- Anzeige - Porsche Club Wuppertal veranstaltete Fahrsicherheitstraining
Im Grenzbereich der Physik
96 Porschefahrer verbesserten am Nürburgring die Beherrschung ihres Fahrzeugs in nicht alltäglichen Situationen
Nürburg. 96 Porschefahrer aus ganz Deutschland nahmen teil am Fahrsicherheitstraining, das der Porsche Club Wuppertal (PCW) im Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring veranstaltete.
Obwohl es sich ausschließlich um schnelle Fahrzeuge handelte, stand dabei nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern die sichere Beherrschung des eigenen Fahrzeugs in nicht alltäglichen Situationen und im Grenzbereich der Physik. Gleich nach dem Eintreffen der Teilnehmer im Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring begrüßten PCW-Präsident Christian Striepen, der Präsident des Porsche Clubs Deutschland, Dr. Fritz Letters, und Fahrsicherheitszentrum-Geschäftsführer Christian Knauth die Teilnehmer und stellten das Kursprogramm vor. Es schloss sich eine kurze theoretische Einweisung in die wichtigsten fahrphysikalischen Zusammenhänge an sowie die Ausgabe der Funkgeräte für jedes Fahrzeug. In acht Gruppen, entsprechend der Erfahrung der Wagenlenker, machten sich anschließend die Teilnehmer ans Werk. Das ganztägige Praxistraining war in elf Abschnitte unterteilt und enthielt im Wesentlichen sicherheitsrelevante Elemente.
Durch verschiedene Lenkübungen, etwa bei einem Lenkslalom oder Lastwechselslalom, suchten die Teilnehmer die optimale Sitzposition, Lenkradhaltung und Lenktechnik. Bei den unterschiedlichsten Bremsübungen wurden Blockier-, Intervall- und Schlupfbremsungen mit verschiedenen Geschwindigkeiten und bei wechselnden Fahrbahnverhältnissen trainiert. Eine Übung befasste sich ausschließlich mit dem Bremsen im Gefälle. Beim Kurvenfahren ging es darum, die persönlichen und physikalischen Grenzen bei unterschiedlichen Radien und Reibwerten zu erfühlen und im wahrsten Sinne des Wortes zu „erfahren“. Ganz Mutige versuchten, das Fahrzeug im Drift zu halten. Die künstlich bewässerten Trainingsflächen sorgten dabei für so manche fahrtechnische Überraschung, zugleich aber auch dafür, dass sich der Reifenverschleiß in Grenzen hielt.
Bremsen auf eisglatter Straße wurde ebenso simuliert wie das Abfangen des schleudernden Fahrzeugs. Gefahrenbremsungen und die Reaktion auf plötzliches Über- oder Untersteuern wurden fleißig trainiert, zudem mussten die Besitzer der Fahrzeuge - vom 911 G-Modell aus den 1950er Jahren bis zum brandneuen Geländewagen Porsche Cayenne - unterschiedlichen Straßenbelägen und Einigem mehr trotzen. Selbst wenn die moderne Technik den Fahrern so Einiges abnahm, hieß es dennoch, sich durchgängig zu konzentrieren und voll bei der Sache zu sein. Schließlich will man künftig im Ernstfall in einer Gefahrensituation die erlernten Reaktionen auch punktgenau abrufen können.
Das Gefahrentraining befasste sich einerseits mit dem Ausweichen vor plötzlich auftauchenden Hindernissen, die von Wasserwänden simuliert wurden, andererseits aber auch mit dem Abfangen eines ins Schleudern geratenen Fahrzeugs. Ins Schleudern kamen die Porsche dabei ganz wie von selbst durch das Überfahren eines in der Fahrbahn eingebauten „Schleudersimulators“. Beim „Race of Champions“ zum Abschluss durften die Trainingsbesten dann ein wenig Wettbewerbsluft schnuppern, wobei es allerdings bei niedrigen Geschwindigkeiten um Geschicklichkeit und punktgenaue Landung ging. Der Sieger durfte einen brandneuen Wanderpokal mit nach Hause nehmen, der aus der Bremse eines Porsche GT3 gefertigt war. Den „alten“ Wanderpokal aus Plexiglas hatte der Porsche Club Mittelrhein im vergangenen Jahr endgültig in seiner Vitrine aufgenommen.
Neben acht Instruktoren des Fahrsicherungszentrums vermittelte auch Profi-Rennfahrer Tom Schwister den Teilnehmern sein Wissen und seine Erfahrung. Dabei erhielt jeder Porsche-Fahrer Informationen und Tipps direkt aus „erster Hand“. Am Ende waren alle glücklich und zufrieden, einen schönen Tag unter „Gleichgesinnten mit Porsche-Wappen“ verbracht zu haben - und der Beherrschung ihres Fahrzeugs auch im Grenzbereich ein wenig näher gekommen zu sein.
Ein quer stehender Porsche 911 GT3 war auf der Schleuderpiste des Fahrsicherheitszentrums keine Seltenheit.
Mutiges Fahren durch die Wasserwand verbesserte die Fahrsicherheit der Teilnehmer.
