses Ziel nicht aufgegeben, aber um es zu erreichen, muss ich erst in der DTM erfolgreich sein.“ Und daran arbeitet der HWA-Pilot mit Erfolg. Auf dem Lausitzring gab’s die erste Polepositionin der DTM, zuletzt auf dem Norisring feierte Vietoris den dritten Podestplatz des Jahres. In der Tabelle liegt er als bester Mercedes-Pilot auf Rang drei. „In der letzten Saison, meiner ersten mit neuestem Material im Team HWA, habe ich mir zu viel Druck auferlegt“, analysiert Christian Vietoris. „Dieses Jahr versuche ich, lockerer zu sein. In der Ruhe liegt ja die Kraft! Ich habe eine gute Crew, wir haben viel Spaß, gehen die Sache von Wochenende zu Wochenende an. Das Ergebnis bisher sind drei Podestplätze und eine Menge Punkte …“ Die neue Lockerheit preist der 24-Jährige als Rezept für seinen Aufschwung: „Ich glaube, das Erfolgsgeheimnis ist für jeden Sportler das gleiche: Man muss im Fluss sein, diesen berühmten Lauf haben. Nicht zu viel nachdenken, sondern einfach das tun, was man am besten kann. Im Vorjahr wollte ich alles unbedingt mit 100 Prozent erzwingen. Jetzt mache ich es vielleicht nur mit 90 Prozent, habe aber Spaß dabei. Dadurch bin ich im Rennauto lockerer, nehme es besser wahr, fühle es besser - und fahre es besser.“ Die Regeländerungen, die in der DTM-Saison 2013 für weitere Variablen sorgen, haben das Feld ein ums andere Mal durcheinandergewirbelt. Was Christian Vietoris schon zu Gute gekommen ist: „Nach wie vor fällt im Qualifying eine Vorentscheidung. Andererseits geben dir Options-Reifen und Klappflügel zusätzliche Chancen, mit einer guten Strategie nach vorne zu kommen. Momentan tüfteln noch alle Hersteller am optimalen Einsatz des weichen Reifens herum, weil die Referenzwerte auf den meisten Strecken fehlen. Das schafft Unwägbarkeiten, und die bringen zusätzliche Spannung.“ Nach drei Podestplätzen (Hockenheim, Lausitzring, Norisring) sollte nun der erste Sieg her- am liebsten beim Heimrennen auf dem Nürburgring. Denn Gönnersdorf, wo Vietoris lebt, liegt nur etwa 40 Kilometer vom Nürburgring entfernt. „Klar wäre es toll, vor meiner Haustüre den ersten DTM-Sieg zu feiern“, so der Eifeler vor dem Rennen. „Allerdings war ich bisher am Nürburgring nicht sehr erfolgreich, zumindest nicht in der DTM. Aber dieses Jahr ist ja eh alles anders ...“ Genau so, nämlich anders, kam es dann auch am Rennwochenende. Vietoris wurde mit seinem DTM Mercedes AMG C-Coupé Dritter und schob sich in der Gesamtwertung auf Platz zwei vor Sieger Wickens vor. „Wir wussten, dass wir ein gutes Auto haben und das Team hat über das gesamte Wochenende einen super Job gemacht. Sowohl gestern im Trockenen, als auch heute bei Regen lief mein DTM Mercedes wirklich hervorragend, daher ein großes Dankeschön an die ganze Mannschaft. Jetzt sind noch drei Rennen zu fahren und ich denke, wenn wir weiter konstant punkten, können wir noch ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden. Momentan liege ich auf Rang zwei. Das ist natürlich eine schöne Momentaufnahme, aber wir sind noch lange nicht am Ziel.“
