Allgemeine Berichte | 09.07.2013, 08:00 Uhr

Berufsbildende Schule des Kreises Ahrweiler

„Hinterm Horizont geht’s weiter“

Zum ersten Mal wurden Abiturzeugnisse des beruflichen Gymnasiums vergeben - Neuer Lebensabschnitt beginnt

Schulleiter Hans-Werner Rieck (r.) wünschte den Schulabgängern der Berufsbildenden Schule des Kreises Ahrweiler alles Gute für ihren zukünftigen Lebensweg. VJ
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Bad Neuenahr. „Hinterm Horizont geht’s weiter...“, dieses Lied von Udo Lindenberg schwebte als Motto über der Abschlussfeier der Berufsbildenden Schule des Kreises Ahrweiler in Bad Neuenahr. Steht doch den Meisten von ihnen die berufliche Welt nun offen, mit dem Abschlusszeugnis in der Hand können sie sich entscheiden, wie es nun weitergeht. Der symbolische Wegweiser zeigt die Alternativen auf, vom Studium über die Ausbildung, vom Freiwilligen Sozialen Jahr bis ins Ausland. Wenn es auch zunächst nur darum ging, die erreichten Abschlüsse gebührend zu feiern.

Dabei wurden auch einige ganz hervorragende Leistungen erbracht. Kreissparkassen-Direktor Dieter Zimmermann zeichnete wie in jedem Jahr die Schulbesten mit dem Förderpreis der Jugendstiftung der KSK Ahrweiler aus. Den Preis als beste Wahlschülerin nahm die Remagenerin Ronja Niedzwetzki entgegen, die die Höhere Berufsfachschule (Fremdsprachen und Bürokommunikation) mit der Not 1,0 abgeschlossen hat. Die Note 1,0 steht auf dem Zeugnis von nicht weniger als sechs Berufsschülern, was auch die enorme Leistungsdichte an diesem Institut unter Beweis stellt. Als beste Berufsschülerin wurde die Friseurin Stefanie Nass aus Bad Breisig ausgezeichnet.

Aufbruch in eine neue Phase

Das Mottolied des Abends trug der allererste Abiturjahrgang des beruflichen Gymnasiums mit dem zukunftsorientierten Schwerpunkt Umwelttechnik vor, der nun mit der allgemeinen Hochschulreife wirklich alle Optionen offen hat. Schulleiter Hans-Werner Rieck wusste daher auch: „Das Ende ist nur der Anfang“. Die Absolventen hätten mit Fleiß, Ausdauer, Beharrlichkeit, aber auch mit enormen Anstrengungen und Mühen, ihr jeweiliges Ziel erreicht und so ihren Horizont erweitert. Dass die Situation für junge Menschen in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr gut sei, führt der Schulleiter auf das Duale Ausbildungssystem zurück, dass praxisnah, marktnah und bedarfsgerecht sei. Dennoch habe sich der Ausbildungsmarkt grundlegend gewandelt. Gab es vor einigen Jahren noch Dutzende von Bewerbern auf eine einzige Lehrstelle, so sei es heute genau andersherum. Der Wettbewerb um potenzielle Lehrlinge werde immer schärfer, und es fehle nicht mehr viel, bis der umworbene Nachwuchs zum Ausbildungsvertrag auch noch einen iPad vom ausbildenden Unternehmen geschenkt bekäme oder sogar einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekomme.

Zukunftsweisende Perspektiven geboten

Das Institut der deutschen Wirtschaft sehe die Fokussierung auf das Abitur als einzig akzeptierten Schulabschluss mit Skepsis. Dass sich die Jugendlichen über Wege wie die Ausbildung, Fachabitur, Fachhochschulreife und Meisterschule hervorragend weiter entwickeln könnten, gerate in Vergessenheit, weil es immer noch nicht in den Köpfen der Allgemeinheit verankert sei. Doch die berufsbildende Schule biete genau diese zukunftsweisende Perspektive. Hier hätten die jungen Menschen eine Vielfalt von Möglichkeiten, Qualifikationen nach ihren jeweiligen Fertigkeiten und Kenntnissen zu erwerben und darauf aufzubauen. „Unsere Schule ist Expertin darin, Schüler dort abzuholen, wo sie gerade stehen - und damit nicht nur Senkrechtstarter den Weg ins Berufsleben zu ermöglichen.“ Nach Riecks Ansicht ist eine gute Bildung, eine kompetente und anforderungsgerechte Ausbildung immer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.

„Ihr habt es geschafft!“, freute sich auch der stellvertretende Schülersprecher Mike Santos. Die Schulabgänger hätten ein wichtiges Ziel erreicht und können nun mit Freude und Stolz auf das Geleistete zurückblicken.

Schulleiter Hans-Werner Rieck (r.) wünschte den Schulabgängern der Berufsbildenden Schule des Kreises Ahrweiler alles Gute für ihren zukünftigen Lebensweg. Foto: VJ

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