Allgemeine Berichte | 24.03.2014

Mitgliederversammlung wählte neuen Vorstand - Nürburgring und Manipulationen waren Thema

Klaus Manns führt fortan den ADAC Mittelrhein

Der neue Vorstand des ADAC Mittelrhein mit dem Ehrenvorsitzenden Dieter Enders (l.) und Rof Werner (Mayen, Syndikus), dem Vorsitzenden Dr. Klaus Manns (Staudt), dem Vorstand Sport, Franz-Rudolf Ubach (Klotten), dem Vorstand Verkehr und Technik, Rudi Speich (Roßbach), Geschäftsführer Curt Beckmann (Neuwied) , dem Vorstand Touristik, Jürgen Joras (Rhens) und dem Vorstand Finanzen, Arno Derichs (Ettringen). RERE

Bad Neuenahr. Das wichtigste zu Beginn: Die Mitgliederversammlung des Regionalclubs wählte kürzlich in Bad Neuenahr den 61-jährigen Klaus Manns zum neuen Vorsitzenden des ADAC Mittelrhein. Er tritt damit die Nachfolge von Dieter Enders an, der nach 15 Jahren nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidierte. Klaus Manns aus Staudt im Westerwaldkreis leitete seit 2006 das Ressort Verkehr und Technik im Vorstand. Als Nachfolger in diesem Amt wurde Rudi Speich gewählt. Der 54-Jährige aus Roßbach-Reifert betreibt in Linz ein Kfz-Ingenieurbüro und ist seit vier Jahren Vorsitzender des MSC Sinzig und Mitglied des Technikbeirates im ADAC Mittelrhein. Manns Vorgänger Dieter Enders aus Hamm/Sieg hatte mit 75 Jahren nicht mehr kandidiert. Ihn wählte die Mitgliederversammlung im Steigenberger Kurhaussaal zum Ehrenvorsitzenden des ADAC Mittelrhein.

Marschroute vorgegeben

Die Marschroute für die nächste Zeit gab der neue Vorsitzende Klaus Manns gleich vor: „Wir müssen unsere Kernaufgaben wie Fragen der Verkehrssicherheit und Verkehrserziehung wieder in den Fokus rücken. Der ADAC leistet eine hervorragende Sacharbeit. Wir hoffen, dass sich dies in der Öffentlichkeit und bei unseren Mitgliedern durchsetzt“, sagte Manns mit Blick auf die Negativ-Schlagzeilen rund um den Automobilclub. Alter und neuer Vorstand für Finanzen und stellvertretender Vorsitzender ist Arno Derichs aus Ettringen. Als Vorstand Touristik fungiert Jürgen Joras aus Rhens, Vorstand Sport ist derweil Franz-Rudolf Ubach aus Klotten und zum Geschäftsführer wurde Curt Beckmann aus Neuwied gewählt. Neben den Vorstandswahlen beschäftigten die Anwesenden im Saal vor allem interne Debatten. Für Aufsehen hatte jüngst gesorgt, dass bei der Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ jahrelang Stimmenzahl und Rangfolge gefälscht worden waren. Infolgedessen war Gesamtclub-Präsident Peter Meyer zurückgetreten. Der Stimmung sollten diese Ereignisse an diesem Nachmittag jedoch keinen Abbruch bereiten.

In schicker Robe fanden sich mehr als 200 Damen und Herren im Saal ein. Ihr Weg führte im Eingangsbereich an einem Gelben Käfer der ADAC Straßenwacht vorbei - ein großer kleiner Blickfang. Im Saal bemühte sich derweil ADAC Mittelrhein-Sprecher Reinhard Moll um Schadensbegrenzung: Vom Mitgliederschwund könne seit Aufdeckung des Skandals im Regionalclub keine Rede sein. „Seit Jahresbeginn hat es lediglich geringere Steigerungen als sonst gegeben“, stellt Moll fest. Mit dem ADAC sollen nicht die vergebenen Preise verbunden werden, sondern die Dienstleitungen Pannenhilfe und die sonstigen Sachleistungen, die der Verein biete, so Moll. „Wenn ich das beliebteste Auto der Deutschen kennenlernen will, dann schaue ich in die Zulassungsstatistik“, sagte der Sprecher. „Unsere mehr als 650 000 Mitglieder interessieren nicht die Preise.“ Außerdem habe man beim ADAC nach Bekanntwerden der Manipulationen personelle Konsequenzen gezogen, führte Reinhard Moll weiter aus.

Verkauf des Nürburgrings

Großen Raum nahm indes auch der Verkauf des Nürburgrings ein: Der ADAC hatte im Bieterverfahren den Kürzeren gezogen, während der Automobilzulieferer Capricorn den Zuschlag erhielt (Blick aktuell berichtete). Man sei gespannt, wie sich der Nürburgring weiterentwickle, äußerte sich Reinhard Moll. „Aber wir sind zuversichtlich. Schließlich haben wir zumindest feste Verträge für dieses Jahr, und den letztlich erfolgreichen Käufer, den Automobil-Zulieferer Capricorn, kennen wir bereits von den bisherigen Tätigkeiten an der Eifel-Rennstrecke“, erklärte Moll. Der ADAC wird also weiterhin mit dem Nürburgring verwurzelt bleiben.

Positive Jahresbilanz

Die Nachrichten können in den eigenen Reihen des Gesamtclubs noch so schlecht sein, die Jahresbilanz des ADAC Mittelrhein bleibt davon unberührt. Sie gestaltet sich positiv: „Der ADAC Mittelrhein ist ein gesunder und erfolgreicher Verein“, hob der scheidende Vorsitzende Dieter Enders in seiner Abschiedsrede hervor - und erhielt anerkennenden Applaus für sein großes Engagement im Dienste des Regionalclubs. Als er 1966 das Amt des Rechnungsprüfers des ADAC Mittelrhein übernahm, hatte der Verein rund 30 000 Mitglieder. Seitdem war der gebürtige Hammer ab 1970 stellvertretender Schatzmeister, ab 1974 Schatzmeister und schließlich seit 1998 Vorsitzender des Regionalclubs. Seit 1979 war Dieter Enders Mitglied des Verwaltungsrates des ADAC-Gesamtclubs und seit dieser Zeit auch Mitglied des Finanzausschusses. Als Vorsitzender des Vergabe-Ausschusses für Sportstätten in München war er über Jahre maßgeblich an der Förderung des Motorsports in Deutschland beteiligt. Acht Jahre lang war Dieter Enders Aufsichtsratsmitglied des ADAC-Verlages. 1991 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, 2006 überreichte ihm Ministerpräsident Kurt Beck ferner das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Bereits als Kind begeisterte ihn alles, was mit vier Rädern zu tun hat. Ein besonderes Highlight für ihn: Sein Vater nahm ihn zum ersten Mal mit zu einem Autorennen auf dem Nürburgring - und seine Leidenschaft für PS-starke Motoren war da. Alle seine Ämter und Aufgaben innerhalb des Automobilclubs übernahm er ehrenamtlich. 1962 gründete Dieter Enders in seinem Heimatort den Automobilclub Hamm-Sieg mit.

Im Anschluss an den offiziellen Teil ging es beschwingt weiter: Zu den Klängen der Sandy Showband ließen sich die Damen und Herren nicht lange bitten und tanzten zu Hits wie „Love is in the air“, bekannten Walzermelodien oder Slowfox-Rhythmen. Stargast Ingrid Peters heizte den Gästen wenig später mit ihren Kulthits ein. Mitsingen war bei „Afrika“ ebenso angesagt wie beim schwungvollen „Komm doch mal rüber.“ Der ADAC Mittelrhein hat eigenen Angaben zufolge rund 650 000 Mitglieder. Der Einzugsbereich des Regionalclubs umfasst neben dem Norden des Landes auch einen Bereich rund um Mainz. Seinen Sitz hat er in Koblenz. Bad Neuenahr ist jedoch immer wieder Veranstaltungsort von Sitzungen und Bällen.

Zu den ersten Gratulanten des neuen Vorsitzenden Dr. Klaus Manns gehörte der rheinland-pfälzische Strukturminister Roger Lewentz.

Zu den ersten Gratulanten des neuen Vorsitzenden Dr. Klaus Manns gehörte der rheinland-pfälzische Strukturminister Roger Lewentz.

Dieter Enders wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger überreichte ihm zum Abschied und für seine Verdienste um die Luftrettung ein Modell eines ADAC-Rettungshubschraubers.

Dieter Enders wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger überreichte ihm zum Abschied und für seine Verdienste um die Luftrettung ein Modell eines ADAC-Rettungshubschraubers.

Der neue Vorstand des ADAC Mittelrhein mit dem Ehrenvorsitzenden Dieter Enders (l.) und Rof Werner (Mayen, Syndikus), dem Vorsitzenden Dr. Klaus Manns (Staudt), dem Vorstand Sport, Franz-Rudolf Ubach (Klotten), dem Vorstand Verkehr und Technik, Rudi Speich (Roßbach), Geschäftsführer Curt Beckmann (Neuwied) , dem Vorstand Touristik, Jürgen Joras (Rhens) und dem Vorstand Finanzen, Arno Derichs (Ettringen). Fotos: RERE

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