Diese „Breisiger Abendmusik“ gehörte musikalischen Talenten
Jugend musizierte und die Besucher staunten
Bad Breisig. Was in der jüngsten Folge der „Bad Breisiger Abendmusiken“ von jungen Instrumentalisten und Sängern geboten wurde, begeisterte die rund 200 Besucher im altehrwürdigen Gotteshaus von St. Marien. Der Dank aber galt auch in besonderem Maße der für das Programm verantwortlichen Kirchenmusikerin Carmen Scheuren, unterstützt ihrem Ehemann Sven Scheuren, dessen Handschrift man bei vielen der Darbietungen wieder finden konnte. Außerdem begleitete er einige Vorträge gefühlvoll am Klavier. Zu der zudem beabsichtigten „Entschleunigung vom oftmals hektischen und von Sorgen begleiteten Alltag“ trugen zudem die an den 23. Psalm angelehnten besinnlichen Textbeiträge der Gemeindereferentin Christel Fassian-Müller bei. Im Mittelpunkt stand jedoch das musikalische Ereignis, und dies begann mit Buxtehudes fulminantem Orgel-Präludium D-Dur, dargeboten von Juliane Hanke. Der kleine Jan Zingsheim überraschte mit seiner Geige und dem Concerto G-Dur von Ferdinand Küchler. Dass Dietrich Buxtehude nicht nur reinste Orgel-Infernos für die Lübecker Marien-Gemeinde komponiert hatte, sondern auch getragenes, melodisches Gotteslob, zeigte Juliane Hanke mit dem Orgel-Choral „Nun bitten wir den Heiligen Geist“. Vanessa Wolff trug mit schöner Sopran-Stimme zwei Lieder vor: „Segne uns!“ von Hermann Grollmann und „Sancta Maria“ von Johannes Schweitzer. Drei junge Damen im Partnerlook trugen auf ihren Geigen gekonnt zwei Stücke aus der Neuen Welt vor, begleitet von Sven Scheuren am Klavier. Auf der Barockorgel erklang Johann Sebastian Bachs Präludium a-Moll, prächtig gespielt vom jungen Friedrich Steffes-Iay. Im Altarraum sang die Brohler Sopranistin Marina Friis mit lyrisch klingender, voluminöser Stimme Schuberts „Ave Maria“ und Händels wunderschöne Arie „Er weidet seine Herde“ aus dem „Messias“, jeweils begleitet von Carmen Scheuren am Klavier. Marc-André Willemsen konnte sich mit seinem fortgeschrittenen Können an das nicht ganz einfache Concerto G-Dur von Antonio Vivaldi, des einstigen „prête rosso“ aus dem venezianischen Markusdom heranwagen. Christina Schwarz sang „Amazing graze“, das schwermütige irische Volkslied. Die in Oberbreisig lebende lyrische Sopranistin Edda Hornberger sang „Gott ist mein Hirte“ von Antonin Dvorak und - nach einer textlichen Überleitung durch Christel Fassian-Müller - das populäre Spiritual „All night, all day“. Der grandiose Ausklang der jüngsten „Bad Breisiger Abendmusik“ waren die Orgel-Improvisationen über den Choral „Erhebt euch in vollen Chören!“, dargeboten von Juliana Hanke. Sie wollte ihre grandiose Darbietung als „liturgische Improvisation“ verstanden wissen, die den Musikfreunden „die besonders charakteristischen Klangfarben und - kombinationen der neuen norddeutschen Barockorgel von St. Marien nahebringt.“ Die Idee der „Abendmusiken“ hat bereits jetzt ihr ursprünglich angepeiltes Ziel erreicht, einen Tag im Monat die Quellenstadt und ihr Gotteshaus mit der Ausnahme-Orgel zu einem kulturellen Anziehungspunkt mit sakralem Hintergrund zu machen.
Carmen Scheuren (rechts) stellt die Phalanx der jungen Musiker und Sängerinnen der „Abendmusik“ vor. Von links: Friedrich Steffes-Iay, das Violinistinnen-Trio Lenya Lenz, Eva Maria Prinz und Letizia Geef, Edda Hornberger, Vanessa Wolff, Marina Friis, Christina Schuster, Jan Zingsheim, Juliane Hanke, Marc-André Willemsen.Foto: FA
