Politik | 10.04.2015

Neue App informiert Bürger über Gefahrenlagen im Kreis Ahrweiler

KATWARN: Ortsgenau, zuverlässig und schnell ...

Offizielle Warnungen über das Mobiltelefon beziehen. Kreisverwaltung Ahrweiler

Kreis Ahrweiler. Der Kreis Ahrweiler schlägt neue Wege bei der Informierung der Bevölkerung im Gefahren- und Katastrophenfall ein. Als einer der ersten Landkreise in Rheinland-Pfalz bietet er jetzt das neue Warn- und Informationssystem „KATWARN“ an. Handy-Nutzer können ab sofort kostenlos per App, SMS und E-Mail Warnungen und Verhaltenshinweise der Katastrophenschutzeinheiten im AW-Kreis erhalten. „Mit KATWARN ergänzen wir unsere Möglichkeiten zur Prävention und Warnung im Kreis Ahrweiler. Damit erhöhen wir die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, stellte Landrat Dr. Jürgen Pföhler heraus. Bei Großschadenslagen wie Hochwasser, Großbränden oder Industrieunfällen sei es wichtig, die betroffenen Menschen innerhalb kürzester Zeit flächendeckend zu erreichen. „Das Warn-System ist postleitzahlengenau, wird ständig weiterentwickelt und ermöglicht es beispielsweise auch Gehörlosen, die Warnungen über Sirenen und Radios nicht hören können, wichtige Informationen zeitnah zu erhalten“, betonte der Landrat. In naher Zukunft werde es auch möglich sein, über Stromausfälle oder Seuchen zu informieren, so Landrat Dr. Pföhler.

Kreisfeuerinspekteur Udo Schumacher erläuterte: „Mit dem Bevölkerungswarnsystem KATWARN erhalten die Verantwortlichen im Katastrophenschutz ein zusätzliches Instrument, die Bürger zeitnah und ortsgenau über Gefahren zu informieren.“ Das System sei auch für die Einsatzkräfte von Vorteil, weil durch klare und verständliche Angaben Rückfragen bei der Einsatzleitung reduziert werden könnten. Schumacher nannte ein Beispiel für einen konkreten Warnhinweis: „Großbrand - Warnung des Kreises Ahrweiler, gültig ab sofort, für Postleitzahl 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Stadtteil Ahrweiler, Türen und Fenster geschlossen halten.“

Die technische Plattform des KATWARN-Systems stellt die Provinzial Rheinland zur Verfügung. Rainer Schlenzok, Bereichsleiter Individualgeschäft, von der Provinzial: „Mit Katwarn wollen wir helfen, mit modernstem technologischen Know-how aktuell drohende Gefahren, Schäden und möglicherweise auch Leid für Menschen zu vermeiden.“

Die Katwarn-App bietet Warnungen und Verhaltenshinweise zum aktuellen Standort („Schutzengel“) und für bis zu sieben frei wählbare Orte. Sie kann kostenlos entsprechend des jeweiligen Smartphone-Betriebssystems im App-Store, Google-Play-Store oder im Windows-Store heruntergeladen werden. Der Kreis- und Umweltausschuss hatte im März einstimmig beschlossen, die entsprechenden Mittel für die Einführung des Warnsystems bereitzustellen. Eine Nutzungsvereinbarung wurde jetzt vom Landrat unterzeichnet, das System kann starten.

KATWARN wurde vom Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme im Auftrag der öffentlichen Versicherer entwickelt und ist seit 2010 bundesweit in Betrieb. Anfang 2015 hat das Land Rheinland-Pfalz das Warnsystem landesweit für große Gefahrenlagen freigeschaltet. KATWARN versendet ausschließlich offizielle Informationen zuständiger Behörden, Einrichtungen und Leitstellen. Es wird im Kreis Ahrweiler auf Weisung des Einsatzleiters vor Ort über die Integrierte Leitstelle in Koblenz koordiniert und bedient. Der Deutsche Wetterdienst nutzt die KATWARN-App bereits seit 2012 bundesweit für Unwetterwarnungen der höchsten Stufe („extremes Unwetter“).

Per App, SMS oder E-Mail

Wer die App nicht installieren möchte, kann kostenlose Warnungen mit eingeschränkter Funktionalität zum Gebiet einer registrierten Postleitzahl per SMS oder E-Mail beziehen. Einfach SMS senden an Servicenummer (01 63) 7 55 88 42: KATWARN 12345 bzw. muster-mann@mail.de (für Postleitzahl 12345 und optional E-Mail). Abmeldung dann auch per SMS mit: KATWARN AUS.

Weitere Informationen, Anmeldemöglichkeiten und ein ausführliches Nutzerhandbuch gibt es auf der Internetseite www.katwarn.de.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Ahrweiler

Offizielle Warnungen über das Mobiltelefon beziehen. Foto: Kreisverwaltung Ahrweiler

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