Politik | 03.09.2013

Anliegergespräch zur Ausbaumaßnahme führt nach neuen Überlegungen zum nächsten Anliegergespräch

„Im Sauerhals“ dreht sich Brohl im Kreis

Brohl-Lützing. „Die Vorplanungen für die Gestaltung der Baumaßnahme „Im Sauerhals“ in der Ortsgemeinde Brohl-Lützing liegen vor“ hieß es in der Einladung von Ortsbürgermeisterin Christel Ripoll an die Anlieger, die auch fast geschlossen diese Einladung annahmen und gespannt im Brohl-Lützinger Bürgerhaus darauf warteten, vom Planungsbüro Becker sowie der Verwaltung umfassend über die Ausbaupläne und deren Kosten informiert zu werden. Und die auch bereit waren, einem Wunsch der Bürgermeisterin Folge zu leisten: Die hatte nämlich in gleicher Einladung auch darum gebeten, dass die Anlieger „ihre Meinung zur vorgesehenen Ausbauplanung vortragen, damit diese Überlegungen von den Gremien bei der weiteren Planung und Beschlussfassung berücksichtigt werden können. Und das taten die Anlieger dann auch mit dem Ergebnis, dass „alle Anregungen noch einmal in den Gremien diskutiert und ausgelotet werden, und dann, wenn alles vorliegt, noch einmal zu einer Anliegerversammlung eingeladen wird“. Die Frage nach Näherungswerten an das berühmte Hornberger Schießen muss hier wohl gestattet sein, denn schließlich wurde bei der Anliegerversammlung so ziemlich alles vom Tisch gefegt oder mindestens in Zweifel gezogen, was zuvor in den Gremien als sinnvoll für die Kommune im Sinne der Ortsgemeinschaft geplant worden war.

Anlieger sind gegen den Ausbau

Doch der Reihe nach. Kein Zweifel besteht nach eindrucksvollen Bildern, dass die gesamte Kanalanlage „Im Sauerhals“ erneuert werden muss. Zu groß sind auch für den Laien die deutlich erkennbaren Schäden, so dass sich zu diesem Thema jede Diskussion erübrigte. Was dann auch noch der Leiter der Entsorgungsbetriebe Brohltal/Bad Breisig, Rolf Flerus, verbal unterstrich, als er von „teilweise gravierenden Schäden nach 40 Jahren“ sprach: „Das Abwasser kann hier ungehindert versickern und es gibt dringenden Handlungsbedarf, um einer akut drohenden Grundwasserverunreinigung entgegen zu wirken.“ Und genau an dieser Notwendigkeit orientiert sich die Gesamtplanung des Ingenieurbüros, das in seinen Empfehlungen zu einer Gesamtrenovierung der Straße tendierte. Wobei sich alle Versorgungsträger wie z.B. Telekom, EVM oder RWE anschließen und auch neue Hausanschlüsse eingeplant werden können und teilweise auch müssen. Becker: „Bei einer solchen Maßnahme macht es Sinn, alles in einem Abwasch zu erledigen, damit nicht zwei Jahre später wieder von vorne angefangen werden muss.“ Becker erwähnte dann den Zeitraum, in dem die Maßnahme über die Bühne gehen soll, und ging bei einer Ausschreibung im Herbst von einem Baubeginn im Frühjahr aus: „Ich rechne je nach Witterung mit einer Bauzeit von zehn Monaten - bei Baubeginn im Frühjahr also mit einem Abschluss gegen Ende 2014. In diesem Zeitraum wird alles erledigt sein - die Kanalarbeiten, die Arbeiten der Versorgungsträger, die Hausanschlüsse sowie der Bau einer Stützmauer in der Stichstraße, die Gestaltung der Gehwege mit griffigem Pflaster sowie der Fahrwege mit Bitumen.“

Den zaghaften Versuch, von einer Erneuerung der Hausanschlüsse vom Hauptkanal aus „zu schießen“ wischte Becker vom Tisch: „Bei einer Grabenbreite von über einem Meter und einer Tiefe von 2.50 Metern bleibt nach Aushub von der gesamten Straße nicht mehr viel übrig. Ich rate dringend von einer Einzelmaßnahme ab, denn die gesamte Unterbau-Struktur der Straße verändert sich durch eine Baumaßnahme einer solchen Größenordnung.“

An der Kostenfrage schieden sich die Geister

Dennoch, an der Kostenfrage schieden sich anschließend die Geister. Und diese Frage konnte von der Verwaltung noch nicht abschließend beantwortet werden. So bezifferte Damian Küpper, zuständiger Sachbearbeiter bei der Verbandsgemeindeverwaltung, die Kosten „pro Quadratmeter gewichteter Grundfläche auf 50 bis 60 Euro. Aber dazu können und wollen wir zurzeit noch nichts sagen, da der zugrunde liegende Bebauungsplan nicht rechtskräftig ist.“ Hier ist zurzeit die Ortsgemeinde gefordert, Wobei allerdings Bürgermeister Bernd Weidenbach darauf hinwies, dass die Möglichkeit rechtlich gegeben sei, auch noch nach dem bestehenden Plan abzurechnen: „Sonst werden wahrscheinlich die Beiträge noch höher, und die sind ohnehin bereits exorbitant hoch.“

So setzten sich die Anlieger, allen voran Hans Lessenich, für eine Verringerung der Kosten ein: „Diese Straße hält bereits 40 Jahre. Wenn wir den Kanal reparieren und sie wieder zu machen, hält sie wahrscheinlich noch einmal 40 Jahre. Und die Reparatur ist ausschließlich Sache der Gemeinde bzw des Abwasserbetriebes, gedeckt durch die Steuergelder. Wenn das also aufgemacht, repariert und wieder zugemacht wird, dann entfällt doch die Anliegergebühr?“

Eine Frage, die seitens der Verwaltung und des Abwasserbetriebes mit einem klaren „ja“ beantwortet werden musste und die dann Ortsbürgermeisterin Christel Ripoll zum Anlass nahm, der Verwaltung Luft zu verschaffen, indem sie die Punkte wie: Kein Bürgersteig, der alte ist gut genug; Hausanschlüsse schießen; ist Flicken möglich und sinnvoll … in die Gremien rücküberwies. Wo dann alles neu beraten und beschlossen werden soll, um dann die Anlieger erneut zu informieren.

Bleibt also nur noch die Frage, wann das alles passieren soll? „In Kürze“, so Ripoll, „denn schließlich bewegen wir uns in einem zeitlich engen Rahmen.“

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Dauerauftrag Imageanzeige
Veranstaltung 15.April
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
Rückseite
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Empfohlene Artikel
Petra Schneider MdL
35

Mainz. Wer hat Lust, Politikluft zu schnuppern? Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Mark Geimer Foto: privat
808

Parteiloser Bewerber setzte sich gegen Volker Risse (CDU) durch

Bürgermeisterwahl in Bad Hönningen: Mark Geimer (parteilos) macht das Rennen

Bad Hönningen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Hönningen haben gewählt: Mark Geimer ist neuer Stadtchef. Der parteilose Kandidat setzte sich mit 62,5 Prozent der Stimmen gegen seinen christdemokratischen Konkurrenten Volker Risse (37,5 Prozent) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 Prozent. BA

Weiterlesen

Die Koblenzer Innenstadt bietet an drei Tagen ein abwechslungsreiches Programm. Foto: SCH
68

Koblenz. Der Koblenzer Frühling ist zurück! Am zweiten April-Wochenende hat die Stadt am Deutschen Eck ihre Besucher ganz im Zeichen der wärmeren Jahreszeit begrüßt. Der Winter ist Schnee von gestern und überall grünt und blüht es. Die Blumenbeete sind neu bepflanzt, Tulpen und Narzissen blühen auf großen Flächen und es duftet nach frisch gemähtem Rasen.

Weiterlesen

Image Anzeige
Image Anzeige
Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Jörg Schweiss
Wir helfen im Trauerfall
Mitarbeiter IT-Administrator
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titelanzeige KW 15
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Wohnträume
Wir helfen im Trauerfall
Leiter/in (w/m/d)
Anzeige Lagerverkauf
Stellenausschreibung: Betriebshof